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DAK Losauschreibung mit begin 01.10.2014

04 Sep 2014 13:28 #1 von Drunkay
Moin Moin,
habe gerade mit meiner Mutter telefoniert und Sie hat mir gerade erzählt das die DAK eine Losausschreibung gemacht hat (wenn ich es richtig verstanden hab gibt es dann nur einen Lieferanten für bestimmte PLZ-Gebiete meistens sind das dann die Bundesländer).
Ihr Leistungerbringer hat bei dieser Geschichte nicht mitgemacht, weil das Geld für eine vernünfitge Versorgung nicht ausreicht.

Meine Mutter macht sich nun Sorgen das Sie Ihre Produkte und deren Qualität nicht mehr erhält bzw das was Sie kriegen soll wohl von minderer Qualität ist.

Habt Ihr schon Erfahrungen mit dem neuen Prinzip DAK gemacht?
Kann ich Ihr da Helfen?
Bringt ein Kassenwechsel etwas?

Vielen Dank für eine Antwort!

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04 Sep 2014 15:08 #2 von Sebald
...ah ja. Ein interessanter Hinweis!

Da ich selbst bei der DAK bin, bin ich gespannt, wann die sich bei mir melden. Und dann bin ich natürlich auch gespannt auf den neuen Allein-Anbieter.

Zu den Fragen:

- Erfahrungen wird wohl noch keiner gesammelt haben, weil die Umstellung ja noch aussteht.

- Mit Sicherheit, wird der neue Anbieter höherwertige Produkte offerieren, die man dann mit privater Zuzahlung kaufen kann. Ein umstrittenenes Prinzip.

- Kassenwechsel bringt natürlich was. Aber damit muss sich auch die 'Versorgungsgeschichte' neu aufbauen. Zum Beispiel: Wenn Heilmittel (nicht Hilfsmittel) außerhalb der Regel, z.B. für ein Jahr, bewilligt wurden, dann muss man dass bei der neuen Kassen neu beantragen.

Allerdings: Ich habe vor ein paar Jahren die Kasse gewechselt - und so schlimm bzw. kompliziert war das nicht. Trotz bestehender Grunderkrankung.

Beste Grüße,
Sebald

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04 Sep 2014 16:21 #3 von Drunkay
Danke!

Okay dann wäre es ja sinnvoll nur das zuzahlungsfreie Produkt zu nehmen und sich dann selber das gewünschte Produkt zu zu kaufen.
Dann ist man ja nicht der "Willkür" des Leistungserbringers und dessen Preise ausgeliefert.

Ich bin auch echt mal gespannt ob der neue Lieferant dann auch für mehrere Monate die Pauschale anrechnet, so wie das jetzt bei dem von meiner Mutter ist.

Da kommen ja spannende Zeiten auf einen zu...

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04 Sep 2014 21:28 - 04 Sep 2014 21:30 #4 von matti
Hallo Drunkay,

das Thema Hilfsmittelausschreibungen (Losverfahren) beschäftigt uns nun schon mehr als fünf Jahre.

Der Gesetzgeber hat im GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) festgelegt, dass die gesetzliche Krankenkassen die Hilfsmittelversorgung ab 2009 ausschreiben und über Vertragspartner organisieren. Die Patienten werden wenigen festen Versorgern zugeteilt – mit allen negativen Konsequenzen.

Zudem "gewinnt" zumeist ausschließlich der billigste Anbieter, sodass es zu völlig absurden Preisen in der Versorgungspauschale kommt, die teilweise unter 20 Euro/ Montsbedarf liegen. Natürlich kann für solche Preise keine vernünftige Versorgung stattfinden. Die Lösung der Kassen und Lieferanten: Wirtschaftliche Aufzahlungen, die leicht über 100 Euro im Monat bei einer vernünftigen Versorgung ausmachen können.

Mir ist keine einzige gesetzliche Krankenkasse bekannt (ich glaube es gibt noch ein, zwei Regionalkassen der AOK), die aufsaugende Hilfsmittel nicht ausschreibdn. Ein Kassenwechsel dürfte in diesem Bereich gar nichts bringen. Zudem muss man bei einem solchen Wechsel auch nicht nur einen Punkt in der Leistungspflicht bedenken. Was ist evtl. mit der Genehmigung von Physiotherapie (bei der DAK wird beisielsweise "Ausserhalb des Regelfalls" nicht geprüft!), Pflegebett, Rollstuhl u. ä. Hier gibt es ganz gravierende Unterschiede im Genehmigungsverfahren und der Kulanz zwischen den Kassen. Frage dich also vor einem Kassenwechsel, ob du in der Mehrzahl mit den Leistungen deiner Kasse zufrieden bist und welche Leistungen die neue Kasse erbringt. Bei den aufsaugenden Hilfsmittel wird es kaum einen Unterschied (negativ) geben.

Grundsätzlich kann man Widerspruch bei der Kasse einlegen und auf eine begründete, höherwertige Versorgung bestehen.

Eine gute Argumentationshilfe findest du hier:

www.bvkm.de/dokumente/pdf/Argumentations...kontinenzartikel.pdf

Auch der Klageweg steht offen, erfordert aber Geduld und Ausdauer, teilweise über mehrere Monate bis Jahre.

In unserem Unterforum gibt es zahlreiche Beiträge zu diesem Thema. Lies sie dir einmal durch, sie schildern viele Fälle wie deinen.

Matti
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05 Sep 2014 12:56 #5 von Drunkay
Also der Preisunterschied ist schon enorm. Bei dem Los welches meiner Mutter in SH betrifft ist die Pauschale bei ca. 14,90 EUR und hab mal bei meiner Krankenkasse der AOK Nordwest nachgefragt und dort beträgt die Pauschale 31,89 EUR.

Also ich persönlich finde ja das man sich nicht alles bieten lassen muss was die Drehstuhlhengste von der Krankenkasse sich im Schlaf einfallen lassen und bei solch einem Unterschied lohnt sich dann doch der Aufwand die Kasse zu wechseln.

Trotzdem Danke für eure Hilfe...werd nochmal ein wenig Googeln und mich weiter belesen und informieren.

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05 Sep 2014 15:58 - 05 Sep 2014 15:59 #6 von Sebald
...ja, schon ein Los mit dem Los.

Wobei die genannten 14,90 € als Pauschale doch recht wenig sind. Meines Wissens zahlt die DAK rund 21 €. Und das müsste bundesweit so sein.

Ganz grundsätzlich ist mir aber das Ausschreibungsverfahren und seine Kriterien nicht klar. "Möglichst billig" kann es nicht sein: Bei anderen Kassen kamen durchaus gestandene Lieferanten für bestimmte Postleitzahlengebiete zum Zuge, während andere Gebiete eben den von Matti genannten Billiganbieter bekamen, dessen Logistik dann schnell überfordert war.

Höchst unklar das alles. Aber für die Arbeitsabläufe innerhalb der Kasse natürlich super, wenn alle Rezepte gebündelt von einer Adresse kommen.

Ich glaube, letzteres ist ein wichtiges internes Argument. Denn wo der Kunde nun seine Inko-Pauschale verbrät, kann der Kasse ja egal sein. Hauptsache die Kosten wachsen nicht über den Pauschalbetrag hinaus.

Mal schauen wie das hier in Bayern dann kommt...

Wie sieht es eigentlich bei der TK, also der Techniker-Kasse, aus? Gibt es dort noch die freie Wahl?

Beste Grüße,
Sebald
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05 Sep 2014 18:25 #7 von hippo80
Hallo.
Ich bin bei der TK-auch hier gibt es keine freie Wahl mehr und auch im Normalfall keine zureichende Verdorgung. Nach 5 Monaten Kampf, unendlich vielen Telefonaten und Briefen, sowie einer persönlichen Begutachtung durch den MDK vor Ort habe ich für 1 Jahr die Bewilligung das die 2,5fache Pauschale und damit eine für mich hinreichende Versorgung gegeben ist. Aber es war hakt sehr nerven und zeitraubend. Auch wenn ich sonst von der TK recht begeistert bin, in diesem Fall macht sie nichts anderes als jede andere Kasse auch. Das sollte auch nicht wirklich der einzige Grund sein zu wechseln. Aber zum Glück gibts ja zumindest (fast) freie Kassenwahl.

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05 Sep 2014 18:50 #8 von Karlchen

Sebald schrieb: Wobei die genannten 14,90 € als Pauschale doch recht wenig sind. Meines Wissens zahlt die DAK rund 21 €. Und das müsste bundesweit so sein.


Keine Ahnung woran es liegt, aber bei mir zahlt die DAK knapp 30€ pro Monat. Das sehe ich an dem Eigenanteil von knapp 3€/Monat (10%). Fast genau soviel muss ich noch mal selber zahlen um das zu bekommen, was ich haben will.

Eine Neuausschreibung kann ja nur wieder in Richtung noch billiger gehen, oder? Ich bin gespannt! Rechne ich meine Zuzahlung und die Monatspauschale zusammen, dann bin ich etwas unter dem günstigsten Preis für mein Produkt im Internet. Die Internetanbieter können aber auch nur bei Tena kaufen. Tena macht also eher ein Riesengeschäft mit mir, weil sie den Zwischenhandel ausschalten, indem sie mich direkt beliefern.

Bin wirklich gespannt wo der Zug hin geht....mit Marktwirtschaft hat das aber wirklich nix mehr zu tun.

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18 Sep 2014 19:00 #9 von Drunkay
Ich habe mich nun gründlich in diese Materie eingelesen und Informationen gesammelt. Mehrere Stunden Internetrecherche und Gespräche waren notwendig.
Und nun ein Feedback was ich bisher in Erfahrung bringen konnte, mit dem Losanbieter DAK SH.

Also der Losgewinner ist Hauschild Hygieneprodukte GmbH. Bei dieser Frima darf meine Mutter nur von 08-12:30 uhr, wobei die genannte Telefonnummer eine Hotlinenummer ist (6ct aus dem dt. Festnetz) anrufen.Das ganze roch nach Call-Center. Also ich dort angerufen. Die Dame war nicht nett und nicht unfreundlich aber hatte auch kein Plan von der Materie und konnte meine gestellten Fragen nur mäßig beantworten.
Ich hab der Dame versucht verständlich zu machen das meine Mutter 120 Vorlagen im Monat benötigt.
Die bisher von meiner Mutter benutzen Seni Lady Super (lt. HMVZ eine Urininkontinenzvorlage und von dem bisherigen Lieferanten ohne wirtschaftliche Zuzahlung geliefert bekommen) hat diese Firma nicht im Programm,
daher bat ich um ein entsprechendes Muster, wobei ich ausdrücklich betonte das es Vorlagen sein sollen OHNE WIRTSCHAFTLICHE ZUZAHLUNG.

Paar Taqe später kam dann das Musterpaket mit folgendem Inhalt:

Delta San 6 Homecare (Artikelnr: 30882600)
(Davon kann meine Mutter 90 Stück bekommen ohne wirtsch. Zuzahlung, aber für welchen Versorgungszeitraum die genannten 90 Stück sind, geht dem Schreiben nicht hervor, übrigens bei allen Produkten fehlt diese Angabe)

Delta San 6 TBS (Artikelnr: 30883601) 120 Stk. + 15,59 EUR
Tena Comfort Extra 80 Stk. + 21,42 EUR
Fixiernetzhose Gr. L 1 Stk + 0,58 EUR

Alle Vorlagen entsprechen lt. HMVZ der anatomisch geformten Vorlagen Gr. 1.
Diese Vorlagen haben keinen Klebestreifen zur Fixierung mehr, so wie es bei Seni Lady Super der Fall ist.
Daher ist ja auch die Netzhose dabei aber nachdem was ich im Internet und auch vom bisherigen Lieferanten MediKa Agneta Kallweit e.K. erfahren habe, gehört eine Netzhose bei Vorlagen ab dieser Größe KOSTENLOS dazu! Klar gibt es auch dort Unterschiede aber auf die kostenlose Netzhose wird nicht eingegangen und wurde als Muster nicht mitgeschickt.

Dann habe ich mich intensiver mit dem beigefügten Papierkram gewidmet. Und musste erschreckender Weise folgenden Satz lesen.
Ich zittere: "Wie gewünscht wählen Sie aber eine Versorgung die über das Maß des Notwendigen hinausgeht (d.h. Mehrleistung),
sodass Sie die Mehrkosten für das von Ihnen gewählte Hilfsmittel sowie die möglichen Folgekosten selbst tragen."
Anbei lag dann auch schon eine Einzugsermächigung. Meine Mutter hat sich nocht nicht einmal für ein Produkt entschieden, geschweige denn ist eine Versorgung mit 4 Vorlagen am Tag kein Mehrbedarf, wobei mit den angegebenen 90 Stück von Delta San 6 Homecare noch nicht einmal die erforderlichen 120 Stk. erreicht (auch wenn diese Vorlagen angeblich mehr Saugvolumen hat, ist auch hier eine Versorgung mit 4 Vorlagen am Tag ganz normal.

Achja und man soll gleich eine Unterschrift leisten, dass man Aufgeklärt wurde, das Produkt wünscht und diese Bedingungen akzeptiert.

Aufklärung? Bedingungen? Für mich ist in diesem Schreiben nur sehr wenig geklärt. Für mich war nur klar, dass das ältere Menschen ohne Hilfe ausgeliefert sind und am Ende ne fette Rechnung kriegen.

Dann hat meine Mutter die Vorlagen ohne wirtschaftliche Zuzahlung getestet und Sie war wesentlich schlechter als die die Sie bisher benutzt. Alle anderen kamen wegen der Zuzahlung nicht in Frage.

Sorry Leute für den langen Text aber ich musste einfach mal das ganze loswerden.
Ich werd mit dem Kram zur Krankenkasse marschieren und die sollen mal alles mit denen Klären. Das Call-Center versteht mich nicht und dort erreich ich nix.

Ich werd erstmal zum Sport gehen und mich abreagieren, denn sonst kriegste hier noch Augenkrebs von diesem Brief...

Gruß
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16 Okt 2014 20:23 #10 von Karlchen
Dies ist mal wieder ein sehr positives Beispiel für die Wichtigkeit dieses Vereins bzw. des Forums.

Ohne dieses Forum hätte ich wahrscheinlich nie von den Änderungen bei der DAK erfahren? Wird sich zeigen. Bisher hat mich die DAK auf jeden Fall nicht davon informiert, dass sich für mich etwas ändert. Wahrscheinlich hätte ich Anfang des nächsten Jahres ein neues Rezept beim Doc geholt, dieses meinem Versorgen geschickt...und festgestellt, dass dieser nicht mehr für mich zuständig ist. Welch ein perfides Vorgehen der DAK und des bisherigen Versorgers!

Ich habe also gestern mal sowohl die DAK als auch den neuen zuständigen Versorger per email angeschrieben. Vom Versorger bisher keine Antwort, von der DAK kam heute um 16:59 eine Antwort:

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Ihre Informationen sind korrekt. Zukünftig ist xyz für Sie zuständig.

Es gibt keine Infos welche Marken der zukünftige Versorger bereitstellt. Ergo: Wenn man weiter so versorgt sein will wie bisher, dann muss man sich doch frühzeitig kümmern können! Wenn jetzt also evtl. meine Pants nicht lieferbar sind, dann muss ich doch die Möglichkeit haben zu testen, was denn evtl. als Alternative lieferbar ist. Sind die der Meinung, dass das jeder (okay, ich könnte evtl.) innerhalb kürzester Zeit regeln kann?

Allein das Vorgehen der DAK hat mich dazu gebracht den Dialog mit denen per email zu sichern. Ich finde das ist eine Katastrophe!

Danke dem Forum hier und Drunkay für die Infos, die mich sonst evtl. nie erreicht hätten.

Gruss Karlchen
Folgende Benutzer bedankten sich: grace

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