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Prostata Vergrößerung

05 Apr 2021 09:09 #1 von TommiP
Hallo

Ich leide schon mehrere Jahre an eine Prostata Vergrößerung.

Meine Harninkontinenz wird immer schlimmer.

Vor einem Jahr waren noch Vorlagen ausreichend.

Jetzt schon Windeln.

Eine Prostataresektion ist jetzt wohl unausweichlich oder sollte ich noch warten.

Laut meiner Urologin bin ich wohl noch zu jung (55 Jahre).

Ich bitte um Antworten.

LG Thomas

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05 Apr 2021 17:05 - 05 Apr 2021 17:08 #2 von stephanw
Hallo Thomas,

erst einmal herzlich Willkommen hier im Forum!

Ich bin 40 und habe selbst eine vergrößerte Prostata. Seit knapp 2 Jahren kämpfe ich mit einer sehr starken Inkontinenz mit Drangsymptomatik und bin tagsüber und nachts auf Windeln angewiesen. Medikamentös konnte mir leider nicht geholfen werden. Meine Prostata ist übrigens mittelgroß mit 34ml.

Als weitere Therapieoption wurde mir von meiner Urologin keine Prostataentfernung angeboten (vermutlich auch aufgrund meines noch recht jungen Alters), sondern eine Botoxbehandlung wegen der überaktiven Blase. Die habe ich zur Zeit nicht durchführen lassen, da es eine OP mit Narkose ist (habe große Angst davor) und auch ein gewisses Risiko für den Harnverhalt besteht (mit der Folge der mehrmals täglichen Selbstkatheterisierung, was für mich unerträglich wäre).

So versuche ich zur Zeit, mit der Inkontinenz und den aufsaugenden Inkontinenzmaterials halbwegs klar zu kommen, was mir manchmal besser und manchmal schlechter gelingt. Für mein Selbstwertgefühl ist die Situation sicher nicht vorteilhaft, zum Glück habe ich eine sehr einfühlsame und verständnisvolle Frau.

Hast Du denn diagnostisch Untersuchungen beim Urologen durchführen lassen, wie z.B. Ultraschall von der Prostata oder eine urodynamische Untersuchung?
Wurde die Ursache für die Inkontinenz klar auf die Prostata eingegrenzt und wurde Deine Inkontinenzart (z.B. Dranginkontinenz) eindeutig festgestellt?

Von einer klaren Feststellung der Ursache und Art der Inkontinenz leiten sich nämlich die verschiedenen Handlungsoptionen ab. Ohne die Diagnostik ist z.B. nicht festzustellen, ob die Prostata wirklich die Ursache der Inkontinenz ist und ob eine Prostataresektion wirklich helfen könnte. Hinter einer Inkontinenz können sich nämlich auch sehr gravierende Grunderkrankungen verbergen, deswegen ist eine ärztliche Untersuchung dringend anzuraten! Und die Prostataresektion hat ja selbst ein nicht unbeträchtliches Inkontinenzrisiko.

Viele Grüße
Stephan

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07 Apr 2021 08:01 #3 von Frankfurter
Hallo Stephan,

wenn Du schreibst, dass Du Angst vor einer OP hast: Was sind Deine Bedenken ? Auf was bezieht sich Deine Angst ? Nur wenn Du Dir ganz klar bist, was Deine Bedenken / Angst auslöst. kannst Du dies evtl. neu bewerten. In einem vernünftigen Krankenhaus meine ich, dass die Risiken einer Narkose gering sind. ( Voraussetzung natürlich, dass Du in dieser Richtung keine Vorerkrankungen hast / bestehen. ).

Mit Inkontinenzmaterial klar kommen: Was sind Deine konkreten Bedenken ? ( Störung Deines Selbstwertgefühls ? ) Mach Dir klar , was ganz konkret Dich belastet ? Der Einkauf , Bestellung bei fremden Menschen , Sicht unter der Kleidung,?????.

Ich kenne auch diese Anfangsängste. Als ich dann "losgelassen" hatte, und dachte: Ihr könnt mich mal alle am A . . . . . . , war alles ganz anders. Selbstverständlicher und wenig auffallender. Plötzlich wird alles "normal" und Windel usw. sind nicht mehr störende Begleiter , sondern Helfer für Dein Leben.

Gruss

Frankfurter

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07 Apr 2021 18:42 - 07 Apr 2021 18:52 #4 von matti
Hallo Tommi,

mich würde zunächst einmal interessieren, warum es zur Inkontinenz kommt. Meine Frage mag seltsam klingen, hat aber einen ernsten und berechtigten Hintergrund.

Eine Prostata Vergrößerung zieht meist ein Abflusshindernis nach sich. Wenn es aufgrund dieses Hindernisses zu Restharn und großem Blasenvolumen kommt, hält der Schließmuskel dem Blasendruck nicht mehr stand. Die Blase läuft über. Man nennt dies Überlaufinkontinenz. Gleichzeitig kann es aber auch zu einer Drangsymptomatik kommen und in dessen Folge auch zu Dranginkontinenz.
Im Rahmen einer solchen Ablussstörung besteht die Gefahr des Rückstaus von Urin in die Harnleiter und die Nieren. Dies kann bis zur Niereninsuffiziens führen.

Ich verstehe grundsätzlich den Wunsch, durch ein Hilfsmittel wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Windel um und gut ist, scheint mir aber aus sehr vielen Gründen kein guter Rat.
Was viele immer vergessen: Heute magst du dich selbst versorgen können. Wenn dies aber nicht (mehr) der Fall ist, dann bist du von heute auf morgen ein Pflegefall. Dafür reicht auch schon ein Arm oder Beinbruch. Deshalb begrüße ich die Priorisierung auf ein Hilfsmittel auch nicht sonderlich. Zudem gibt es auch noch Alternativen zu aufsaugenden Hilfsmitteln, beispielsweise das Kondomurinal. Dabei muss aber die restharnfreie Entleerung zunächst erst einmal sichergestellt sein.

Also, wichtig scheint mir zunächst erst einmal die Inkontinenzform sicher zu bestimmen. Darauf baut eine Therapie auf, welche eine alleinige Hilfsmittelversorgung eben nicht ist.

Kommt es zu großen Harnmengen und beschriebenen Überlauf der Blase, dann sollte zunächst dort angesetzt werden. Bis zu einem gewissen Maß kann man medikamentös behandeln. Selbstkatheterismus oder ein durch die Bauchdecke eingelegter Katheter können den Urin aus der Blase befördern. Dies verringert oder beseitigt im besten Fall die Inkontinenz. Zudem kommt es nicht zu den gefürchteten Folgeerkrankungen.

Ob du bereits ein Kandidat für eine Resektion bist, kann dir eigentlich nur dein behandelnder Arzt seriös beantworten. Der Mensch ist ein Individuum. Erfahrungen von anderen kann auch bei deinem Thema hilfreich sein, hat aber bei einer Entscheidungsfindung pro/ contra eines operativen Eingriffs sicher Grenzen.

Gruß
Matti

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07 Apr 2021 19:27 - 07 Apr 2021 19:32 #5 von stephanw
Hallo Frankfurter,

ich wollte den Beitrag von Thomas eigentlich nicht mit meinen Problemen hijacken, sondern nur den Kontext setzen das ich ein ähnliches Problem mit meiner Blase und Prostata habe. Aber wenn Du schon schreibst gehe ich gerne darauf ein :)

Ich habe seit Oktober 2018 eine starke Inkontinenz, also schlage ich mich schon eine Weile damit rum. Um auf Deine Fragen/Anmerkungen einzugehen:

Wegen OP: Ich habe panische Angst vor Vollnarkosen. Wenn es um Leben und Tod gehen würde, wäre es vermutlich OK. Aber bisher ging es bei mir noch nicht um Leben und Tod, deswegen hatte ich bisher noch keine einzige Vollnarkose in meinem Leben. Es ist eine Mischung aus Todesangst und dem Behandler schutzlos ausgeliefert zu sein. Und da die Botoxbehandlung zusätzlich auch das Risiko eine Harnverhalts hat (wenn auch nicht sehr großes) und ich mir nicht vorstellen kann mich mehrmals täglich selbst zu katheterisieren, ist die Botoxbehandlung zur Zeit keine Therapieoption. Vielleicht ändert sich das irgendwann mal, aber zu Zeit schaffe ich das einfach nicht. Wenn irgendwann meine Prostata statt zur Inkontinenz zum Harnverhalt führen würde, wäre natürlich eine Prostataresektion erforderlich und ich würde die OP auch über mich ergehen lassen. Aber da bin ich heute zum Glück noch nicht.

Wegen Hilfsmittel und Selbstwertgefühl: Ich bin mittlerweile schon dankbar, dass es Windeln gibt und ich damit überhaupt das Haus verlassen kann. Aber jedes Mal wenn ich mein Hilfsmittel wechsel und ich mich im Spiegel ansehe wird mir mein sehr schlechter Gesundheitszustand bewusst und auch das Gefühl von Urin an der Haut finde ich einfach nur eklig. Leider komme ich mit Kondomurinalen trotz Anleitung durch eine Fachkraft überhaupt nicht zurecht. Entweder ist mir der Beinbeutel runtergerutscht oder es gab Rückstau am Kondom, was zum abrutschen des Kondoms geführt und mir eine nasse Hose verursacht hat. Ich bin wegen der Krankheitsbewältigung seit über 2 Jahren in psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung. Leider mache ich nur kleine Fortschritte, obwohl ich einen hohen Leidensdruck habe und auch wirklich aktiv mitarbeite. Ich habe einfach ganz starke Barrieren, die mich immer wieder hemmen. Immerhin verlasse ich heute das Haus wieder z.B. zum Einkaufen und schaffe es hin- und wieder mich mit Freunden zu treffen, am Anfang ging das gar nicht.

Viele Grüße
Stephan

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10 Apr 2021 10:08 #6 von Frankfurter
Hallo Stephan

Vollnarkose: Wie sieht mental Deine Angst "Vollnarkose" aus. Welches Bild siehst Du bei dem Gedanken Vollnarkose ? ( Denn mit allen Gefühlen in uns, verbinden wir dies mit Bildern. Und diese Bilder kannst Du durch Gedanken verändern ) Um die Angst los zu werden: Kaufe Dir mal das Buch von Klaus Bernhardt :Panikattacken und ander Angststörungen Loswerden ISBN 978-3-00-053062-3. Du bekommst eine völlig neue Sicht und mit wenigen Übungen schnellen messbaren Erfolg.

Kondomurinal: Etwas Erfahrung sammeln/ probieren : Hast Du die "passende" Urinal-Grösse gefunden/probiert. Ich verwende zum Fixieren auf der Penishaut einen Hautkleber. Ca 2 cm Fläche auftragen. Urinal darauf abrollen. Noch mal fest andrücken. Beinbeutel-Schlauch auf brauchbare Länge mit Schere kürzen. Verbindung herstellen. Der Schlauchansatz am Kondom muss innen trocken sein beim Verbinden mit dem Beutel-Schlauch. Sonst löst sich leicht die Verbindung bei einer Körperbewegung. Den Beutel befestige ich oberhalb des Kies . Mir ist dann der Beutel auch bei voller Füllung noch nie runtergerutscht. ( Nachts schlafe ich sehr unruhig und mit dem Nachtbeutel mehr Schaden als Hilfe - daher Windel Better Dry :sleep: ) Ist Deine "Fachkraft" auch inkontinent ? Wenn nicht, dann :woohoo:

Selbstwertgefühl fehlt : Das Problem hatte ich auch. Mir hat die andere Sicht auf das Problem Urinverlust meine Einstellung zu meiner Inkontinenz völlig geändert. Was ist Urin ? Wir bekommen als Kind bereits " Bäh, bäh bäh" zu hören. Schon wieder nasse Hose. Also eine Verbindung zu Strafe ??!! Dieses Muster haben wir dann als Erwachsener . Urin ist ja "frisch von der Quelle" nicht giftig ( vorausgesetzt die Quelle ist gesund ! ) Es gibt ja auch zur Heilung verschiedener Krankheiten " Eigenurinkuren" usw. Gib mal bei Tante "google" Eigenurinkur"ein. :ohmy:

Auch Deine Bedenken "Hautprobleme" bei Windeln: Da gibt es Hautcremes usw. zum Schutz.

Lebst Du allein ? Bist Du trotz Corona in Kontakt mit anderen Menschen , die Dich auf andere Gedanken bringen. Meide Menschen, die ihren eigenen geistigen Müll nur bei Dir abladen wollen um sich zu erleichtern . Suche Dir positiv denkende Menschen. Stelle Dir Aufgaben, die Du erfüllen willst, und Dich von der Inkontinenz ablenken.

Fange jetzt sofort an, Dein Leben nach Deinen positivenVorstellungen einzurichten. Denn Du bist wertvoll. Mit oder/ohne Inkontinenz.

Gruss

Frankfurter

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