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Botox und Restharn?

17 Feb 2020 20:20 #1 von Dina
Hallo Zusammen,


heute war ich (43 J.) wieder im Kontinenz-Zentrum. Ende März will man mir nun zum ersten Mal 200 i.E. Botox spritzen, in der Hoffnung, dass ich dann nicht mehr zwischen 25-30 mal täglich Wasserlassen muss.

Vor paar Monaten war noch die Rede von 100 i.E. aber man kam jetzt zum Entschluss, die Blase ganz lahm zu legen. Ich soll mich danach ca. 5 mal katheterisieren. Ich trinke ca. 3 liter am Tag - ob das reicht?

Leider hab ich immer wieder mal Restharn und muss oft pressen um vollständig zu entlehren oder es kommt schwallartig.
Die Begründung war, dass ich wegen dem Restharn (ca. 50ml) sowieso
katheterisieren muss und sich unter Botox ja noch mehr Restharn bilden wird - also immer Katheter.

Derzeit hab ich wieder ständig Blasenentzündung, vor allem, wenn ich mich eingenässt habe. Irgendwie hab ich Angst, dass nach der Behandlung noch mehr Blasenentzündungen dazu kommen. Ich will nämlich nicht ständig Antibiotika nehmen.

Ich habe auch Endometriose und oft Schmerzen und Krämpfe beim Wasserlassen, auch der ständige Harndrang ist sehr unangenehm.

Lässt das brennende Druckgefühl durch die Botox-Behandlung denn nach?
Wie spüre ich eigentlich, dass die Blase voll ist und entleert werden muss?

Was meint Ihr, ob es mir wirklich mehr Erleichterung als Probleme bringt?

Vielen Dank

Dina

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18 Feb 2020 18:12 #2 von matti
Hallo Dina,

ich möchte dir erst einmal ganz nett ein freundliches willkommen sagen.

Ich habe selbst keine Erfahrung mit Botox. Mein Kenntnis stammt also ausschließlich aus hier veröffentlichen Erfahrungsberichten und anlesen diverser Berichte und Literatur.

Ich hoffe und wünsche dir sehr, dass sich einige Betroffene hier noch mit dir austauschen werden. Manchmal dauert dies ein paar Tage.

Bei der Selbstkatheterisierung wird zumeist nach zeitlichen Intervall kathetert. Dies kann man durch die Ermittlung von Restharnwerten bzw. Harnmenge und Trinkmenge errechnen.
Das Druckgefühl sollte nachlassen oder ganz verschwinden. Es gibt mitunter aber auch Berichte, dass ein Druckgefühl gerade frisch nach der Injektion erstmal wahrgenommen wird.

Das "Gute" an Botox ist meiner Meinung das man keine Tatsachen für die Ewigkeit schafft. Nach einigen Monaten lässt die Wirkung nach, sodass erneut eine Injektion nötig ist. Sollten sich injektionsbedingte Probleme einstellen, ist es also eine Frage der Zeit.

Herzliche Grüße
Matti

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19 Feb 2020 14:20 #3 von Dina
Hallo Matti,


herzlichen Dank für die Begrüßung. Dann werde ich gespannt warten, ob mir noch jemand zu Thema was sagen.

Heute hab ich es schon mal versucht, mit einem Katheter-Muster, und ich muss sagen, mit etwas Übung hat es dann
auch ganz gut geklappt. Hatte noch keine ISK-Einführung und bin jetzt erleichtert, dass ich es auch so gut hinbekommen habe.
War auch nicht schmerzhaft und bin schonmal erleichtert.

Wenn das Handling sitzt, gehe ich auch davon aus, dass ich das wirklich schnell und unkompliziert hinbekomme.
Besser als alle 15 Minuten auf die Toilette zu rennen :) .

VG
Dina

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19 Feb 2020 14:28 #4 von matti
Hallo Dina,

es freut mich sehr, dass du positive Erfahrungen mit dem Selbstkathetern gemacht hast. Viele Frauen beschreiben den Beginn als schwierig, haben den "Dreh" dann aber auch meist schnell raus.

Solltest du zukünfig auf Probleme stoßen, kann dir der Homecarebereich hilfreich sein. Dieser wird von vielen Sanitätshäusern aber auch von großen Herstellern und Leistungserbringern angeboten. Dadurch erhält man einen persönlichen Ansprechpartner der beraten, dich in der Anwendung und Versorgung unterstützten kann und bei Fragen und Problemen hilfreich zur Seite steht.

Derzeit ist es hier im Forum ungewöhnlich ruhig. Ich bin mir aber sicher das du noch weitere Antworten erhälst.

Gruß
Matti
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20 Feb 2020 14:15 #5 von Elkide
Hallo liebe Dina,

gratuliere dir, dass du so schnell und ohne eine Anleitung das Kathetern hinbekommst. Das wird Dir sehr hilfreich sein nach der Botoxbehandlung.

Ich selber kann die Blase auch nur durch den ISK (Selbstkatheterung) entleeren und hatte am Anfang große Schwierigkeiten. Mir hat ein Video der Firma Coloplast dann sehr geholfen.

Habe auch wie du ständigen Harndrang und bekomme deshalb seit 2016 alle vier - fünf Monate Botox gespritzt. Die Wirkung setzt meistens zwei Wochen nach den Spritzen ein. Der ständige Harndrang ist dann weg und ich muss anstatt 15 bis 20mal nur noch fünf bis sechsmal am Tag kathetern.

Die Spritzen werden unter Vollnarkose in die Blase gesetzt und sind dadurch völlig schmerzfrei. Habe auch hinterher keinerlei Beeinträchtigungen sondern bin rundum mit der Behandlung zufrieden. Durch Botox, Schrittmacher und ISK habe ich wieder sehr viel mehr Lebensqualität bekommen.

Wenn du noch Fragen dazu hast, beantworte ich sie Dir gerne.

Liebe Grüße
Elke
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21 Feb 2020 15:04 - 21 Feb 2020 15:12 #6 von Dina
Hallo liebe Elke,


herzlichen Dank für Deine Nachricht. Nachdem ich die letzten Tage weiterhin übe, bin ich leider nicht mehr so euphorisch,
dass ich das mit dem ISK so gut hinbekomme.

Mit dem CH10 von Lofric Sense hat es recht gut funktioniert. Ich habe von Geburt an eine verengte Harnröhre und wurde schon oft daran operiert.
Sie ist wohl auch vernarbt - Blasenspiegelung werden immer mit Kinder-Instrumenten durchgeführt´, weshalb ich auch nach Beratung mit Wellspect die
CH10 bestellt habe. Der Urologe meinte aber nun, ich solle 12er oder 14er bestellen, dass sie nicht verbiegen. Gesagt getan!
Mit dem 12er reizt es schon sehr und ist unangenehm, da werde ich die 14er in der Packung lassen.

Ich finde die SpeedyCath eh nicht so soft. Und es fehlen mir auch die Klebelaschen, die find ich praktisch.
Leider rutsche ich auch öfters ab und brauche dann natürlich einen neuen, hab jetzt schon einige "verbraten".

Aber wie ich das beruflich hin bekommen soll, ist mir noch nicht ganz klar. Ich bin viel unterwegs und nicht immer ist ein WC vorhanden,
weshalb ich auch welche mit Beutel getestet habe, leider kann man die Dinger nirgends hinstellen... und ich brauche ja beide Hände.
Am einfachsten wäre es im Stehen, aber das bekomme ich leider gar nicht hin. Mann müsste man sein :lol:

Ich hoffe, dass mir die Dame bei der Einführung noch Tipps zu den Positionen geben kann, gerade wenn man unterwegs ist und keine Möglichkeit hat.

Hättest Du mir da noch eine Empfehlung zur Anwendung z.B. eine Video oder Bildanleitung. Hab nur auf YT welche zur einfachen ISK gefunden.
Na, hoffentlich ist das für mich im Alltag umsetzbar.

Die BKK muckt schon wegen den Compact Kathetern und Beuteln, dies wäre Mehrbedarf, den ich selbst zu tragen hätte. Frag mich, wie das werden soll, für die Windeln haben sie auch nur 220,- €. p.a. veranschlagt. Bei den Desinfektionsmitteln geht es dann bestimmt gleich weiter.

Welches Schleimhautdesinfektionsmittel kannst Du mir empfehlen? Ich hab jetzt Octanisept benutzt, war aber auch nicht wirklich begeistert, reizt auch ohne Alkohol.


Viele Grüße und ein schönes Wochenende Euch allen

Dina

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23 Feb 2020 17:53 #7 von Elkide
Hallo liebe Dina,

gerade zu Anfang ist das Kathetern nicht so einfach, aber nach ein paar Monaten wird es dann zur Routine. Inzwischen finde ich es fast praktischer wie vorher. Zu Hause und bei Freunden kathetere ich im Sitzen direkt in die Toilette. Wenn ich im Zug oder in einem fremden Lokal bin kathetere ich im Stehen und mit Beutel. Ich verwende den SpeedyCath Compact da er sehr fest ist und beim Kathetern nicht verbiegt. Das ist aber natürlich sehr individuell und das musst du einfach selber probieren.

Vor und nach dem Kathetern benutze ich ein Baby-Reinigungstuch. Habe fast immer ein super klaren Urin ohne Bakterien. Ein Desinfektionsmittel habe ich nur ganz zu Anfang benutzt und hatte dann dadurch eine ganz wunde Scheide.

Im Durchschnitt verbrauche ich 10 Katheter am Tag. Solange das Botox wirkt komme ich meistens mit 6 Katheter aus, danach so ca. 15 Stck. am Tag. Habe von der Klinik eine Bescheinigung für Mehrbedarf an Kathetern bekommen und bei der KK eingereicht. Seitdem habe ich noch nie bei der DAK Schwierigkeiten mit der Bezahlung gehabt.

Wünsche dir gute Besserung und dass du mit dem ISK ganz schnell gut zurecht kommst,

Liebe Grüße
Elke

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23 Feb 2020 21:03 #8 von Dina
Hallo Zusammen
Hallo Elke,

vielen Dank für Deine Antwort. Im Moment schlage ich mich wieder mit schmerzhaften Blasenentzündung rum und mein Harn ist ganz trüb.
Warte noch auf das Antibiogramm und soll dann AB nehmen. Die Blasenwand ist verdickt und wie immer Restharn.

Je länger und öfter diese Entzündungen kommen, je mehr muss ich mich doch fragen, ob die Botox-Behandlung des Rätsels Lösung ist?

Ich wünsche mir eigentlich mehr Ursachenforschung. Mein Harnröhreneingang ist wieder sehr eng und praktisch nicht sichtbar.
Wie gesagt, es geht nur mit einen CH10 Katheter; und ist keine richtige Öffnung mehr.
Als Kind hab man mir die Harnröhre ständig geschlitzt. hatte da auch laufend Blasen- und Nierenentzündung.

Ich habe zwar seit Jahren eine Dranginkontinenz aber kaum Zystitis, erst seit einigen Monaten jetzt wieder.

Im Herbst hatte ich eine Spiegelung und eine Urodynamik, wobei man mir die Inkontinenz bestätigt hat. Aber woher kommt der Restharn?
Und warum ist die Harnröhre wieder so eng. ich sehe da schon einen Zusammenhang.

Zur Verbesserung der Entleerung hat man mir ein Elektrostimulationsgerät (transkutane Nervenstimulation) der Firma Innocept verordnet.
Meine BKK lehnt dieses Gerät ab und schreib es wäre zu teuer (knapp 900,-) , statt dessen würden sie ein einfaches TENS erstatten ( 150€.)
lt. KK wäre es genau so gut, was ich mir nicht vorstellen kann. Stehe mittlerweile mit der BKK auf Kriegsfuß und werde mir bald eine neue KK suchen,
Ihr dürft mir gerne eine empfehlen.
Habe gehört, das die Securvita das Innocept Gerät bis auf den Eigenanteil erstatten würde, also gibt es bei Hilfsmitteln doch noch Unterschiede bei den Kassen.

Vielleicht könnt Ihr mir an dieser Stelle von ein Gerät empfehlen?

Werde nochmal einen Termin bei meiner Urologen vereinbaren - soll nochmal die Harnröhre checken. Gff. könnte man diese beim Botox-Termin wieder weiten.

Ich habe auch eine Studie gelesen, die besagt - ob 100 E oder 200 E spielt bei der Restharnbildung eigentlich keine Rolle.
Warum dann gleich 200 E beim ersten Mal?

Ja, viele Fragen....

Lieben Dank

VG
Dina

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24 Feb 2020 07:56 #9 von Maulwurf
Guten Morgen Dina,
Ich bin zwar ein Mann und kann auch nicht zu allen Punkten was sein, möchte dir aber doch ein paar Dinge mitgeben. Allerdings weise ich zur Sicherheit noch mal darauf hin, dass dies alles nur Tipps sind die du mit deinen Ärzten besprechen solltest und nicht in Eigenregie ausprobieren solltest, dafür ist das Forum nicht gedacht.

Zum Thema Desinfektionsmittel :
Ich habe octenisept auch nicht vertragen. Es Gibt meines Wissens nach mindestens drei Alternativen: eine gelb weiße Flasche Deren Name mir leider nicht mehr einfällt, prontoderm c und braunol.
Braunol Ist mit Jod und brauch längere Einwirkzeit. Prontoderm c Verwende ich, allerdings weiß ich nicht inwieweit die Krankenkassen das übernehmen.

Zum Thema Infekte:
Es gibt hier mehrere Abwehrlinien: die erste ist es die Keime gar nicht erst in die Blase zu gelangen lassen, die zweite ist sie möglichst schnell wieder raus zu spülen und die dritte ist Medikamentöse Vorbeugung/Bekämpfung.

Zum ersten Punkt gehört es, für sich die idealen hygienischen Bedingungen herauszufinden, also richtiger Katheter, richtiges desinfizieren, generelle Hygiene. Zum zweiten Gehört es Eine entsprechende Trinkmenge einzuhalten, mindestens alle 4-6 Stunden zu Kathetern und zum dritten gibt es viele pflanzliche Mittel die unterstützen können. Außerdem natürlich so wie du es richtig machst, ein Antibiotikum nur nach Test und Anweisung des Arztes zu nehmen.
Dazu kommt eine gewisse zeitliche Wirkung, d.h. dein Körper gewöhnt sich auch an die Keimbelastung und wird etwas unanfälliger. Ich habe schon oft hier im Forum zu all diesen Punkten ausführlich was geschrieben, wenn du nach meinen Benutzernamen suchst solltest du die Beiträge finden, ansonsten fragst du mich einfach noch mal. Ich wünsche dir viel Erfolg!
Viele Grüße
Maulwurf
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05 Mär 2020 23:02 #10 von Claudi 76
Hallo Dina
Ich bin neu hier auch 43 Jahre hab vor drei Jahren eine Martiuslappen OP bekommen bei mir war die Harnblase mit der Scheide verwachsen was (seltenes )danach hat meine Blase einfach die Funktion komplett eingestellt und ich muss für immer selbst kathetern . Ich hab vor zwei Jahren Botox und ein Blasenband dann bekommen weil ich auch eingenässt habe oder einfach Urin ständig verloren habe konnte es nicht halten hatte Schmerzen.
Ich kann nur sagen mir ging es über 1 Jahr super ich spürte meine Blase nicht musste auf die Uhr zwar schauen aber ich musste nur alle 4 oder 5 Stunden kathetern .Es war so ein tolles Gefühl keine Schmerzen zu spüren .Aber letztes Jahr bildete sich das Botox zurück und es wurde wieder Botox nachgesetzt aber mein Körper nimmt es nicht mehr auf und ich hab jetzt ständig Schmerzen wenn sich die Blase füllt und muss alle 2 Stunden kathetern .Ich würde es aber sofort wieder setzen lassen .
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