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05 Feb 2020 20:22 #1 von Hans-Fred
Hallo, bin neu im Forum. Hatte vor ca.5 Wochen eine Prostata-Aushobelung. Anfangs lief nach der Kathederentfernung so gut wie nichts. Ich musste richtig drücken zum Wasserlassen. Wahrscheinlich war der Bereich um die Harnröhre durch die OP noch zu sehr geschwollen. Nach einiger Zeit lief es leichter, aber nun ist ein neues Problem aufgetreten. Ich verliere nachts unkontrolliert Urin. Habe mir Einlagen für die Unterhose zugelegt, und eine Einlage auf die Matratze gelegt. Nach googeln des Problems begann ich mit Beckenbodentraining. Ich konnte den Urinabgang nun zeitlich etwas eingegrenzen. Also bis 4:00h ist die Einlage relativ trocken. ( Ich entleere dann die Blase )Zwischen 4:00h und 6:00 geht dann im Schlaf eine größere Menge Urin ab. Was könnte der Grund sein? Kennt jemand das Problem und kann Tipps zur Abhilfe geben. Welche Medikamente helfen? ( Oder bin ich einfachzu ungeduldig ? )

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05 Feb 2020 23:28 #2 von herirein
Hallo und willkommen im Forum der Inkontinenz Selbsthilfe e.V.,

wenn Du schreibst, dass Du eine Aushobelung der Prostata gehabt hast, wird das wohl mit der klassischen, chirurgischen Methode erfolgt sein und nicht mit Greenlightlaser. Die daraus entstehenden Probleme sind bei beiden Verfahren aber gleich.

Bei dieser OP wird ein Teil des Harnblasen-Schließmuskels abgetragen, der normal die Aufgabe hat, bis zu einem individuellen Blasendruck das Auslaufen der Blase zu verhindern, aber auch bei der Ejakulation die Blase nach innen zu verschließen, damit das Ejakulat über die Harnröhre ausgeworfen werden kann.

Bei Dir passiert nun folgendes. Sobald durch die Füllmenge ein bestimmter Druck in der Blase aufgebaut ist, kann der Blasenschließmuskel den Urin nicht mehr halten und Du bist zur Zeit nicht in der Lage, diesen Zustand zu ändern. Jetzt kommt das sogenannte Beckenbodentraining ins Spiel, weil der Mann einen ausgeprägten Schließmuskel im Austrittsbereich der Harnröhre, durch den Beckenboden hat. Leider ist dieser omegaförmige Muskel beim Mann relativ untrainiert und wird bestenfalls mal zur Unterbrechung des Harnstrahls genutzt.

Du selbst kannst die Funktion dieses unteren Schließmuskels ertasten und dabei auch feststellen, wie anstrengend es im Moment noch ist, den Harnröhrenschließmuskel für längere Zeit angespannt zu lassen.

Ertasten: Zwischen Hodensack und Anus verläuft die nach außen führende Harnröhre, die mit der Hand zu ertasten ist. Wenn Du jetzt den Muskel anspannst als würdest Du den Harnstrahl unterbrechen wollen, lässt sich die Energie des Harnröhrenschließmuskels erspüren.

Durch Beckenboden Übungen und gezieltem Training dieses omegaförmigen Muskels, lässt sich diese Inkontinenz fast vollständig, abgesehen von ein paar Tröpfchen nach träufeln, beheben. Eine kostenlose Anleitung für ein solches Training findest Du im Blauen Ratgeber Nr. 17 ab Seite 106

Die ersten Trainingsanleitungen solltest Du aber von einem Physiotherapeuten erhalten, die Dir Dein Urologe gerne verordnet.

Also, fleißig üben,
herzliche Grüße
Heribert

Menschen sind wie Engel mit nur einem Flügel,
um fliegen zu können müssen wir uns umarmen
(Luciano de Crescenzo)

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06 Feb 2020 06:57 #3 von Hans-Fred
Danke für deine schnelle Antwort. Das beruhigt mich einigermaßen. Wie gesagt, vielleicht bin ich auch zu ungeduldig, da die OP ja erst 5 Wochen her ist. Habe mit dem Beckenbodentraining lt. Lehrbuch angefangen, aber noch keine Verbesserung festgstellt. Tagsüber habe ich auch nur kleine Harnabgänge, zum Beispiel wenn ich vom Sitzen aufstehe, oder aus dem Auto aussteige. Dafür habe ich mir die kleinen TENA-Slipeinlagen eingelegt. Aber nachts zwischen 4:00h und 6:00h "schwimme" ich förmlich im Bett weg. Habe schon an Medikamente gedacht - muss jedoch vorsichtig sein, da ich eine begleitende Chemotherapie mache. Ich weiß nicht ob da Medikamente kontraproduktiv sind... Gruß Hans-Fred

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06 Feb 2020 12:40 #4 von herirein
Hallo Hans-Fred,

5 Wochen nach der TURP, kannst Du noch keine Wunder erwarten. Das Beckenbodentraining (der bessere Ausdruck ist Harnröhrenschließmuskel-Training) wird ganz sicher mehrere Monate erforderlich sein. Je nach Körperfülle kann es erforderlich sein, diese Übungen lebenslang durchzuführen um sog. Unfälle auch künftig zu verhindern.

Gegen das nächtliche Einnässen, kann das Stellen der Uhr anfangs sinnvoll sein, damit sich das Signal einer gefüllten Blase auch des Nachts ins Bewusstsein brennt. - Ich habe mir sogar eine Urinflasche mit Halterung ans Bett gehängt, um mir den Weg zur Toilette zu ersparen.

Du brauchst also viel Geduld, bis der Körper sich auf die neue Situation eingestellt hat. Es wird auch in Zukunft nichts mehr so sein, wie Du es als gesunder Mensch in Erinnerung hast. Eine neue Routine muss sich erst entwickeln was Dich fordert, ständig am Ball zu bleiben die Übungen konsequent durchzuführen.

Alles Gute und viel Erfolg
Heribert

TURP= Trans Urethrale Resektion der Prostata

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(Luciano de Crescenzo)

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06 Feb 2020 12:50 #5 von Ayk
Dem gibt es eigentlich nicht viel zuzufügen, aber an deiner Stelle würde ich mal einen Urologen konsultieren und um eine Verordnung für entsprechende Therapien bzw. Beckenbodentraining bitten.
Aus eigener Erfahrung muss ich sagen, daß man diesbezüglich so einiges falsch machen kann und erst mal fachliche Anleitung braucht.
Und beim Thema Inkontinenz nach operativen Eingriffen, tickt immer die Uhr, je eher du beginnst, desto besser die Erfolgsaussichten.
Viel Erfolg und alles Gute
Gruß Ayk

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