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SpeediCath Flex Anwendung

14 Feb 2021 19:11 #1 von paul67
Hallo Frage --- bei normalen Kathedern zum Beispiel LoFric sollte man beim Einführen in die Blase - erst gerade bis zum Hinderniss den Penis aufrecht halten --- und dann denn Penis absenken um ohne Probleme in die Blase zu gelangen.

Meine Frage ist sollte man das beim Katheder SeediCath Flex genauso machen?

Bitte um Info da ich diesen Katheder verwenden möchte --Danke für Hinweise Betreff Anwendung

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15 Feb 2021 09:38 #2 von martinK
Hallo Paul

bei normalen Kathedern zum Beispiel LoFric sollte man beim Einführen in die Blase - erst gerade bis zum Hinderniss den Penis aufrecht halten --- und dann denn Penis absenken um ohne Probleme in die Blase zu gelangen.


Ich verwende den SpeediCath Flex und mache das genau so, wie Du es beschrieben hast. Ich finde das ganz praktisch, weil ich dann auch den Eingang sicher treffe. Allerdings kann es gut sein, dass dies nicht nötig ist. Falls das für Dich wichtig ist, kannst Du ja bei Deinem Versorger oder bei der Person, welche Dich in die Handhabung der Katheter eingelernt hat, nachfragen.

Herzliche Grüsse
Martin

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16 Feb 2021 02:38 #3 von nikolaus
Ich kann mich Martin direkt anschließen und verwende den speed ca flex genau so ohne Probleme.
LG Nikolaus

Veranstaltungshinweis:

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16 Feb 2021 12:41 #4 von paul67
Hallo Martin und Nikolaus

Danke für eure Antworten -'--- wichtig wäre für mich wie macht ihr das mit den absenken des Penis -'--- ich spüre den Wiederstand beim SeediCath nicht und weiß dann nicht wann.

Anschließend habe ich dann immer leichte Schmerzen in der Harnröhre

LG.
Paul

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17 Feb 2021 08:04 #5 von martinK
Hallo Paul

Ich senke den Penis ab, sobald ich einen kleinen Widerstand spüre (das ist nach ein paar Zentimetern). Allerdings vermute ich, dass ich irgendetwas beim Katheterisieren falsch mache und immer wieder mal meinen Harnweg irritiere (siehe meinen letzten Thread ). Die Irritation merke ich aber erst, wenn sich die Harnröhre entzündet. Vermutlich findet die Irritation beim Blasenschliessmuskel statt, den ich nicht kontrollieren kann, und wo möglicherweise auch mein Gefühlsempfinden gestört ist. Ich werde nun andere Katheter ausprobieren (Charriere 12 und auch solche, die nicht so flexibel sind).

Wenn Du beim Einführen des SpeediCath Flex nichts spürst, würde ich das mit dem Urologen besprechen. Ich nehme an, dass Du in die Handhabung des Katheters eingeführt wurdest, d.h. es gibt sicher jemanden, mit dem Du das praktisch durchgehen kannst. Darf ich fragen, ob Du in weshalb Du den Katheter gewechselt hast?

Herzliche Grüsse
Martin

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17 Feb 2021 10:25 #6 von herirein
Hallo Paul und alle,
beim Einführen des Katheters solltest Du Dir dessen Weg genau vorstellen. Zunächst gibt es kein Hindernis im Verlauf des Penis entlang dem Damm bis die erste, wesentliche Biegung kurz vor dem Anus durch den unteren omegaförmigen Schließmuskel zwischen den knöchernen Teil des Beckens, die Beckenbodenmuskulatur durchstößt. Hier ist die erste Verkrampfung möglich, die sich aber durch absenken des Penis unter leichtem Zug am Penis problemlos überwinden lässt. Danach beginnt der Durchtritt durch die prostatische Harnröhre, welcher erneut eine leichte Behinderung darstellt. Auch hierbei hilft ein leichter Zug am Penis den Gleitvorgang des Katheters bis in die Blase zu erleichtern und Verletzungen zu meiden.

Eine Volumenverringerung des Katheters führt eher zu Verletzungen der Harnröhre und auch der Blasenwand und damit zum nächsten HWI. - Mindesten 14, besser 16 Charriere - 1 Ch = 1/3mm

Gruß Heribert

Menschen sind wie Engel mit nur einem Flügel,
um fliegen zu können müssen wir uns umarmen
(Luciano de Crescenzo)

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18 Feb 2021 20:27 #7 von martinK
Hallo Heribert

Vielen Dank für die schöne Beschreibung! Ich verwende Katheteter mit Charriere 14 (und mir wurde auch bereits gesagt, dass ein grösserer Durchmesser geeigneter sei, wenn man unter einem verkrampften Blasenschliessmuskel leidet). Ich werde es nun mit einem geraden Katheter versuchen und vielleicht auch die Charriere 16 ausprobieren.

Herzliche Grüsse
Martin

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18 Feb 2021 23:17 #8 von herirein
@all,
Noch eine wesentliche Ergänzung,

der Verlauf der Harnröhre des Mannes lässt eine genaue Bezeichnung von zwei Schließmuskeln zu. Der Blasenausgang, also der Blasen-Schließmuskel befindet sich oberhalb der Prostata und arbeitet ausschließlich autonom über Sensoren des Detrusor, ist also nicht willentlich steuerbar. Seine zweite Funktion ist sich zu verschließen bei der Ejakulation, damit der Erguss nicht in die Blase verläuft.

Der untere Schließmuskel, ist als omegaförmiger Doppelmuskel Bestandteil der Beckenbodenmuskulatur unterhalb der Prostata. Der eine Teil dieser Muskelringe arbeitet ebenfalls autonom im Zusammenhang mit der Blasenfüllung, ist aber lernfähig weil normaler Druck durch die Blase unbewusst die Harnröhre abdichtet. Lernfähig, weil die Sakralnerven des Säuglings bis hin ins Kleinkindalter diesen Vorgang erst erlernen müssen und dann über den Sakralnervenknoten speichern. (zwischen L7 und S4) Sakralreflex

Der zweite Muskelring, dieses Omegagebildes ist willentlich beeinflussbar, was wir im Allgemeinen leicht durch die Unterbrechung des Harnstrahls beweisen können. Eine solche Unterbrechung ist beim Mann durch Abtasten der Harnröhre im Dammbereich, also auf der Linie zwischen Hodensack und Anus spürbar. Hier ist auch ein sog. Biofeedback möglich inwieweit der untere Harnröhren-Schließmuskel nerval noch steuerbar ist.
Dieser Teil des Schließmechanissmus verkrampf sehr oft und wird dadurch zum ersten schmerzhaften Hindernis bei der Einführung des Katheters. Da aber Teile des unteren Schließmuskels willentlich beeinflussbar sind, kann man durch Entspannungsübungen diesen Vorgang erleichtern.

Diesem, vom Willen gesteuerten Teil des Schließmuskels kommt aber noch eine weitere Bedeutung zu. Was allgemein als Beckenbodentraining bezeichnet wird, ist beim Mann, außer dem allgemeinen Training der Beckenbodenmuskulatur, im Wesentlichen auf diesen Harnunterbrechungs-Mechanismus fokussiert.
Allerdings muss dieses Training auf maximal 30% der Anspannmöglichkeit beschränkt werden und nicht mehr als 2 mal 5 Min/Tag im Intervall 10 sek anspannen / 20 sek entspannen beschränkt werden. Bei Überbeanspruchung erlahmt der Schließmuskel, wie wir das von jeder anderen Musskulatur auch kennen. Mit diesen Übungen, wird der autonom gesteuerte Muskelring mitbewegt und darüber angelernt (wie beim Kleinkind) auf Dauer dem Blasendruck Wiederstand entgegen zu setzen. - Voraussetzung ist die muskuläre und nervale Unversehrtheit des unteren Schließmuskels.

Liebe Grüße
Heriber

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(Luciano de Crescenzo)

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20 Feb 2021 08:48 #9 von martinK
Hallo Heribert

Vielen Dank für die ausführliche und präzise Klärung (ich nehme an beim L7 hast Du Dich vertippt ;))! ich meinte mit dem Blasenschliessmuskel auch den Muskel, der sich unterhalb der Prostata befindet. Bei mir funktioniert die Ansteuerung dieses Muskels leider nur ungenügend, und vermutlich ist es dieser Muskel, den ich beim ISK reize. Mal schauen, ob es anderen Kathetern besser geht. Ich werde mich bis auf weiteres auch nur noch 1-2 Mal pro Woche katheterisieren. In den letzten 3 Wochen war der Restharn beim ISK stets kleiner stets als 100 ml; d.h. ich bin derzeit wieder in einem guten Bereich.

Herzliche Grüsse
Martin

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20 Feb 2021 09:53 - 20 Feb 2021 10:13 #10 von herirein
Hallo Martin,
entschuldige, ich wollte Dir weder einen 6. noch einen 7. Lendenwirbel andichten, da es nur 5 gibt.
Ich meine, um die Kontinenzorgane zu verstehen, sollte man seine Anatomie und die Physiologie kennen, damit der Sinn mancher Maßnahmen eingängig wird.
Erst dann ist es möglich mit seinem Arzt ein Therapiegespräch auf Augenhöhe zu führen. Wobei ich "Augenhöhe" nicht wörtlich verstanden wissen will.

Wenn bei Dir noch eine Restfunktion des Harnröhren-Schließmuskels vorhanden ist, würde ich das intensive Training der Beckenbodenmuskulatur fortführen.

Dazu noch ein Beispiel von Nervenschädigungen nach Bandscheibenverletzungen:
Die häufigste Nervenschädigung ist die Verletzung von Teilen des Ischiasnerven, der zu einer Fußhebeschwäche führt. Dabei wird auch der Reflex beeinträchtigt, der uns davor schützt, wenn wir mit der Fußspitze an einen Stein stoßen, zu stürzen. Der Betroffene kann durch beüben solcher Einschränkungen die Reflexzone in der Wirbelsäule wieder reparieren um das betroffene Bein augenblicklich einen Ausfallschritt machen zu lassen, um nicht zu stürzen.

Herzliche Grüße
Heribert

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