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Stuhlinkontinenz

21 Feb 2024 17:59 #1 von Sputzi
Guten Tag,
eigentlich hatte ich mich zu dem 1. Onlineforum angemeldet, hat aber leider nicht funktioniert :(
Ich bin weiblich und Ü65, seit geraumer Zeit habe ich immer mehr mit Stuhlinkontinenz zu kämpfen.
Rückblickend habe ich schon einen langen Leidensweg hinter mir aber im Moment schränkt mich die Stuhlinkontinenz in meiner Lebensqualität sehr ein und vielleicht kann ich ja den einen oder anderen Tipp hier im Forum erhalten.
Eine Darmspiegelung vor 9 Jahren war ohne Befund und ungefähr vor 6 Jahren bin ich bei einem Proktologen vorstellig geworden. Mein Problem bestand/besteht darin, dass der Stuhlgang im allgemeinen immer sehr dünn bis durchfallartig ist und ich oft 5-6 Mal am Tag die Toilette aufsuchen muss.
Bei dem Proktologen wurde ein Beckenboden-MRT gemacht und eine neurologische Untersuchung, das Ergebnis war (Descensus Rektums II°) und ich sollte mich einer OP unterziehen.
Ich habe keine OP durchführen lassen, weil die Erfolgsaussichten ja etwas kontrovers ausfallen.
Ich bin auch der Meinung das eine OP mein Problem nicht löst, weil mein Stuhlgang sehr weich und dünn ist. Ein zurückhalten des Stuhls ist also sehr schwierig.
Nun mein Problem: ich treibe sehr gern Sport.
Ich gehe gerne wandern, walken oder fahre Rad, nun ist es jedoch so, dass ich beim Walken max. 6km zurücklegen kann, dann benötige ich dringend eine Toilette. Ich trage auch immer Vorlagen, natürlich halten diese nicht allzuviel ab.
Beim Radfahren ist es ähnlich. Auslöser hierfür ist auch immer ein gewisser Harndrang und wenn ich den versuche zurückzuhalten dauert es nicht lange und der Darm meldet sich. Ich nehme jetzt seit ca. einem halben Jahr täglich Flohsamen und so hat sich die Stuhlkonsistenz etwas gebessert.
Was mir offensichtlich nicht bekommt sind Joghurt (auch Laktosefrei) und generell Milchprodukte.
Meine Frage: hat jemand Erfahrung mit Lopedium gesammelt und wie oft sollte ich die Tabletten nehmen um nicht an Verstopfung zu leiden. Gibt es vielleicht noch andere Tipps ...

Ich wünsche noch eine schöne Restwoche
Elke

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22 Feb 2024 07:54 #2 von martinK
Hallo Elke

Herzlich willkommen. Meine Proktologin hat mir empfohlen, Lopedium gezielt einzusetzen, wenn ich bei dünnem Stuhl Verlust befürchte. Wenn ich am morgen nicht richtig Stuhl lassen kann oder der Stuhl dann schon dünn ist, und ich am gleichen Tag zum Beispiel eine längere Wanderung unternehme, nehme ich es ein. Bei mir hat das geholfen.

Dauernd würde ich das aber nur nach medizinischer Konsultation einnehmen. Hast Du denn schon abklären lassen, weshalb die Stuhlkonsistenz bei Dir so schlecht ist? Meiner Meinung nach müsste man dort ansetzen,
um Deine Stuhlproblematik zu verbessern.

Herzliche Grüsse
Martin

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22 Feb 2024 08:13 #3 von matti
Hallo,

es tut mir leid zu hören, dass du Probleme mit dem Harndrang und dem Darm hast. Es ist gut zu hören, dass dir die Einnahme von Flohsamen etwas geholfen hat, deine Stuhlkonsistenz zu verbessern. Es klingt wirklich unangenehm, dass Milchprodukte dir offensichtlich nicht bekommen. Ein Ansatz könnte neben dem Verzicht dieser Produkte eine Unverträglichkeit zu prüfen und generell einmal eine Ernährungsbereatung wahrzunehmen.

Descensus bzw. Prolaps des weiblichen Genitals oder Darms verschwinden nicht von selbst und werden sich im Laufe der Jahre eher verschlechtern. Du solltest dies auf jeden Fall nicht ignorieren.
Um einen Descensus (Absenkung) der Beckenorgane vorzubeugen bzw. zu lindern, ist es wichtig, den Beckenboden zu stärken. Es ist wichtig, regelmäßig zu üben, um die Kraft und Ausdauer des Beckenbodens zu verbessern.

Zu deiner Frage bezüglich Lopedium kann ich dir sagen, dass es sich um ein Medikament handelt, das zur Behandlung von akutem Durchfall eingesetzt wird. Es enthält den Wirkstoff Loperamid, der die Bewegungen des Darms verlangsamt und somit die Häufigkeit von Durchfällen reduziert. Wenn du es einnehmen möchtest, um deine Probleme beim Wandern und Radfahren zu lindern, solltest du dich unbedingt an die Dosierungsempfehlung auf der Packungsbeilage halten. Generell wird empfohlen, Lopedium nur bei akutem Durchfall einzunehmen und nicht über einen längeren Zeitraum.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Lopedium auch Verstopfung als Nebenwirkung haben kann. Daher solltest du vorsichtig sein und die Tabletten nur dann einnehmen, wenn du wirklich akuten Durchfall hast.


Viele Grüße und alles Gute!

Matti

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22 Feb 2024 10:24 #4 von MichaelDah
Hallo Elke,

ich habe ähnliche Probleme und konnte wenigstens die Stuhlkontinenz mit einer anderen Ernährung deutlich verbessern. Auch auf die Gefahr hin das du das alles schon weißt kann ich ja mal kurz ausspeichern was bei mir geholfen hat. Grundsätzlich kannst du die Konsistenz des Stuhls recht gut über Ballaststoffe steuern. Wichtig ist dabei welche du wann zu dir nimmst. Um einen festeren Stuhl zu bekommen sollte man die „groberen“ Ballststoffe die z.B. in Flohsamenschalen aber auch Vollkorn Produkte enthalten sind abends essen. Morgens und tagsüber sollte man sie eher vermeiden und statt dessen „weichere“ Ballaststoffe nehmen - die befinden sich vorrangig in Gemüse. Für mich hat das bedeutet solche Sachen wie Vollkorn Nudeln, Cerealien, Vollkornbrot u.s.w. insbesondere morgens und Mittags weg zu lassen und die Flohsamenschalen abends vor dem schlafengehen zu nehmen und tagsüber deutlich mehr Gemüse zu Essen.

Außerdem ist regelmäßiges ausreichendes Trinken sehr wichtig. Wenn du zu wenig und unregelmäßig trinkst gibt es nicht nur mehr Probleme mit der Blase sondern auch mit dem Stuhl. Es können sich dann harte klumpen bilden die der Darm wieder loswerden will - dazu versucht er die Flüssigkeitsreserven dazu verwendet der Stuhl zu verdünnen was dann zu dem Problem von Durchfall führt.

Außerdem würde ich - wenn noch nicht geschehen - mal testen lassen ob eine Laktose Intoleranz besteht. Das kann man (je nach dem was der Grund dafür ist) manchmal behandeln - b.z.w. wenn man doch mal etwas falsches gegessen hat das Problem mit Laktose-Tabletten begrenzen.

Bei dem Thema Rektum Prolaps kann ich verstehen, das du nicht gleich operieren lassen willst - andererseits wird das Problem durch nicht Behandlung auch nicht unbedingt besser. Ob man mit Beckenbodentraining noch eine Verbesserung erreichen kann müsste der Arzt sagen. Sonst ist es halt sehr wichtig das ggf. keine harten Stuhlklumpen entstehen aber die kann man durch richtig Ernährung und richtiges trinken oft vermeiden.

Viele Grüße
Michael
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22 Feb 2024 12:05 #5 von Sputzi
Guten Tag,

danke für eure Antworten. Danke auch an dich Michael für den Hinweis den Flohsamen Abends einzunehmen. Ich habe den Flohsamen immer nach dem Frühstück getrunken und hatte manchmal den Verdacht es hilft nicht, insbesondere wenn ich anschließend eine kleine Runde walken ging. Ja, über die
Ernährung habe ich auch schon nachgedacht und werde deine Vorschläge ausprobieren.
Vielen Dank noch mal an alle, es hat einfach gutgetan und gut zu wissen, ich bin nicht allein mit der Problematik.

Heute ist ja bekanntlich der kleine Freitag ... also schon mal schönes Wochenende euch allen :)
Elke

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27 Feb 2024 14:03 #6 von Vio
Hallo Matti,
sowohl mein Hausarzt als auch mein Proktologe hatten keiner lei Bedenken, Loperamid täglich auch über einen längeren Zeitraum einzunehmen. Ich nehme jeden Morgen eine Tablette und komme so gut durch den Tag. Ich gehe maximal 2x täglich auf Toilette und habe einen normalen Stuhlgang.
LG Vio

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28 Feb 2024 20:34 #7 von Phöbe
Hallo Elke,
es tut mir leid, dass es Dir auch nicht gut geht, wie leider so vielen hier im Forum.
Da ich auch unter Stuhlinkontinenz und Stuhlschmieren leide, hat mir mein Proktologe auch Loperamid empfohlen und von einer dauerhaften Einnahme gesprochen. Allerdings empfahl er mir, mir Loperamid-Tropfen zu besorgen, da man diese besser dosieren kann. Er meinte, die Tabletten seien vielleicht zu hoch dosiert. Da ich aber auch bei festem Stuhl inkontinent bin und das Loperamid bei mir Müdigkeit und Kopfschmerzen verursacht hatte, machte es keinen Sinn. Aber wenn es Dir etwas bringt, und der Arzt kein Problem mit einer dauerhaften Einnahme sieht, warum solltest Du Dir dann nicht damit helfen?

Meine Ernährungsberaterin sagte mir, dass es neben Laktoseintoleranz sehr häufig auch eine Kaseinintoleranz gibt. Dann nutzen Laktasetabletten nämlich nichts und es hilft nur, auf Milchprodukte zu verzichten.

Bei häufigem Durchfall solltest Du evt auch mal eine Untersuchung auf Histaminintoleranz oder Fruktoseintoleranz machen. Hätte ich nicht selber darauf bestanden, die Intoleranzen testen zu lassen, wäre bis heute nichts passiert. Bei mir wurde eine Histaminintoleranz festgestellt, und wenn ich mich konsequent daran halte, ist die Stuhlinkontinenz besser, aber leider nicht weg. Allerdings ist der Stuhl mit histaminarmer Ernährung nicht mehr so aggressiv und ich bin nicht mehr so wund wie vorher.

Das Problem ist, dass manchmal, wie bei mir, gar keine wirkliche Ursache für die Inkontinenz gefunden wird. Bei mir hieß es, dass die Ursache eine Rektozele und ein Mastdarmvorfall seien. Das wurde operiert, mit dem Erfolg, dass die Inkontinenz schlimmer wurde.

Dir wünsche ich alles Gute und viel Erfolg!

Viele Grüße

Phöbe

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