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Rat - Austausch / Bettnässen im Jugendalter

16 Jul 2017 11:05 #1 von Heike
Hallo Zusammen,

mein Sohn 15 Jahre alt, nässt fast jede Nacht ein. Ich bin schon so viele Wege gegangen, organisch ist alles in Ordnung, therapeutisch wurde mein Sohn auch über 1 1/2 Jahre begleitet, wurde dann auch besser, jetzt ist wieder alles beim Alten. Wie gehen andere Mütter mit diesem Thema um?
Werden Vorlagen verwendet, Schutzhosen? Wird die Trinkmenge kontrolliert? Ich finde das so ein schwieriges Thema. Einen Jugendlichen kontrollieren Toilettengänge einzuhalten, weil er es sonst vergisst?? Welche Maßnahmen werden seitens der Eltern vorgenommen?

Vielleicht gibt es ja hier irgend jemand, mit dem ich mich austauschen könnte?

vielen Dank, Heike

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16 Jul 2017 12:37 #2 von Ano
Liebe Heike!

Herzlich willkommen in unserem Vereinsforum der Inkontinenz Selbsthilfe e.V.!

Inkontinenz bei Jugendlichen ist wahrhaft ein schwieriges Thema, zumal bei Deinem Sohn offensichtlich eine organische Ursache bereits ausgeschlossen wurde und auch eine psychotherapeutische Hilfe nur kurzzeitige Besserung gebracht hat.

Ich kann Dir da nicht wirklich weiterhelfen. Habe selber drei Kinder großgezogen und kann mir daher aber gut vorstellen, wie schwierig das für den Betroffenen und das familiäre Umfeld, vor allem für die Eltern ist. Das ist ein hochsensibles Thema - gerade in der Pubertät.
Wie läuft es in der Schule? Kommt er dort klar? Gibt es einen oder mehrere Lehrer, von denen er sich drangsaliert fühlt? Wie sind seine schulischen Leistungen? Leidet er unter Erfolgsdruck, unter Stress? Wird er gemobbt? Hat er eine Freundin, mit der er nicht klar kommt? Oder schwärmt er vielleicht für ein Mädchen, das ihn ablehnt? Es gibt unzählige psychische Auslöser, aber über die meisten möchte/kann ein Jugendlicher im Allgemeinen nicht mit seinen Eltern sprechen ....

Mein Bauchgefühl und mein Mutterinstinkt sagt mir, dass es vermutlich nicht so gut ist, das Thema Bettnässen ständig in den Mittelpunkt aller Sorgen zu stellen. Kann Dein Sohn denn tagsüber seine Blase kontrollieren? Ist er "nur" nachts inkontinent, so wird das wohl doch an der psychischen Verfassung Deines Sohnes liegen, denn organisch wurde ja nichts festgestellt. Wart Ihr denn auch schon in einem Kontinenz-Zentrum für Jugendurologie? Dort wird fächerübergreifend miteinander gearbeitet, sowohl fachärztlich (Urologe/Neurourologe/Neurologe) als auch psychologisch.

Wie ist er denn mit dem Psychotherapeuten/-therapeutin klar gekommen? War es auch wirklich der Richtige? War Dein Sohn mit der Therapie einverstanden und ist freiwillig hingegangen, oder eher auf Druck von Seiten der Eltern? Konnte sich Dein Sohn dort auch öffnen und über alles reden, was ihn belastet? Ein gutes Vertrauensverhältnis ist das A und O! Gerade in der Pubertät will der Jugendliche meist nichts an Ratschlägen von den Eltern hören ... eine neutrale Vertrauensperson ist da immens wichtig. Vielleicht solltet ihr - das Einverständnis Deines Sohnes vorausgesetzt - einen erneuten Versuch starten und jemand anderen als Psychotherapeut suchen.
Sicher ist auch, dass das ständige Thematisieren dieses Knackpunktes den Betroffenen immer mehr in die Enge treibt und er dadurch aus dieser Spirale so nicht herauskommt. Er will es Dir/Euch Recht machen, kommt aber selber mit seinen Sorgen/Problemen damit und dadurch nicht klar und so beißt sich der Hund in den Schwanz ....

So schwer es für Dich/Euch als Eltern ist - lasst Euren Sohn mal zur Ruhe kommen.
Bietet ihm an, einen anderen Therapeuten seiner Wahl zu suchen und gebt ihm Zeit.

Sicher hast Du schon einen wasserdichten Matratzenschutz in Arbeit. Stell Deinem Sohn frei, wie er sich vorbeugend für die Nacht schützen will. Und dann lasst ihm einfach mal etwas Zeit und Ruhe. Er ist jetzt in einem Alter, in dem es ihm selber sicher sehr peinlich ist und er leidet gewiss mehr als Ihr darunter, dass er nachts einnässt.

Liebe Grüße,
Ano

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21 Jul 2017 08:29 #3 von Heike
Hallo Ano,

vielen Dank für deine vielen Zeilen. Ich werde sie beherzigen.

Liebe Grüße Heike

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23 Jul 2017 22:52 #4 von martinK
Liebe Heike

Ano hat eigentlich schon das Wichtige geschrieben, trotzdem schreibe ich als Betroffener ein paar Zeilen (vielleicht helfen sie Dir, Deinen Sohn besser zu verstehen).

Ich war als Kind selber Bettnässer und das Schlimmste für mich war die Konfrontation mit dem Problem, am liebsten wollte ich damit allein gelassen werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass es Deinem Sohn da nicht komplett anders geht und es ihn nervt, wenn er am Abend auf sein Trinkverhalten oder vor dem Schlafengehen auf den Toilettengang erinnert wird. Wie Du richtig schreibst ist das kein einfaches Thema....Mir hat am meisten geholfen, dass ich mich ab einem gewissen Alter (soweit ich mich erinnere war ich auch 15 Jahre alt) um den Austausch und die Reinigung der nassen Bettwäsche gekümmert habe (ist ja auch nicht so eine Sache, ausser man nässt jede Nacht ein). Das gab mir das Gefühl, dass niemand ausser mir unter dem Problem leiden muss. Dadurch wurde das Verhältnis in meiner Familie zu diesem Problem entspannter und auch meine Motivation grösser, eben am Abend doch auf's Trinken zu achten (genützt hat's dann leider nicht allzu viel...).

Herzliche Grüsse

Martin

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