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Betmiga 50mg

15 Jan 2023 12:43 #1 von Anna
Moin moin,
Hat jemand von euch Erfahrungen mit Betmiga? Ich nehme Betmiga jetzt seit knapp 8 Monaten und seit einer Woche hab ich wieder Beschwerden (ständiger drang ect). Es kommt mir so vor als würde die Wirkung einfach nachlassen
Hat jemand ähnliche Erfahrung gemacht?

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15 Jan 2023 16:15 #2 von Ciajaeg
Hallo Anna,

ich habe Betmiga drei Monate genommen, die Wirkung war sehr überschaubar. Da es sich negativ auf mein POTS ausgewirkt hat, habe ich es danach abgesetzt.

Während dieser Zeit war die Wirkung stabil.

Bis denn

Ciajaeg

Diagnosen: Neurogene Dysfunktion des unteren Harntraktes suprapontin, Terminale Detrusor-Überaktivität - Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination - Algurie - Diabetis-Insipidus-Centralis- chronische Harnretention -
Myalgische Enzephalomyelitis (ME-CFS) - (POTS) - Dysautonomie - Polyneuropathy

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15 Jan 2023 18:33 #3 von matti
Hallo Anna,

wie war es den in den acht Monaten? Hat das Medikament in dieser Zeit etwas verbessert?

Ich kann dir nur empfehlen dem Arzt eine Rückmeldung zu geben.
Bei einer verordneten Therapie die nicht oder nicht mehr anschlägt, sollte der Arzt die Therapie überprüfen und gegebenfalls verändern oder noch individueller anpassen.

Gruß
Matti

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15 Jan 2023 19:01 #4 von Anna
Ja ich war Symptom frei die 8 Monate und von einem Tag auf den anderen war’s wie vor den Tabletten..

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16 Jan 2023 14:05 #5 von Shaun
Hallo Anna,

ich nahm Bethmiga alleine und auch als Kombination mit einem Anticholinergikum ein.
Auch bei mit hat die Wirkung dann nach ca. einem Jahr nachgelassen.
Ich sollte dann eine Pause einlagen, und nach der Neueinnahme eines anderen Anticholinergikums
(ohne Bethmiga) hat dieses dann wieder gewirkt.
Eine Antwort darauf habe ich von den Ärzten nicht erhalten.

VG Shaun

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16 Jan 2023 15:41 - 16 Jan 2023 15:46 #6 von MichaelDah
Hallo Anna,

wenn das Medikament gewirkt hat, dann ist das ja schon mal gut. Allerdings ist bei den meisten Medikamenten dieser Gruppe die Langzeitwirkung nur wenig erforscht. Die verfügbaren Studien gehen i.d.R. nur über 3 oder 6 Monate (bei Betmiga 3 Monate). Das die Wirkung irgendwann nachlässt ist anzunehmen. Allerdings kann das versagen des Medikaments auch eine ganz simple Ursache wie z.B. eine Blasenentzündung haben.

Vielleicht kannst du ja mit deinem Arzt besprechen ob möglicher weise eine Entzündung vorliegt oder ob ein Wechsel sinnvoll ist. Trospiumchlorid (Spasmolyt) ist eigentlich das erste Mittel der Wahl (und auch das am meisten erforschte). Trospium hat übrigends auch den Vorteil, das es die Blut / Hirnschranke kaum durchbricht und dadurch potentiell langfristig weniger Schaden anrichten kann.

viele Grüße
Michael

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18 Jan 2023 19:20 #7 von Shaun
Hallo Michael,

warum ist davon auszugehen, dass die Medikamentenwirkung der Anticholinergika nachlässt?
(obwohl es bei auch so war, ohne Blasenentzündungen o.ä.)

Ich würde gerne noch ergänzen, dass es Trospiumchlorid auch als Retardmedikament gibt,
das dann Urivesc heißt (soll nur eine Info sein, keine Werbung).

VG Shaun

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19 Jan 2023 19:34 #8 von MichaelDah
Ich hoffe die Antwort erscheint jetzt nicht doppelt - irgendwie ist meine erste gerade verschwunden - wie auch immer…

@Shaun:

Warum die Wirkung nachlässt und ob sie das überhaupt tut ist unklar und meine Annahme basiert darauf was ich von anderen gehört habe und meinen Erfahrungen mit ähnlichen Medikamenten. Es gibt z.Z. meines Wissens nach keine Langzeitstudien die eine Wirksamkeit dieser Medikamentengruppe über größeren einen Zeitraum als 6 Monate belegen. Das bedeutet allerdings erstmal nicht das sie bei längerer Einnahme unwirksam werden.

Warum genau das offenbar mehreren bei dieser Medikamentengruppe passiert ist nicht ganz klar - denn am Medikament selber liegt es vermutlich nicht. Immerhin scheint dieser dieser Effekt bei Betablocker zur Blutdrucksenkung ja nicht aufzutreten.

Um die eine Idee für die Ursache zu bekommen, muss man sich ansehen wie die Wirkung der Betablocker auf die Blase eigentlich entsteht. Eine Hypothese besagt das die Betablocker möglicherweise an der falschen Stelle des Systems ansetzten. Es ist zwar schon vieles - aber leider auch noch nicht alles genau erforscht wenn es darum geht wie genau die Miktion eigentlich stattfindet und eingeleitet wird. Wenn man sich das ganze als einen Regelkreis vorstellt, dann gibt es zum einen Sensoren und aufsteigende Nervenbahnen die, die Impulse der Sensoren Richtung des Gehirns weiterleiten und absteigende Nervenbahnen die einen Befehl des Gehirns an die Muskeln weiter leiten. Das ist nur eine _sehr_ vereinfachte Darstellung denn dazwischen gibt es mehrere Umschaltpunkte und Brücken die eine Übertragung z.B. übersteuern können.

Die Betablocker wirken dämpfend auf die u.a. an der am Blasenmuskel befindlichen M3 Rezeptoren. Hier werden die vom Gehirn / Miktionszentrum kommenden Signale umgeschaltet führen dann zur Muskelkontraktion. Die o.G. Hypothese geht davon aus das ja das Gehirn / Miktionszentrum Vorgeschaltet ist und damit theoretisch beliebig gegensteuern kann. In der Folge sinkt die Effektivität der Dämpfung. Ob und wann das passiert ist unklar. Schlauer währe es dafür zu sorgen, das der Reiz (Drang) überhaupt nicht erst ausgelöst wird - denn die Betablocker dämpfen ja nur die Reaktion des Muskels - nicht den Reiz selbst. Damit wird der Drang zwar beherrschbarer weil die Blase nicht mehr so stark dagegen arbeiten kann, die Inkontinenzepisoden geringer und die Blasenkapazität größer aber das eigentliche Problem - nämlich der Grund für den Reiz ist nicht behoben. Man könnte natürlich überlegen die Dosis - und damit die Dämpfung auf die Blase zu erhöhen - das ist aber keine gute Idee, denn die M3 Rezeptoren befinden sich nicht nur an der Blase sondern auch am Herz, am Auge und im Gehirn und reagieren mit…

Leider lassen sich bislang die von der Blase aufsteigenden Nerven nicht selektiv dämpfen und es ist auch nicht wirklich klar wie _genau_ die Auswertung und Überbrückung des Gehirns durch das untere Miktionszentrum (bei einem Querschnitt) funktioniert und wie sich das chemisch beeinflussen lässt. Mit anderen Worten man hat ein paar Theorien aber leider keine echte Erkenntnis…

P.S.: Danke für den Hinweis mit den Retarad Tablette. Die haben natürlich den Vorteil, das die Wirkstoffabgabe erheblich gleichmäßiger erfolgt und dadurch auch das Nebenwirkungsprofil verbessert wird, weil dir Wirkstoffspitzen nicht so hoch sind. Es gibt allerdings auch einen Nachteil: Man kann die Tabletten nicht zerteilen und die genaue Dosierung ist dadurch schwieriger. Das ist wichtig wenn man das Medikament „Einschleichen“ will um die Nebenwirkungen zu dämpfen.

Zum Trospium kann ich aus eigener Erfahrung sagen (ich hab das „Eingeschlichen“), dass lange Zeit erstmal überhaupt nichts passiert ist und dann Wirkung- und Nebenwirkung gleichzeitig eingesetzt haben. Die Inkontinenzepisoden wurden zwar weniger aber dafür bekam ich Akkomodationsstörungen, die dazu führten das meine Nahsicht nicht mehr gut - dafür die Fernsicht umso besser funktionierte. Leider war bei mir die Wirkung nicht so gut das ich auf Hilfsmittel verzichten konnte. Wenn das der Fall gewesen währe, dann hätte ich mir sicher eine Lesebrille zugelegt… ;-)

VG
Michael

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19 Jan 2023 19:52 #9 von Shaun
Hallo Michael,
vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.
Zur fehlenden genauen Dosierung von Trospiumchlocrid/ Urivesc:
Ich habe es zum Einschleichen alle 2 Tage genommen, dann alle 1,5 Tage,
also z.B. Mo morgens, Die abends, Do morgens etc.
Ich habe damit die Erfahrung gemacht, dass die NW, bei mir hauptsächlich Übelkeit, geringer waren.

VG Shaun

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