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Moin Moin + wichtige Frage

11 Sep 2010 23:56 #1 von JohnLennon
Hallo liebe Community,

ich lese hier schon einige Zeit und hab mich nun endlich angemeldet.
Ich heiße Daniel bin 20 und komme aus einem kleinen Städtchen in NRW.
Ich selber habe von Geburt an eine Harninkontinenz und komme damit mehr oder weniger gut klar.
Die ersten 15 Jahre hat es mich sehr belastet aber mittlerweile hab ich mich damit abgefunden und gelernt damit zu leben.

Nun aber zu meinem Problem.
Ich hatte bis jetzt noch keine richtig Freundin, da ich angst hatte, dass sich mein Problem rumsprechen würde und es mir einfach extrem peinlich war.
So nun habe ich aber vor 2 wochen eine Frau kennen gelernt, sie ist wirklich ein wundervoller Mensch und ich denke ich habe mich sehr in sie verliebt.
Okay das hier ist nicht das Dr. Sommer Forum :D aber ich möchte einfach mal wissen, wann es der beste Zeitpunkt wäre ihr von meinem Problem zu erzählen.
Ich möchte ihr das eigentlich nicht zu lange vorenthalten aber sie auch nicht verlieren. Zwar würde ich sie so einschätzen, dass sie damit klar kommen würde aber es bleibt halt die angst sie zu verlieren.
Dazu möchte ich es ihr auch nicht beim ersten zusammen Schlafen erzählen müssen, da gibts wohl andere Themen über die man reden sollte..

Mfg

John lennon :D

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12 Sep 2010 11:17 #2 von webbi
Hallo John,

der beste Zeitpunkt, deine Krankheit mitzuteilen, ist kurz gesagt: sofort! Reagiert sie ablehnend oder etwa sogar beleidigend, dann lasse sie fahren. Verschwende deine Liebe nicht auf Frauen, die nicht auf deine Persönlichkeit eingehen wollen. Die Richtige findet sich schon noch. Du hast keinen Grund, dein Selbstbewusstsein unter den Scheffel zu stellen.

Alles Gute
webbi

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12 Sep 2010 12:09 #3 von eckhard11 ✝
Hm,

es bedeutet schon einen erheblichen Unterschied, ob eine Partnerschaft bereits seit einiger Zeit gewachsen ist, wenn eine der beiden Personen inko und dies dann entsprechend toleriert wird, oder ob es sich um eine beginnende Partnerschaft handelt.

Es ist nun einmal so, dass sowohl junge Frauen als auch junge Männer "gesunde" Partner bevorzugen, nicht nur bei einem sexuellen Kontakt, sondern - verständlicherweise - auch bei der eventuell nachfolgenden Familienplanung.

Daher bin auch ich der Meinung, dass Du die Partnerin sofort auf Dein Handicap aufmerksam machen solltest.
So ersparst Du Dir mögliche Enttäuschungen, aber ganz besonders sparst Du Kraft und Energie, welche Du beim Verbergen der Behinderung aufbringen musst.
Derartiges bleibt psychisch immer im Fell hängen.
Erspar Dir das und sage sofort die Wahrheit.

Gruß
Eck :sleep: hard

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12 Sep 2010 14:20 #4 von JohnLennon
Ja ihr habt schon recht, das Problem ist halt, wir passen wirklich gut zusammen, sie ist wirklich ein verdammt guter Mensch.
Es klingt zwar scheisse aber ich stell mir das so vor, wenn ich es ihr jetzt in dem frühen Stadium erzähle, könnte sie noch "abhaun"... Erzähle ich es ihr so spät wie möglich, hat sich eine große liebe entwickelt und die Krankheit wird vllt. ein Problem sein aber die Liebe würde es zur Nebensache machen...
Ich persl. würde es auch scheisse finden, wenn meine Freundin mir sowas erst so spät erzählen würde aber mit Liebe sollte sowas doch klappen.
Naja und für mich persl. wäre es genauso schlimm würde ich sie jetzt verlieren oder später... Ich glaube aber fest dran, dass sie damit klar kommt.... Oh man das ist echt ne scheiss Situation...
Eine Idee wäre es auch ihr das bei unserem 3. Date zu erzählen, das wird nächste Woche sein hab mir schon überlegt erstmal gemütlich mit ihr essen zu gehen und ihr dannach bei einem Spatziergang alles zu erklären, sollte sie kritisch reagieren, würde ich gehen und ihr Zeit zum nachdenken geben.

Edit: Achja ich bin "nur" nächtlich Inko, ist wohl eine nicht außer acht zu lassende Info.

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13 Sep 2010 17:01 #5 von webbi
Na tja, John,

das nächtliche Einnässen ist ja wohl in einer solchen Partnerbeziehung das entscheidenste. Tags könntest du die Inko ja noch verbergen. - Also: bei beiderseitiger Zuneigung dürfte es kein Problem sein, die Sprache so schnell wie möglich auf deine Schwäche zu bringen. Schwächen hat schließlich jede(r).

Nur zu! Wer dich nicht so akzeptiert wie du bist, bietet keine Gewähr für ein vernünftiges und harmonisches Zusammenleben.

Im übrigen versäume nicht, über dein Problem mit einem Arzt, am besten mit einem Urologen, der meist auch Androloge ist,
zu sprechen. Er kann dir vielleicht auch bei deiner Offenbarung der partnerin gegenüber psychologischen Rat geben.

MfG
webbi

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13 Sep 2010 17:18 #6 von Sebald
Also ich möchte mich dem "Hm" von Eckhard anschließen.

Richtig ist, daß das Verbergen einer Inkontinenz ganz erhebliche Organisation und deshalb Verzicht bedeuten kann. Bevor man das eingeht, ist es wirklich besser, es der nahe stehenden Person mitzuteilen. Nur: Dafür muß diese Person erstmal nahe stehen! Und da finde ich die Taktik 'Also-was-Du-jetzt-unbedingt-noch-von -mir-wissen-solltest', vielleicht doch ein bißchen abrupt.

Wenn wir von der Inkontinenz als einer Krankheit reden, dann muß das Reden darüber auch in diesem Vergleich erfolgen. Will sagen: Mein Krankengeschichte teil ich ja auch nicht 'sofort' mit. Sondern eben bei Bedarf, also bei Verzicht auf bestimmtes Essen etwa. Wenn man sich intensiver kennt, dann bettet sich diese Mitteilung auch stärker in das bereits vorhandene 'Gesamtbild' ein - und sticht weniger heraus.

In Deinem Fall bist Du ja nicht tagsüber betroffen. Ich glaube, ich würde da schon ein bißchen zuwarten und erst darüber reden, wenn sich die gemeinsame Übernachtung anbahnt.

Schönste Grüße,
Sebald

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13 Sep 2010 20:25 #7 von eckhard11 ✝
Aber genau das finde ich falsch, Sebald.

Folgende Situation :
Er hat sich wirklich bemüht, beide kommen sich nach einigen Wochen/Monaten näher und eines Tages fragt er :
“Sag mal, Schatz, ich würde gern - mit Dir - ein richtig schönes Wellness-Wochenende verbringen.
Würdest Du mich begleiten ?”
“Au ja, so ein Wochenende wäre schön. Ich werde gern mit Dir fahren, egal, wass passiert”, also einen eindeutige Zusage zu einem sexuellen Beisammensein.

Dann sagt er, ( oder sogar erst im Hotel ) :
“Schatzi, ich muss Dir etwas beichten. Ich bin nachts inkontinent. Wundere Dich also bitte nicht, wenn ich vor dem Einschlafen eine Windel/ein Kondom-Urinal anlege.”

“Überhaupt kein Problem, mein Liebling, ich habe es gern, wenn mir nachts jemand das Bein runterpinkelt. Das ist so schön warm.
Weisst Du übrigens, wie Du ganz schnell 400,00 Euro sparen kannst ?”
“Nein, wie denn ?”
“Bestell einfach das Hotel ab. Eine Rücktrittsversicherung hast Du ja hoffentlich abgeschlossen.
Da fällt mir gerade ein, ich habe ja eine Verabredung. ich rufe Dich später an.” Und weg isse.

Ein halbes Jahr in den Sand gesetzt, die Möglichkeiten, andere Frauen kennen zu lernen, verpasst.
Und einen seelischen Knacks geholt.

Nee, nee, dann lieber ein - kurzfristiges - Ende mit Schrecken....

Gruß
Eck :sleep: hard

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14 Sep 2010 08:16 #8 von Sebald
Nochmals "hmm", Eckhard!

Das ist nämlich ein recht krasses Beispiel. Und ich denke, so läuft es in einer Beziehung auch nicht ab. Weil: Zwischen der Ankündigung 'Ich bin inkontinent' und der rüden Absage 'Nö, da kann ich mir eine Beziehung so garnicht vorstellen' gib's ja noch diverse Möglichkeiten, zu erläutern, sich mitzuteilen, die Krankheitsgescichte dann eben doch zu erzählen. Schließlich kennt man sich ja schon etwas.

Ich bleibe dabei: Aus (für den anderen) heiterem Himmel plötzlich über Inkontinenz zu reden, finde ich persönlich beim zweiten oder dritten Treffen irgendwie unpassend. Sowas kann man wirklich machen, wenn sich eine Situation anbahnt, in der die Inko eine Rolle spielen könnte. Dann sollte die Sache natürlich vorab eröffnet werden - und nicht im letzten Moment.

Von monatelang vergeudeter Energie zu sprechen, finde ich allzu technisch gedacht. Sorry! Im übrigen: Sollte es zu einer solchen Abfuhr kommen, dann weiß unsere Kandidat zweierlei: a) daß war vielleicht doch nicht die Passende; b) wir hatten aber eine gute Zeit und als Person wurde ich anerkannt - wenn man zu früh mit der Erkrankung kommt und eine Abfuhr kriegt, kann man als 'Betroffener' ja garnicht wissen, lag es an mir, oder an der Inko? Diese Ungewissheit kann auch nagen...

Schönste Grüße,
Sebald

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14 Sep 2010 09:58 #9 von eckhard11 ✝
Ich denke, dies ist wieder einmal eine Sache wie bei der Katze, die sich in den Schwanz beißt.....

Man(n) muss halt den richtigen Moment abpassen, Frau natürlich genauso.
Nur meine ich, je eher dieser Moment, desto besser.

Ich sehe auch eine Inko nicht als "Krankheit" an, sondern als eine Behinderung, ( was sie ja wohl auch ist )
Sie ist ja "nur" die Folge einer anderen Erkrankung, welche es zu ermitteln und zu bekämpfen gilt.

Aber ich habe gut reden.
Ich schlafe, wegen meines etwas lauteren Atmens, schon seit weit über dreissig Jahren getrennt.
Da stört es niemanden, wenn ich seit 7 Jahren ein Kondom überrolle, hi, hi.
( Meine nächtliche Inko ist nämlich nicht mehr zu heilen. )

Allerdings ist die Sache auch etwas teurer, da ich auswärts immer zwei Einzelzimmer - möglichst mit Verbindungstür - buche, wenn ich mit Partnerin unterwegs bin.
Und natürlich darf ich in deren Bett nicht einschlafen.
Aber ich sage grundsätzlich sofort, was mit mir nicht stimmt.
Entweder sie akzeptiert es oder ich fahre allein.

Ich persönlich würde übrigens ein lautes Schnarchen viel, viel ätzender empfinden als eine Inko bei der Partnerin.
Und wie viele Paare sind regelrecht gezwungen, sich dies jede verdammte Nacht anzutun.....
Was ist dagegen schon ein bisschen pieseln ?

Gruß
Eck :sleep: hard

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14 Sep 2010 10:05 #10 von matti
Hallo,

ich bin der Meinung das es zu keinem Zeitpunkt eine Garantie dafür gibt, ob der Partner mit Krankheit und/oder Behinderung umgehen kann und vor allem die begleitenden Umstände akzeptiert. Dies ist in einer aufkeimenden Beziehung ebebnso möglich wie in einer jahrelang bestehenden.

Einen großen Unterschied dürfte es allerdings ausmachen, ob der Betroffene Wochen, Monate oder gar Jahrelang (und dies kann man hier in diesem Forum nachlesen) seinem Partner etwas vormacht und dadurch unendlich viel Energie verschwendet.

Ich könnte zu keinen Zeitpunkt meinen Kopf völlig frei bekommen, wenn mir "mein Geheimniss" ständig im "Nacken" sitzen würde. Gerade dann wenn ich mit meiner "Auserwählten" zusammen wäre, würde ich mich nicht so geben können wie ich wirklich bin.

Mäuse mit Speck zu fangen mag im Tierreich funktionieren, was danach kommt dürfte allseits bekannt sein. Deshalb macht es für mich keinen Sinn, einem Partner etwas zu verheimlichen oder vorzuspielen was nicht den Tatsachen entspricht. Sicher besteht keine Notwendigkeit jeder "Discobekanntschaft" direkt reinen Wein einzuschencken. Allerdings merkt man ja irgendwann einmal auf was so eine Bekanntschaft hinausläuft. Wenn sich beide Partner einig sind, sich füreinander entscheiden (in der Schule haben wir Zettel geschrieben mit: Willst du mit mir gehen?) spätestens dann sollte man mit der Wahrheit rausrücken.

Liebe basiert für mich zum allergrößten Teil auf Vertrauen. Ein denkbar schlechter Start für eine Beziehung wenn dieses schon am Anfang fehlt bzw. hintergangen wird.

Ich wollte in keiner Partnerschaft leben, in der mit meine Partnerin ein solches Problem lange Zeit verschwiegen hat, den diese Partnerschaft gehört dann einmal völlig auf den Prüfstand.

Gruss

Matti

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