Inkontinenz Forum

Erfahrungsaustausch ✓ | Interessenvertretung ✓ | Information ✓ | Beratung ✓ ► Austausch im Inkontinenz Forum.

.

Jetzt Vereinsmitglied bei der Inkontinenz Selbsthilfe e.V. werden

Neueste Forenbeiträge

Mehr »

> Anmeldung / Login

Registrierung

Noch kein Benutzerkonto? Jetzt kostenfrei registrieren

(Die Freischaltung kann bis zu 36 Stunden dauern)

Fragen zu Wechsel von SBK auf ISK

04 Dez 2022 23:11 #41 von martinK
Hallo Tanja

Wie Deine Prognose ist, kann ich Dir nicht sagen, und ich würde mich auch nicht trauen, eine Diagnose zu Deiner Situation zu stellen. Der Füll- und Entleerungsprozess der Blase ist sehr komplex, wenn bei Dir eine Nervenbeschädigung im Beckenbodenbereich vorliegt, muss dies nicht zwingenderweise die Funktion des Blasenmuskels (Detrusor) beeinträchtigen. Auch der externe Blasenschliessmuskel wird von Nerven, welche vom Kreuzbein ausgehend durch den Beckenboden verlaufen, gesteuert. Die Störung dieser Steuerung ist bei mir der Grund für den Restharn; meine Blase ist überaktiv und der Blasenschliessmuskel macht, was er will. Dies führt einerseits zu Inkontinenz, ich kann aber auch oft nicht die Miktion auslösen, auch wenn die Blase dies gerne täte, und ich mit Harndrang auf der Toilette sitze.

Meine Empfehlung ist: Mache einen Schritt nach dem anderen, der erste vom SBK zum ISK steht bevor, wenn Deine Blase regelmässig ganz leer ist, wird sie möglicherweise wieder lernen, sich wieder vollständig zu entleeren. Frage weiter nach, hier und bei den Ärzten und betrachte das Glas als halb voll! Wie geschrieben, bist Du mit Deinem Restharn bei weitem kein hoffnungsloser Fall, vielleicht braucht es einfach noch etwas Zeit, bis sich Dein Körper erholt hat, vielleicht hilft Dir gezielte Physiotherapie dabei, Deinen Beckenboden besser zu entspannen. Betreffend der Urodynamik ist es sicher hilfreich, wenn Du Dir Deine Fragen aufschreibst und diese mit den Ärzten besprichst.

Ich würde die eine Urodynamikuntersuchung auch nicht überbewerten. Ich habe bereits vier Messungen hinter mir und der Ausgang war nicht immer derselbe: Zweimal füllte sich die Blase bis ca 800 ml ohne dass ich entleeren konnte und zweimal setzte die Entleerung nach ca 300-400 ml spontan ein, einmal mit 200 ml Restharn und einmal beinahe frei von Restharn. Die einzigen „Konstante“ waren spontane Detrusorkontraktionen und eine zunehmende Verspannung des Blasenschliessmuskels während der Füllphase.

Herzliche Grüsse
Martin
Folgende Benutzer bedankten sich: Tanja123

Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.

05 Dez 2022 03:18 #42 von MichaelDah
Vielleicht - wenn es interessiert - zum besseren Verständnis noch ein paar Erklärungen. Ich hab mal versucht die wesentlichen Teile aus dem Anatomie Atlas freizustellen. Die gelben Stränge sind die Nervenbahnen. Wie man sieht führen die Nervenbahnen die für die Kontraktion des Blasenmuskels und der Empfindung des Füllstandes zuständig sind sehr nah unterhalb der Gebärmutter vorbei.

Wenn die Gebährmutter entfernt wird, besteht das Risiko, das diese Nerven geschädigt werden. Die folgen können Sensibilitätsstörungen oder im schlechtesten Fall eine Blasenlähmung sein. Die gute Nachricht besteht erstmal darin das die Nerven redundant ausgelegt sind. Bedeutet - es gibt sie zweimal (einmal für die linke und einmal für die rechte Körperseite). Selbst wenn eine Seite ausfällt weil etwas kaputt geschnitten wurde ergibt das keinen kompletten Ausfall des Blasenmuskels sonder „nur“ eine unsymmetrische Kontraktion. Außerdem können sich die Nerven - wenn nicht gerade der Hauptstrang erwischt wurde - auch regenerieren und gegenseitig Aufgaben übernehmen.

Wenn man sich die UD ansieht, sind für die Fragestellung (Blasenlähmung) die Entleerungskurven von Interesse. Hier insbesondere der Blasendruck (Pdet - blau) und der Abdominal Druck (Pabd - gelb). Das ist Druck der durch Pressen der Bauchmuskeln auf die Blase verursacht wird. Man sieht in der Kurve, das die Entleerung durch Bauchpressen unterstützt wurde (Anstieg des Pabd bei der Entleerung) - allerdings hat der Blasenmuskels kräftig und auch autonom (sieht man da wo Pdet einen Sprung nach oben macht aber Pabd unten bleibt) mitgearbeitet, nur mit den Bauchmuskeln alleine währe der gezeigte Blasendruck kaum zu erreichen gewesen. Bedeutet: Wenigsten bei dieser Messung hat der Muskel erwartungsgemäß funktioniert. Ich denke, das ist der Grund warum der Urologe das (in Anbetracht der OP) als normal bezeichnet hat.

Der Grund für den Restharn kann verschiedene Ursachen haben. Da der Restharn weniger wird, spricht einiges dafür, das sich das „Hindernis“ zurückbildet - oder abheilt. Wie gut das am funktioniert kann keiner genau sagen.

Ich denke deine Idee, die Fragen zu sammeln und dem Prof. zu stellen ist sehr gut. Allerdings würde ich dir auch raten - für den Fall das er da nochmal rann will - eine Zweitmeinung einzuholen. Wenn die OP erst ein paar Monate her ist, hilft es vielleicht auch einfach dem Körper etwas Ruhe zu geben.

Viele Grüße
Michael
Anhang:

Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.

05 Dez 2022 12:03 - 05 Dez 2022 12:41 #43 von Ciajaeg
Hallo Michael,

ich werde für dich mal bei YT suchen, ob ich diese Übungen finden kann. Meine Physio hat sich selber noch mal für mich erkundigt, denn sie hatte selber nicht genug auf Lager und wusste auch nicht, ob es für Männer prinzipiell die gleichen Übungen sind.
Die Übungen mit Vibrationsrolle scheinen mir nicht so gut zu sein, aber die mit dem Tennisball / Faszienball auf dem Stuhl sind gut, auch die Pressur-Übungen sind nicht verkehrt.

Nachtrag: Habe jetzt bei YT geschaut, den Yoga-Kram gibt es reichlich, aber diese speziellen Übungen mit Ball oder auch die Pressur kann ich nicht finden.
Ein Video ( Beckenbodengymnastik für Männer / UniklinikDresdenTV) arbeitet mit Stuhl und einem Körner Kissen, das könnte eine ähnliche Geschichte sein, mit dem Tennisball ist aber auf jeden Fall sehr intensiv.
Im Prinzip brauchst man einen harten, glatten Stuhl legt den Ball darauf, setzt sich verkehrt herum auf den Stuhl, Beine also gespreizt, und suchst nun die "Mitte". Anfangs ist das sehr unangenehm, insbesondere, wenn der Beckenboden eben verspannt ist. Nach einiger Zeit sollte der Ball "einsinken", das Becken bewegt man dabei ganz leicht vor und zurück, gerade ist sitzen natürlich Pflicht. Der Schmerz lässt dann nach und der Beckenboden gibt nach, eher wenig bewegen und dafür länger drauf sitzen. Für die Pressur-Techniken kann ich keine Fern-Anleitung geben, sorry.

Bis später

Guido

Diagnosen: Neurogene Dysfunktion des unteren Harntraktes suprapontin, Terminale Detrusor-Überaktivität - Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination - Algurie - Diabetis-Insipidus-Centralis- chronische Harnretention -
Myalgische Enzephalomyelitis (ME-CFS) - (POTS) - Dysautonomie - Polyneuropathy
Folgende Benutzer bedankten sich: MichaelDah, Tanja123

Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.

05 Dez 2022 12:05 #44 von MichaelDah
Hi Guido,
super -Danke!

viele Grüße
Michael

Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.

13 Dez 2022 19:40 #45 von Tanja123
Micha, tausend Dank!! Genau das hat mein Professor der mich operiert hat, auch gesagt ( mit den zwei Seiten.....).
Hab ich erwähnt das ich schon zum zweiten Mal im Unterleib operiert wurde + 2010 noch zusätzlich Brachytherapie hatte? Deswegen war das Gewebe da unten natürlich auch " schon morsch"...
Hab deine und Martin's Nachricht leider erst heute entdeckt. Habe keine Benachrichtigung bekommen.... :-(
Bin jetzt übrigens mit ISK am experimentieren... aber darüber mehr im neuen thread...
Liebe Grüße von Tanja

Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.

Ladezeit der Seite: 0.110 Sekunden

- Anzeige -

 

- Anzeige -

 

Fresenius Kabi Sanabelle

- Anzeige -

 

Inkontinenz Selbsthilfe e.V.

Die Inkontinenz Selbsthilfe e.V. ist ein gemeinsames Anliegen vieler Menschen. Der Verein versteht sich als ein offenes Angebot. Unsere Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich. Den Verein bewegt, was auch seine Mitglieder antreibt: Wir möchten aktiv zur Verbesserung der krankheitsbedingten Lebensumstände beitragen.

 

Impressum        Kontakt       Datenschutzerklärung

Spendenkonto:
Volksbank Mittelhessen eG
Inkontinenz Selbsthilfe e.V.
IBAN: DE30 5139 0000 0046 2244 00
BIC: VBMHDE5FXXX

Besucher: Sie sind nicht allein!

Heute 887

Gestern 2254

Monat 887

Insgesamt 9001628

Aktuell sind 139 Gäste und ein Mitglied online

Alle Bereiche sind kostenfrei, vertraulich und unverbindlich. Wenn Sie erstmalig eine Frage im Forum stellen möchten oder auf einen Beitrag antworten wollen, ist es erforderlich sich sich zuvor zu registrieren. (Die Freischaltung kann bis zu 36 Stunden dauern!)

Jetzt kostenfrei registrieren

Anmelden