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Senkungen der Gebärmutter, Blase und Mastdarm

12 Apr 2024 22:01 #1 von Dasch
Hallo zusammen,

Ich möchte mich mal wieder mit einem Update melden, viele haben mir in meinem ursprünglichen Beitrag (Auslaufen im sitzen) schon viel geholfen.
Ich habe eine schwere Harninkontinenz, die Ursachen sind/waren bisher unklar. Auf meinen Termin in Tübingen muss ich leider immer noch warten. Da es mit zu lange gedauert hat, habe ich bei mir im Krankenhaus einen Termin zur urogynäkologische Untersuchung gemacht. Gestern war es dann endlich so weit. Ich war bei einem sehr netten Oberarzt und hatte das Gefühl, dass er fachlich recht fit ist.
Ich habe folgende Diagnose bekomme:
Descensus uteri (Gebärmuttersenkung) II-III°, Zystocele (Blasensenkung) II°, Rectocele (Vorwölbung des Mastdarms) II°, Sphinkter schwach ausgeprägt und Muskulus Levator ani erschlafft.
Der Arzt möchte eine größere Op mit Gebärmutter Entfernung machen. Da aber nicht ganz klar ist, ob die schwere Inkontinenz nur durch die Senkung kommt, oder es noch andere Faktoren gibt, soll erst noch eine Urodynamik gemacht werden. Unklar ist auch, warum ich manchmal keinen Harndrang merke und der Urin dann einfach läuft. Das soll jetzt alles recht zügig gehen, am Montag einen Anruf, wann ich zur Urodynamik kommen kann, dort wird dann ein weiterer Arzt (Senior Consultant) dazukommen. Der Arzt ist im Bereich urogynäkologie sehr bekannt und hat mit Prof. Dr. Christl Reisenauer (aus Tübingen) schon viele Kongresse geleitet. Jetzt bin ich am überlegen, ob ich den Termin in Tübingen dann überhaupt noch benötige, oder ob es hier bei mir im Krankenhaus ausreichend ist.
Unsicher bin ich mir auch, ob ich gleich eine Op brauche, oder ob es noch ein paar Jahre warten kann und ich es erstmal mit einem Pessar versuchen kann. Diese Senkungen machen mir bisher keine Beschwerden/Schmerzen, wenn mit einem Pessar die Inkontinenz gestoppt wird, dann wäre ich schon sehr glücklich. Vielleicht klappt es dann doch noch bis zum Sommerurlaub, wieder ohne Windel sein zu können. Ich wäre auch zufrieden, wenn es nur noch kleine Mengen Urin sind und ich wieder mit einer Einlage auskommen würde. Das würde den Urlaub und den Sommer doch erleichtern. Die Einschränkungen im Sommer und die Sorge, dass jemand etwas sieht, finde ich nochmal deutlich größer als im Moment mit dickerer Kleidung. Bisher lässt sich durch dicke Kleidung und einem Nierenwärmer alles gut verstecken. Ich habe zwar immer eine dünne Radlerhose , die etwas höher geschnitten ist, über der Windel, trotzdem mache ich mir Sorgen, dass alles verrutscht und der Rand der Windel sichtbar ist. Ich versuche zwar lange Shirts zu tragen, die meisten sind aber nicht so lang geschnitten und beim Bücken rutschen sie doch mal hoch.
Hat den jemand Erfahrung mit einer Gebärmutter op? Falls ja, gab es vorher eine Inkontinenz und wurde diese durch die OP besser?

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13 Apr 2024 13:09 #2 von MichaelDah
Hallo Daniela,

ich würde erstmal die Urodynamik abwarten und schauen was dabei herauskommt. Ich bin medizinischer Laie - aber wegen einer Gebärmuttersenkung die gleich rauszunehmende ohne das es da andere Gründe wie z.B. Krebs gibt halte ich - besonders in deinem Alter - für eine sehr schlechte Idee und würde da - wenn man das nach der UD immer noch machen will - in jedem Fall eine Zweitmeinung einholen.

Vielleicht haben wir hier ja noch ein paar Frauen die zu dem Thema berichten können - aber der Effekt von so einer Entfernung kann auch gegenteilig sein. Mal abgesehen davon das, sich durch die Entfernung erstmal die ganze Statik verändert (was das Kontinenzproblem auch verstärken kann) sorgt das auch dafür das - jedenfalls wenn die Eierstöcke mit entfernt werden - dein ganzer Hormonhaushalt durcheinander kommt - und das willst du nicht haben…

Es gibt jede Menge anderer operativer Techniken mit denen man einer Senkung entgegen wirken kann. Ein gesundes Körperteil zu entfernen ist da aus meiner Sicht eine denkbar schlechte Idee. Früher hat man häufig solche OP‘s gemacht - quasi als „Krebsprophylaxe“ und den Frauen erzählt das es nichts ausmacht. Heute weiß man das besser und es sollte schon ein profunder Grund für so einen Eingreif vorliegen.

Aber wie gesagt - schau erstmal was bei der UD herauskommt und ob sich das plötzliche Entleerungsproblem reproduzieren lässt. Da bei dir ja auch ein neurologisches Problem möglich ist, sollte man das erstmal ausschließen bevor man da zu schneiden anfängt. Wenn es eines gibt, dann müssen die therapeutischen Optionen vor dem Hintergrund neu bewertet werden.

Viele Grüße
Michael

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13 Apr 2024 13:42 #3 von Dasch
Hallo Michael,

genau habe ich mir auch gedacht. Die Eierstöcke sollen zwar drin bleiben, warum der Arzt allerdings die Gebärmutter entfernen möchte, ist mir unklar. Ich habe auch gelesen, dass dadurch ja noch mehr platzt ist und sich die anderen Organe trotz Op oft wieder senken und dass die Harninkontinenz sich teilweise verschlechtert.
Vielleicht gibt es hier tatsächlich noch ein paar Frauen die damit Erfahrungen gemacht haben.
P.S. Heute ist es das erste mal so richtig warm hier (25 Grad), ich war gerade auf einem Spielplatz und habe gemerkt, dass ich in der Windel sehr schwitze, obwohl ich eine Tena Flex anhabe, die eine textilähnliche Oberfläche hat. Es ist am Rücken alles feucht und klebt an der Haut. Ich habe darüber eine hochgeschnitte Radlerhose, die aus Polyester, die ich bisher ganz sinnvoll fand, da sie sehr flexibel ist super anpasst und den Windelbund versteckt. Aber wahrscheinlich im Sommer zu warm.
Schwitzt ihr auch, oder liegt es an der Radlerhose.

Viele Grüße
Daniela

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13 Apr 2024 15:01 #4 von MichaelDah
Hallo Daniela,

naja - wenn der Besuch in der Klinik dazu führt das die UD jetzt schneller gemacht wird, dann würde ich die Urodynamische Untersuchung auf jeden Fall erstmal machen lassen. Wenn dann dabei noch etwas anderes als Belastungsinkontinenz herauskommt, wird man wahrscheinlich sowieso noch weitere Diagnostik nachschalten müssen um da genaueres heraus zu bekommen. Wenn es bei der Belastungsinkontinenz bleibt würde ich Tübingen abwarten und da eine Zweitmeinung einholen und mir vor allem alle Optionen genau erklären lassen. Oft ist es tatsächlich so, dass wenn man es schafft eine Verbesserung der Belastungsinkontinenz zu erreichen es auch eine Verbesserung der Drang Problematik gibt.

Was das schwitzen am Rücken angeht - das kann schon lästig sein und das geht mir genau so - vor allem beim Sport. Man kann zwar den hinteren eine Teil von der Tena Flex umzuschlagen und hat dann sind es vielleicht 2 cm weniger „Problemmaterial“. Das bringt dann etwas mehr Luft beseitigt das Problem aber auch nicht komplett. Das ist nervig und wenn ich Vorlagen gefunden hätte die bei mir funktionieren, hätten ich lieber die genommen - da hat man dieses Problem nämlich nicht so stark. Leider hab ich da nichts passendes für mich gefunden.

Ob das bei dir an der Radlerhose liegt weiß ich nicht - glaube es aber eher nicht. Normalerweise trage ich keine Unterhose mehr über der Windel - außer beim Sport - aber wenn ich am Rücken schwitze ist es eigentlich egal ob mit oder ohne Boxer Shorts. Der Vorteil der Unterhose diesbezüglich ist nur das man das T-Shirt ja reinstecken kann und es dann noch mal etwas Schweiß aufsaugt der von Rücken kommt.

Ich schätze, das ist ein Nachteil mit dem man leben muss wenn Vorlagen nicht funktionieren - die Tena Flex sind schon ein recht gutes Produkt in dem man weniger schwitzt - da gibt es deutlich schlechteres…

Viele Grüße
Michael

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13 Apr 2024 23:12 #5 von kleines-engelchen
Liebe Daniela,

erstmal auch ein Herzliches Willkommen von mir :)
Also ich hatte vor 5 Jahren eine Hysterektomie. Und danach war es nicht mehr wie es war. Bei mir wurden die Nervenbahnen beschädigt. Eine Operation im Becken kann leider auch ungewünschte Ergebnisse hervorrufen. D.H. ich konnte gar nicht mehr Pipi machen :unsure:
Damals hat man mir auch dazu geraten, heute würde ich immer wieder eine zweite Meinung einholen. Dies würde ich jeden raten!! Du hast nichts zu verlieren. Ich drück Dir ganz feste die Daumen.

Ganz liebe Grüße Simone

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13 Apr 2024 23:38 #6 von Dasch
Hallo Simone,

das hört sich ja nicht so toll an. Wie geht es dir heute? Haben sich die Nerven regeneriert? Hast du weiterhin Schwierigkeiten, kannst du wieder normal zur Toilette oder bist du auf ISK angewiesen?
Welche Symptome hattest du vor der Hysterektomie und warum wurde sie Op gemacht?
Wenn du nicht meine kompletten Fragen beantworten möchtest, dann verstehe ich das natürlich.
Liebe Grüße
Daniela

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14 Apr 2024 10:34 #7 von kleines-engelchen
Liebe Daniela,

ich hatte damals eine schwere Endometriose. Heut allerdings würde ich diese Operation nicht mehr durchführen lassen. Zum einen gab/gibt es auch andere, schonendere Möglichkeiten, was ich leider damals nicht wusste. Ich hatte den Fehler gemacht und hatte eben keine zweite Meinung eingeholt. Der Oberarzt war damals so glaubwürdig, und erfahren(dachte ich) aber hier wurde ich dann leider nach der Operation eines besseren belehrt. Ich war dann auch in einer Spezialklinik (leider zu spät). Hier hatte mir der Prof. so viele Alternativen angeboten und er war schockiert über die Art und Weise des operierenden Arztes.

Von daher, rate ich jedem, eine zweite Meinung einzuholen. Gerade bei so großen Operationen. Oder sich ganz genau zu erkundigen. Es kann nichts schaden.
Natürlich gibt es auch wirklich wunderbare Ärzte, die durfte ich auch kennenlernen. Aber wenn man schon ein ungutes Gefühlt und die Möglichkeit auf eine zweite Meinung hat, sollte man dies nutzen.

Ich hatte dann alles versuch und nichts ungeschehen gelassen.
Ja, ich hatte den ISK erlernt. Dann hatte ich eine OP für den SNS und diesen habe ich jetzt. Es gibt Tage da komme ich ohne ISK aus und dann gibt es Tage da verwende ich den ISK. Der Schrittmacher hilft mir, da ich , wenn ich normal entleere, keinen Restharn habe. Dies hatte ich ganz dolle vor der Operation.
Die Nervenbahnen haben sich immer noch nicht richtig erholt. Allerdings kann dies anscheinend bis zu 10 Jahre andauern....

Aber ich denke immer, jeder hat seinen kleinen Rucksack auf dem Rücken zu tragen.(bei uns, jeder hat sein Päckchen zu tragen)
Das aller wichtigste ist jedoch, immer versuchen, so gut es geht, das Beste daraus zu machen :)

Sonnige Grüße Simone

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14 Apr 2024 11:46 #8 von Dasch
Liebe Simone,
Vielen Dank für deine offenen antworten.
Ja, hier hat wohl jeder sein „Päckchen“ zu tragen. Ich bin froh das Forum hier gefunden zu haben. Hier sind alle so verständnisvoll, offen und lieb. Vielen Dank dafür.
Dann werde ich auf jedenfall den Termin in Tübingen wahrnehmen. Ich hoffe, dass meine Krankenkasse das dann alles bezahlt.
Viele Grüße Daniela

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14 Apr 2024 12:11 #9 von kleines-engelchen
Liebe Daniela,

ich kann dir auch nur gutes von Tübingen berichten(dort war ich auch schon).

Ich wünsche Dir alles Liebe

Liebe Grüße Simone

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17 Apr 2024 11:19 #10 von Bibi
Hallo,
Habe gerade deinen Beitrag gelesen. Leider wird heute oft zu schnell operiert, da die Kliniken und Zentren ihren Titel als z.B. Beckenbodenzentrum nicht verlieren möchten.
Ich bin Stuhlinkontinent und zum Glück habe ich beruflich Erfahrung. Man wollte mir einen Großteil Darm entfernen und den Genitalbereich straffen, sowie auch die Blase anheben. Der Arzt war sehr nett, aber je länger ich darüber nachdachte, umso klarer wurde mir, das auch Risiken kommen, die diese Ärzte nicht einplanen und meine Lebensqualität davon abhängte. Ich habe vor Jahren die Gebärmutter entfernen lassen, dazu kann ich empfehlen, sofern die Eierstöcke bleiben. Der Professor damals meinte, dass die Eileiter weg müssen, da diese am meisten von Krebs betroffen sind und nicht die Eierstöcke, somit bleibt die hormonelle Versorgung bestehen. Und der Gebärmutterhals blieb stehen zur Stütze. Ob das in deinem Fall hilft weiß ich nicht. Definitiv Zweitmeinung einholen. Zumindest geht Gebärmutterentfernug schnell und unkompliziert. Mit Training hab ich ich es geschafft dass zumindest die Harninkontinez doch nicht so eingetroffen ist, wie ursprünglich gedacht.
Grüße

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