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ISK Neuling

03 Jul 2023 16:49 #1 von johndo
Hallo ihr Lieben,

ich bin völlig neu hier, total unerfahren und im Moment etwas verunsichert und überfordert. Vielleicht könnt ihr mir helfen… ich bin 32, männlich und habe seit vielen Jahren Multiple Sklerose. Dadurch eine überaktive Blase mit imperativem Harndrang die mich sehr oft zur Toilette zwingt mit unterschiedlichen Entleerungsmengen. (Bisher nicht inkontinent)
Mein vorletzter Blasenultraschall ergab nur eine geringe Menge Restharn, bei der drei Monate darauffolgenden allerersten Urodynamik war die Blase noch halbvoll am Ende :/
Mein Urologe meinte daraufhin ich soll es doch mit dem ISK versuchen:(
Ich wollte eigentlich da unten „gebotoxt“ werden, weil ich damit gute Erfahrungen gemacht habe was die Häufigkeit meiner Toilettenbesuche anging.
Jetzt grüble ich ob ich einen Versuch mit dem ISK wagen soll oder nicht. Zumal es etwas ist, an das ich (noch) nicht denken wollte…dumme MS:/

Ich habe viel gelesen (Foren, Herstellerwebsites, Fachinfo, Leitlinie) und frage mich nun wie „sicher“ das ganze ist im Hinblick auf Harnwegsinfekte, Verletzungen und so. Bisher hatte ich noch nie mit HWI‘s Probleme gehabt.
Verletzt man sich damit leicht? Wie unangenehm ist das einführen/entfernen? Saugt sich da oft was fest? Kann man mit dem ISK jederzeit wieder aufhören oder gewöhnt sich die Blase daran?

Ich weiß das sind alles Fragen an den Urologen, nur hat die Klinik dafür bisher nicht wirklich die Zeit gehabt das in Ruhe mit mir zu besprechen, zumal eigentlich die Frage nach dem Botox im Raum stand.

Falls ihr einem verunsicherten Neuling weiterhelfen könntet, wäre ich euch sehr sehr dankbar:)

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05 Jul 2023 06:55 #2 von martinK
Hallo Johndo

Herzlich willkommen im Forum!

Ich leide auch an einer überaktiven Blase (leider ohne Kontrolle) mit Restharn, wobei dieser wie bei Dir schwankend ist. Ich würde dem Restharn bei der Urodynamikuntersuchung übrigens nicht überinterpretieren. Die Miktion erfolgt ja nicht natürlich, sondern wird provoziert. Es kann dann gut sein, dass sie deswegen nicht typisch verläuft, insbesondere, wenn eine Blasenentleerungsstörung vorliegt (aber auch, weil man dabei eine seltsame Sitzhaltung einnehmen muss; als Mann würde ich lieber stehen…). Ich hatte bereits zweimal einen kompletten Harnverhalt während der Untersuchung und konnte gar nicht entleeren, und das letzte Mal „drehte“ die Blase durch und entleerte sich nach mehreren ungehemmten Kontraktionen spontan. Eine regelmässige Ultraschallmessung nach dem Uroflow beim Arzt oder die Überprüfung des Restharns nach einer Miktion mittels ISK zu Hause ist ziemlich sicher aussagekräftiger.

Obwohl ich mit dem ISK selber nicht klar komme, finde ich es eine gute Sache und würde mich gerne täglich mindestens einmal katheterisieren. Der Vorgang ist einfach, wenn man keine mechanischen Einschränkungen hat, und ich habe auch keine Schmerzen oder Probleme damit. Leider kriege ich nach ein paar Tagen ISK hintereinander einen Harnweginfekt, was auf die Dauer nicht geht. Eine Reizung des unteren Harntrakts entsteht immer beim Einführen eine Katheters, dies lässt sich gar nicht vermeiden. Aber eigentlich sind die heutigen Katheter so designed, dass diese leichte Reizung keine Probleme verursachen sollte.

Bei Dir muss es allerdings nicht zu Infekten kommen; es gibt durchaus Leute, die ohne Harnweginfekt ISK durchführen, vielleicht schreibt sonst jemand hier, der/die mit dem ISK besser klarkommt als ich. Ich leide an einer Autoimmunkrankheit mit tiefen Immoglobulinwerten und vermute, dass mein Körper sehr anfällig auf bakterielle Infekte ist.

Absetzen kannst Du ISK problemlos. Ich führe es nun bei Bedarf 1-2 Mal in der Woche durch, z.B. bevor ich ins Fitness oder schwimmen gehe. Wenn Du über Botox nachdenkst, wird das vermutlich nicht ohne ISK gehen. Wichtig ist, dass Du von einer Fachperson ins ISK eingeführt und beraten wirst.

Herzliche Grüsse
Martin

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12 Jul 2023 14:46 #3 von iris-gabi
Hallo Johndo,

an deiner Stelle würde ich das mit dem ISK einfach mal testen, es kann ja problemlos wieder aufgehört werden.

Auch ich habe MS und eine Reizblase und Restharn.
Habe es erst mit Medikamenten versucht und dann mit ISK, leider gehörte ich zu den Personen, die ständig Harnwegsinfekte bekam.
Deswegen musste ich alle 2-3 Wochen Antibiotika nehmen.
Da dies nicht gut ist für das Immunsystem, was bei MS erkrankten eh schon aus dem Gleichgewicht ist, habe ich es noch mit der Blasenimpfung
probiert, was auch nicht half.
Zuletzt bin ich dann beim Blasenschrittmacher gelandet, womit ich nun halbwegs gut zurecht komme.

Lieber Gruß Iris

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13 Jul 2023 11:28 #4 von Ciajaeg
Hallo Johndo, willkommen im Forum,

ich habe nun das dritte Mal Botox erhalten und ich muss damit regelmäßig den ISK anwenden. Ich persönlich finde das nicht so wild, am Anfang ist es natürlich extrem ungewohnt. Blasenentzündungen hatte ich in den letzten drei Jahren deswegen nicht und ich bin dabei auch nicht sonderlich vorsichtig.

Mein wichtigster Tipp: Besorge dir so viele verschiedene Katheter zum Probieren wie möglich, verschiedene Hersteller, verschiedene Spitzen, flexible und starre und fange klein an, z.B. ch12 und arbeite dich dann, wenn nötig / möglich hoch. Die Unterschiede sind riesig und auch von deiner persönlichen Anatomie abhängig. Ich selber habe mir niemanden dafür nach Hause kommen lassen, sondern es mir selber angeeignet, mit einigen Anleitungen und Videos der Hersteller. Du kannst aber auch um Hilfe bitten, mir wurde dies vom Versorger direkt angeboten.

Seitdem ich den ISK durchführe, sind meine (urologischen) Arzttermine und Klinik-Aufenthalte angenehmer geworden, da ich nun grundsätzlich alle Katheter selber lege und ziehe, egal ob UDM, OP, Untersuchung oder was auch immer. Durch die Gewöhnung an ch16 Katheter ist auch die ambulante Botox-Behandlung überhaupt kein Problem mehr, das verwendete Gerät hat auch zumeist ch16, ich merke das praktisch nicht mehr.

Für mich ist die Verwendung eines Einmal-Katheters (aktuell) angenehmer, als normal zu urinieren, es geht schneller und tut weniger weh.
Das ist natürlich jetzt speziell bei mir der Fall.

Also, nur zu, ausprobieren, wenn mit der notwendigen Sorgfalt vorgegangen wird, kann eigentlich nichts passieren.

Ich empfehle dringend wasserbasierte Katheter für den Anfang, z.B. Hollister Vapro-Pocket (mein Favorit), oder einen vergelichbaren von Coloplast (Speedi), diese sind für die meisten am einfachsten, nimm zum Start eine Nelathon Spitze, keinen Tiemann.

Viel Erfolg!

Guido

Diagnosen: Neurogene Dysfunktion des unteren Harntraktes suprapontin, Terminale Detrusor-Überaktivität - Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination - Algurie - Polydipsie/Polyurie-Syndrom - chronische Harnretention -
Myalgische Enzephalomyelitis (ME-CFS) - (POTS) - Dysautonomie - Polyneuropathy
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