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Darm- und Blaseninkontinenz meines Ehemanns

09 Mär 2018 15:21 #11 von breila
Hallo und guten Tag,

ich muss gerade mal ein wenig Frust ablassen :S

In der Reha ist bis jetzt eigentlich noch nichts passiert - Moorpackung, Fußbad, zwei Vorträge und einmal Bandscheibengymnastik mit der Gruppe- das wars :-(, finde ich eigentlich ganz schön wenig für vier Tage Reha. Das einzig positive ist, dass er dafür meilenweit laufen muss - Bewegung bekommt er also nun genug ;)

Das angekündigte Fachpersonal mit den "Geräten" ist auch noch nicht da gewesen, dafür sollte eigentlich heute, nach vier Wochen Liegezeit, der Katheder gezogen werden. Das wurde nun auch wieder abgesagt, weil mein Mann für Dienstag einen Termin beim Urologen hat, "dann kann das auch bis dahin warten". :ohmy:
Allerdings berichtete er mir, dass er heute schon die ganze Zeit Harndrang verspürt, ist das vielleicht positiv zu bewerten?

Positiv finde ich jedenfalls, dass er den Stuhlgang jetzt schon seit 6 Tagen kontrollieren kann :)

Lieben Dank fürs lesen und Grüße

breila

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10 Mär 2018 09:28 #12 von breila
Hallo @ Heribert

[/QUOTE]
Dann wird sich kein Harnverhalt einstellen. Das ist schon mal gut!


Das war dann wohl ein Irrtum - Gestern am späten Nachmittag unterrichtete mich mein Mann, dass der von ihm geschilderte Harndrang sich zu irren Schmerzen entwickelte.

Eine herbeigerufene Ärztin war dann wohl etwas konfus un empfahl ihm, mehr zu trinken und noch eine Stunde zu warten - immerhin drückte und klopfte sie ein wenig auf der Blase herum und verließ ihn mit der Empfehlung, einige Novalgintropfen zu nehmen.

Wahrscheinlich durch die Manipulationen an der Blase hat sich die "Verstopfung"des Katheders dann Gott sei Dank gelöst und innerhalb weniger Minuten flossen 900 ml Urin ab - :ohmy: nochmal Glück gehabt....

LG breila

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10 Mär 2018 09:50 #13 von Sydney
Hallo
Das klingt ja chaotisch. Hoffe die Ärzte sind hier involviert. Bei mehr als 500ml Urinabgang durch Blasenkatheter kann meines Wissens leicht ein Blasenkollaps entstehen. Bitte abklären lassen.

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10 Mär 2018 10:56 #14 von herirein
Hallo,

das ist nicht nur chaotisch, sondern gefährlich. Mir scheint, dass in dieser Klinik, die von vielen Patienten als hervorragend beurteilt wird, das Personal zwar besonders freundlich ist, dafür aber Fachkompetenz fehlt. Selbst ein Wald und Wiesendoktor erkennt rechtzeitig, wenn ein Blasenkatheter versatopft und ein Harnstau entsteht. https://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-marcus-klinik-bad-driburg?fac_id=neuro&bew_order

Wenn so lange bereits ein Harnröhrenkatheter den Harn ableitet, muss immer damit gerechnet werden, dass Schwebteilchen den Katheter verstopfen. Das lässt sich übrigens sehr leicht feststellen. Der Katheter wird einfach noch etwas tiefer in die Blase geschoben und schon sprudelt der Harn am Katheter vorbei aus der Harnröhre. Außerdem legt man beim Patienten mit Harnröhrenkatheter eine Mini-Plasco zur Katheterspuelung bereit.

Das von Breila Beschriebene geht garnicht!

Gruß Heribert

Menschen sind wie Engel mit nur einem Flügel,
um fliegen zu können müssen wir uns umarmen
(Luciano de Crescenzo)

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12 Mär 2018 09:55 #15 von breila
Guten Morgen zusammen,

leider ist es gestern noch mal zu einer Verstopfung des Katheders gekommen - er wurde dann entfernt und man wartete ca. 1,5 Stunden, ob mein Mann "normal" Wasser lassen kann - er "konnte" dann ca. 7x, musste dafür aber "pressen". Bedeutet für mich (die keine Ahnung hat), dass es weiterhin eine Überlaufblase ist. Per Ultraschall (?) hat man dann die Restharnmenge gemessen , es sollten 640 ml sein. Darauf wurde ein neuer Katheder gelegt (mehrere Pflegekräfte versuchten es mehrmals, bis der endlich drin war :S, es entleerten sich dann knapp 900 ml in den Beutel - so weit, so schlecht.

Der Therapieplan für die kommende Woche sieht auch eher dürftig aus, die meisten "Therapien" bestehen aus Vorträgen zu verschiedenen Themen, dazu 1x Physio, 2x Bandscheibengymn. in der Gruppe, 2x EMS (für den Muskelaufbau), 1x Fußbad und 1x Moorpackung - für die Blase und deren Stimulation ist da meiner Meinung nach nichts dabei :dry:

Morgen früh ist dann ja der Termin beim örtlich Urologen (dafür fallen dann auch mal gleich drei der o.g. Therapien in diesen Zeitraum und damit wahrscheinlich weg)
Worauf sollte mein Mann beim Urologen hinweisen? Ich habe ihm schon gesagt, dass er sich Kopien der Unterlagen, die er zur Reha mitbrachte geben lassen soll. Welche Untersuchungen sind unbedingt wichtig? (Ich weiß natürlich auch nicht, wie "motiviert" der Urologe sein wird, in Anbetracht der Tatsache, dass mein Mann sicher nicht sein Patient auf Dauer sein wird - wir wohnen fast dreihundert Kilometer entfernt).

Inzwischen habe ich Bedenken, dass die Klinik für ihn die richtige ist - weil für die Blase einfach nichts gemacht wird und das erscheint mir dringend von Nöten. Was kann ich tun? An wen kann man sich in solchen Fällen wenden? Ich ärgere mich schwarz, dass vom Akutkrankenhaus kein Urologe hinzugezogen wurde.

Kann einer von Euch mir bei meinem Problem helfen? Ich würde mich sehr freuen und danke schon im Voraus.

Liebe Grüße

breila

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12 Mär 2018 11:12 #16 von herirein
Liebe Brella,

mit Beschwerden über die Versorgung in der genehmigten Reha-Klinik, solltest Du Dich an den Kostenträger für die AHB wenden und alles was Dir Sorgen macht, dort vorbringen. Manchmal sind die auch einsichtig und gestatten einen Wechsel in eine ander Klinik

Allgemein

Deutsche Rentenversicherung

LG Heribert

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12 Mär 2018 11:36 #17 von breila

breila schrieb:
Worauf sollte mein Mann beim Urologen hinweisen? Ich habe ihm schon gesagt, dass er sich Kopien der Unterlagen, die er zur Reha mitbrachte geben lassen soll. Welche Untersuchungen sind unbedingt wichtig? (Ich weiß natürlich auch nicht, wie "motiviert" der Urologe sein wird, in Anbetracht der Tatsache, dass mein Mann sicher nicht sein Patient auf Dauer sein wird - wir wohnen fast dreihundert Kilometer entfernt).


Lieben Dank @ Heribert für die Links,

kannst du, oder ein anderer, mir vielleicht auch zur obigen Frage etwas sagen?

Danke und Grüße

breila

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12 Mär 2018 12:26 - 12 Mär 2018 12:28 #18 von herirein
Liebe Breila,

eines ist doch inzwischen geklärt. Das ist die nervale Unterversorgung der Blase und der ableitenden Harnwege durch die stattgehabte Verletzung im Spinalkanal der Wirbelsäule.

Es geht also darum den nervalen Ausfall zur Muskulatur der Blase schnellstmöglich zu beheben oder mindestens zu verbessern. Dazu stellt sich akut die Frage ob eine elektrische Stimmulation von außen möglich und sinnvoll ist oder eine medikamentöse intervention hilfreich sein kann. Außerdem stellt sich mir die Frage ob ein Bauchdeckenkatheter zur Zeit nicht der bessere Weg zur Harnableitung darstellen würde.

Eine neuronale Verbesserung braucht einfach viel Zeit, die jetzt durch invasivere Maßnahmen überbrückt werden muss.
Das was ich mir oben als Fragen gestellt habe, würde ich auch den Urologen fragen!
Ich hoffe, der Urologe hat eine verbessernde Idee, Wunder würde ich aber nicht erwarten.

Alles Gute für Deinen Mann und Hilfen, die auch Dich ein wenig sorgenfreier machen.

Herzliche Grüße
Heribert

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12 Mär 2018 13:18 #19 von breila
Vielen, vielen Dank @ Heribert!

Ich werde diese Fragen meinem Mann übermitteln!

Die Überlegung mit dem Bauchdeckenkatheder werde ich allerdings dem Urologen überlassen, sie meinem Mann näher zu bringen - ich befürchte, soweit hat er sich mit seinem Krankheitsbild noch nicht auseinandergesetzt und auch kein anderer hat sich bis jetzt getraut, das Thema länger andauernder oder vielleicht sogar immerwährender Inkontinenz mit ihm zu erörtern.

Nenn mich ruhig feige - aber ich möchte nicht gern der Überbringer dieser Botschaft sein; mein Mann betreibt da meiner Meinung nach so eine Art Vogel Strauß Politik - warum das so ist kann ich nicht sagen.

Ich bin da eher pragmatisch und denke auch an den GAU - ich weiß, dass wir auch damit umzugehen lernen können, wenn er das nur will; ich glaube nämlich nicht, dass ein Bauchdeckenkatheder die beste Dauerlösung ist, da muss er sich dem Thema stellen, ob er will oder nicht. Ich habe mich im Gegensatz zu ihm schon mit ISK und auch mit dem Schrittmacher beschäftigt - nicht, dass ich davon träume, so was haben bzw. machen zu müssen, aber ich bin lieber vorbereitet und kann ihn dann notfalls auch trösten, falls es dazu kommen sollte.

Ich bin nur leider zu feige, mit ihm darüber zu sprechen, denn es geht bei dem Thema ja nicht nur um das Ausscheiden von Urin - ich denke, dass auch unser Sexualleben davon betroffen ist und ich glaube, darüber hat er bisher auch noch gar nicht nachgedacht.... Wenn es ihm hilft, sein seelisches Gleichgewicht zu halten, soll mir das recht sein. Er braucht jetzt alle Kraft, um seine Ressourcen zu mobilisieren.

Heute Vormittag hatte er übrigens eine Physiotherapie und der Therapeut, dem er von meinen Bedenken wegen der wenigen Therapien erzählt hatte, meinte, es stünden aber noch sehr viele Therapien für ihn zur Debatte, man taste sich aber erst langsam ran, um zu sehen, wie er das schafft. Also werde ich noch ein paar Tage die Füße still halten.

Also nochmal vielen lieben Dank für deinen, wieder einmal, sehr kompetenten Rat!

Liebe Grüße

breila

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12 Mär 2018 14:07 #20 von herirein
Liebe Breila

breila schrieb: Die Überlegung mit dem Bauchdeckenkatheder werde ich allerdings dem Urologen überlassen, sie meinem Mann näher zu bringen - ich befürchte, soweit hat er sich mit seinem Krankheitsbild noch nicht auseinandergesetzt und auch kein anderer hat sich bis jetzt getraut, das Thema länger andauernder oder vielleicht sogar immerwährender Inkontinenz mit ihm zu erörtern.

Das ist ein Missverständnis. Es geht nicht darum Deinen Mann davon zu überzeugen einen Dauerkatheter über die Bauchdecke zu bekommen, sondern ihn darauf hinzuweisen, dass ein Harnröhrenkatheter eine viel höhere Gefahr einer bakteriellen Infektion der Harnwege bildet und außerdem viel häufiger verstopft als ein Suprapubischer Katheter, der allerdings auch regelmäßig gespült werden muss.

Zudem ist ein eigenständiges Schließmuskeltraining des Harnröhrenschließmuskels möglich, was eine normale Ableitung des Urin beschleunigen hilft. Zudem ist die penile Errektionsfähigkeit mit Harnröhrenkatheter kaum möglich obwohl sie durch die nervale beeinträchtigung sicher auch gestört ist. Trotzdem ist eine Manipulation der Libido über die Glans Penis ohne Harnröhrenkatheter möglich.

Das alles sind Beispiele, wie seine Rekonvaleszenz beschleunigt werden kann und sein Selbstwertgefühl sich steigern lässt.
Ich meine, das wären Überbringungen guter Nachrichten, die natürlich vom Urologen mitgetragen werden müssten.

Bitte verstehe das nur als Denkanstoß, ich möchte Dich nicht zu etwas überreden, was Eurer Beziehung nicht gut tun würde. Du kennst Deinen Mann am besten.

LG Heribert

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