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Blasenschliessmuskeltest während ISK

19 Mai 2020 17:28 #1 von martinK
Hallo zusammen

Ich führe seit längerem einen Beckenbodenphysiotherapie durch, in der Hoffnung, dass ich irgendwann meinen Blasenschliessmuskel besser kontrollieren kann (Anspannen - Entspannen). Da ich grosse Mühe damit habe, den Blasenschliessmuskel direkt anzusteuern (bei mir bewegt sich dann immer der ganze Beckenboden oder zumindest der ganze Dammbereich), ist mir nicht klar, wieweit mein Blasenschliessmuskel überhaupt funktionsfähig ist (ich kann den Urinfluss nicht bewusst unterbrechen, andererseits verläuft meine Blasenentleerung auch nicht in einem Fluss, sondern stets in mehreren Unterbrüchen).

Ich bin nun auf die Idee gekommen, dass ich versuche, während der Selbstkatheterisierung (ISK) den Schliessmuskel anzuspannen und zu entspannen; dann müsste ich ja eigentlich vom eingeführten Katheter einen Gegendruck spüren (bzw. der Gegendruck müsste beim Entspannen abnehmen). Leider habe ich nichts gespürt. Hat das sonst jemand ausprobiert und was denkt Ihr dazu? Ich werde das mit meiner Ärztin und Physiotherapeutin besprechen, würde aber Geren auch Eure Meinung dazu lesen.

Herzliche Grüsse
Martin

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19 Mai 2020 17:39 - 19 Mai 2020 17:41 #2 von matti
Hallo Martin,

ließ dir doch mal unseren Artikel zum Biofeedbacktraining auf unserer Homepage durch.

www.inkontinenz-selbsthilfe.com/konservative-therapie (2. Artikel - Biofeedback).
Ich könnte mir vorstellen, das dies eine gute Möglichkeit wäre ein Gespür zu erhalten. Zudem lässt sich objektiv prüfen, ob du richtig anspannst und entspannst.

Ich glaube nicht, dass ein Anspannen und Entspannen wärend des Katheterns zum gewünschten Erfolg führen würde.

Liebe Grüße
Matti

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19 Mai 2020 17:53 #3 von Jens Schriever
Hallo Martin

Das während des Kathetern den Schließmuskel anzuspannen kann ich mir nicht vorstellen. Eigentlich sollte man ja zum Kathetern entspannt sein um den Vorgang zu erleichtern. Ich weiß auch nicht ob dass so eine gute Idee ist bespreche das doch mit deinen Urologen. Ich denke ein Biofeedbacktraining würde Dir da sehr helfen. Das Gerät und die Einweisung kann Dir dein Urologe Verordnen. Ich wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg dabei.

Gruß Jens

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19 Mai 2020 23:16 - 19 Mai 2020 23:35 #4 von martinK
Lieber Jens, lieber Matti

Vielen Dank für Eure schnellen Antworten! Vielleicht hätte ich etwas mehr über meine Situation schreiben sollen:

Ich kenne das Biofeedbacktraining und wende es in meiner Physiotherapie an. Es hilft mir zu verstehen, wie mein Beckenboden funktioniert, hat aber auch seine Tücken, zumal die Sensoren nicht nahe genug am Blasenschliessmuskel platziert sind, um die Aktivität dieser Muskelpartie des Beckenbodens unabhängig vom Rest des Beckenbodens wiederzugeben. In meiner Physiotherapie führe ich im Rahmen des Biofeedbacktrainings vorgegebene Trainingsprogramme für den Beckenboden durch, und es gibt kein Programm, in welchem ich nicht zumindest passabel abschneide. Dennoch habe ich Probleme mit der Kontrolle meines Blasenschliessmuskels, kann das Urinieren nur selten auslösen und bin inkontinent. Dies stellt mich und meine Physiotherapeutin vor Fragezeichen...

Das heisst nicht, dass das Training schlecht ist, nur bin ich möglicherweise ein Spezialfall: Wie ich bereits in diesem Forum geschrieben habe, war ich als Kind bereits inkontinent, habe dann eine mehr oder weniger kontinente Phase erlebt, bis ich vor einige Jahren wieder inkontinent wurde. Wenn ich mein Urinierverhalten mit den mir heute bekannten 'Normen' vergleiche, kann ich mich nicht daran erinnern, diese jemals 'erfüllt' zu haben. Seit ich mich erinnere, war meine Miktion immer etwas gepresst, meine Blase war stets überaktiv, und der Unterschied in der Anspannung im Anus und im Blasenschliessmuskel ist mir fremd (d.h. für mich war alles im Unterleib von einem Muskel gesteuert). Vermutlich liefen bei mir mehr als 100'000 Miktionen 'falsch' ab, ich habe mir demnach nicht nur ein komplett falsches Verhaltensmuster eingeprägt, sondern habe auch kein Gefühl dafür, wie es richtig gehen sollte....

Wenn ich mir meine heutige Situation anschaue, gibt es den folgenden Widerspruch: Ich habe Mühe, den Urinierprozess auszulösen (und falls er in Gang ist, zu hemmen). Dies deutet auf einen verspannten Blasenschliessmuskel hin. Andererseits spüre ich beim ISK gar nichts; d.h. das Einführen des Katheters erfolgt absolut schmerzfrei und ohne Gefühl, dass da ein Hindernis vorliegt (was auch seinen Vorteil hat; das ISK dauert bei mir keine 5 Minuten...). Dies passt nicht zu einem verspannten Blasenschliessmuskel.

Nun kommt hinzu, dass ich im Rahmen der Physiotherapie gemerkte habe, dass

- mein Beckenboden insgesamt sich gut anspannen und entspannen lässt.
- ich je nach Körperposition mehr oder weniger (oder gar nicht) spüre, dass mein Blasenschliessmuskel sich regt.

Basierend auf dieser Beobachtung vermute ich, dass ich meinen Blasenschliessmuskel nur indirekt über den Anus oder einen anderen Muskelstrang des Beckenbodens ansteuere. Diese Vermutung führte mich auf die Idee, dass ich die Anspannung/Entspannung des Blasensphinkters dann beurteilen könnte, wenn der ISK-Katheter eingeführt ist, und ich mittels Anspannung bzw. Entspannung des Beckenbodens die Reaktion des Katheters auf den Schliessmuskel spüren kann ('Actio=Reactio', 3. Newtonsches Axiom...). Ich bin Physiker und weiss, dass man solche Signalmessungen nach Möglichkeit so nah wie möglich am Erregungsort durchführen sollte, insofern war diese Idee naheliegend, aber natürlich weiss ich nicht, ob der Schliessmuskel gleich agiert, wenn er gegen die Harnröhre drückt oder einen Katheter umgibt. Bei meinem Experiment mit eingeführtem Katheter spürte ich beim Anspannen des Beckenbodens im Schliessmuskelbereich rein gar nichts, woraus ich schliesse, dass der Schliessmuskel (im Stehen) nicht auf meine Anspannung reagiert .... Darauf basiert auch die Frage meines ursprünglichen Beitrags an diejenigen, welche ISK durchführen: Was spürt Ihr etwas, wenn der Katheter eingeführt ist und Ihre Euren Schliessmuskel (leicht) anspannt? Falls ihr so wie ich nichts spürt, so schliess ich daraus, dass mein Experiment auf einer falschen Annahmen basierte, falls Ihr etwas spürt, bin ich einen Schritt weiter betreffend der Ursachenforschung für meine Inkontinenz...

Herzliche Grüsse

Martin

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19 Mai 2020 23:31 #5 von martinK
Als Nachtrag:

Eine grosse Schwäche der Biofeedbackprogramme ist meiner Meinung nach, dass sie nur relativ messen. D.h., das Programm misst nur zwischen einer relativen Entspannung und relativen Anspannung. Ich vermute, dass dies ein fundamentales Problem dieser Methode ist, welches sich nicht so einfach lösen lässt...

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