Inkontinenzformen - Überblick

Wann spricht man von einer Inkontinenz bei Frauen?

Jeglicher Harnverlust, der unwillkürlich, ohne Selbstbestimmung über Zeitpunkt und Ort geschieht, bezeichnet Inkontinenz. Die weibliche Harninkontinenz kann in jeden Lebensalter vorkommen. Auch junge Frauen können von Inkontinenz betroffen sein.

Inkontinenz Frau - Weibliche, Harninkontinenz

Von welcher Inkontinenzform sind Frauen betroffen?

Zwei Inkontinenzarten betreffen die Inkontinenz der Frau vordergründig.

Belastungsinkontinenz

Die Belastungsinkontinenz, umgangssprachlich auch als Blasenschwäche bezeichnet, ist die häufigste Form der weiblichen Harninkontinenz. Der Druckerhöhung, wie sie beim Lachen, Niesen, Husten oder schweren Heben entsteht, kann der Schließmuskel nicht standhalten. Es kommt zum unwillkürlichen Harnverlust. Ursache ist eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur.

Dranginkontinenz

Dranginkontinenz ist von imperativen (nicht unterdrückbaren) Harndrang geprägt. Es handelt sich um eine Blasenspeicherungsstörung. Der Harndrang kann so stark sein, dass es zum Harnverlust kommt. Dabei kann sich die Blase teilweise, aber auch in größeren Mengen entleeren.

 

Ursächlich ist meist ein überaktiver Blasenmuskel (Detrusor Überaktivität). Entzündungen der unteren Harnwege (Harnblase, Harnröhre) können auslösend sein. Eine ganze Reihe von Erkrankungen kann die Blasenfunktion beeinträchtigen. Darunter neurologische Erkrankungen die Nerven, Gehirn oder Stoffwechsel betreffen.

Dranginkontinenz kann auch im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses entstehen.

Mischinkontinenz

Belastungsinkontinenz und Dranginkontinenz können in Kombination auftreten. Dies wird als Mischinkontinenz bezeichnet.

BelastungsinkontinenzBelastungsinkontinenz

Die Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz) ist die häufigste Form der Blasenschwäche bei Frauen. Bis zu 40% der inkontinenten Frauen sind von dieser Form der Harninkontinenz betroffen.

Was bedeutet Belastungsinkontinenz / Stressinkontinenz (Definition)?

Die Belastungsinkontinenz ist die häufigste Inkontinenzform der Frau. Die Ursache findet sich vor allem in der weiblichen Anatomie begründet. Blase und innere Organe werden bei der Frau allein durch die Beckenbodenmuskulatur gestützt und gehalten. Eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur kann dem plötzlichen Druckaufbau bei körperlicher Anstrengung, wie er beim Husten, Lachen oder Niesen vorkommt nicht standhalten. Es kommt zum unwillkürlichen Urinverlust, der Belastungsinkontinenz, weil der Schließmechanismus der Harnröhre den plötzlichen Druckanstieg nicht mehr kontrollieren kann.

DranginkontinenzWas ist Dranginkontinenz?

Die Dranginkontinenz ist durch plötzlich auftretenden, sehr starken, nicht beherrschbaren Harndrang mit anschließendem unwillkürlichen Harnabgang charakterisiert.

Die Drangsymptomatik resultiert aus einer Überaktivität oder aus einer zu großen Empfindlichkeit der Harnblase. Deshalb auch die Bezeichnung "Überaktive Blase".

Bei der Dranginkontinenz liegt keine Störung des Verschlussmechanismus vor. Durch das willentlich nicht zu beeinflussende Zusammenziehen des Blasenmuskels, kommt es zum Urinverlust.

Unterschieden wird die Drangsymptomatik in:

  • Pollakisurie (mehr als acht Miktionen / 24 Stunden)
  • Imperativen Harndrang (Harnverlust durch nicht kontrollierbaren Drang).
  • Nykturie (Aufwachen durch Harndrang und Blasenentleerung in der Nacht).

Eine Kombination der Symptome ist möglich.

Reflexinkontinenz Neurogene BlaseReflexinkontinenz Definition

Eine Reflexinkontinenz kann durch Erkrankungen oder Verletzungen des Gehirns oder des Rückenmarks entstehen, wenn jene Nervenbahnen unterbrochen werden, die das für die Blasenentleerung verantwortliche Steuerungszentrum im Gehirn mit Harnblase und Schliessmuskel verbinden.

Blasen- und Schliessmuskelfunktion lassen sich dann nicht mehr koordinieren oder kontrollieren.

ÜberlaufinkontinenzDie Überlaufinkontinenz ist die häufigste Inkontinenzform bei Männern. Eine Überlaufinkontinenz äußert sich durch tröpfelnden Urinabgang bei gefüllter Blase (die Blase läuft sozusagen über).

Die Ursachen sind meist langanhaltende Abflußbehinderungen wie z.B. eine Vergrößerung der Prostata und Harnröhrenengstellen. Hier muß meist durch eine Operation für den freien Abfluß des Harns gesorgt werden.

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