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Probleme beim ISK

17 Jan 2021 08:42 #1 von Astronaut
Hallo zusammen,
Ich bin weiblich, 30 Jahre Alt und habe einen Verdacht auf neurogene Blasenentleerungsstörung. Vor 2 Jahren wurde mir ein großer gutartiger Tumor aus dem kleinen Becken inkl. Beckenboden Muskel entfernt und seitdem habe ich Probleme bei der Entleerung. Ich bin nicht inkontinent sondern habe Restharn (150-300 ml). Nach Biofeedback, EMS, nehme ich nun Tramsusolin und soll ISK anwenden.
Allerdings habe ich mit dem ISK Probleme, da dieser sich alle paar Tage an der Schleimhaut festsaugt. Dann bekomme ich ihn fast nicht raus. Drehen, Wechsel Katheter (Fabrikat, Größe und Länge) haben bisher nichts gebracht. Mein Problem ist, dass ich nach dem Festsaugen und schmerzhaften Entfernen, einen Harnwegsinfekt bekomme und Antibiotika nehmen muss. Hat jemand noch Tipps für mich was ich machen kann? Ich freue mich über einen Austausch der Erfahrungen. Grüße Astronaut

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18 Jan 2021 14:25 #2 von Uta
Hallo Astronaut

Dass sich der Katheter festsaugt habe ich noch nicht gehört. Ich benutze seit über 3 Jahren die Katheter von SpeediCath Compact Plus von Coloplast, damit komme ich am besten zurecht (CH 12/4,0 mm). Hatte auch Restharn bis 300 ml, inzwischen hat es sich verbessert auf ca. 150 ml. Aber mit Blasenentzündungen habe ich auch viel zu tun. Bin schon resistent gegen viele Antibiotika. Im Moment nehme ich UroTablinen 50 mg damit ich nicht schon wieder eine BE bekomme. Tamsulosin hat mir nicht geholfen, auch Biofeedback nicht. Elektrostimulation habe ich 4 Wochen lang durchgeführt , dann wegen starker Schmerzen abgebrochen.
Bestimmt kann Dir ein Urologe oder eine Person, die Dir das ISK gelehrt hat weiterhelfen.
Liebe Grüße
Uta

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10 Apr 2021 08:40 #3 von Astronaut
Hallo Uta,

Nach meinem letzten Beitrag habe ich nochmals mit meiner Hilfsmittel Beraterin, dem Beckenbodenzentrum und meinem Urologen gesprochen. Leider kann sich niemand das erklären. Die Vermutung ist, dass die Blase schmerzt beim Entleeren. Das könnte durch eine Nervenfehlsteuerung kommen.

Aktuell versuche ich mich daran zu gewöhnen. Um Blasenentzündungen zu vermeiden und die Bakterien los zu werden muss ich nun 3 Monate Antibiotika nehmen. Ich habe Klebsiellen in der Blase.

Mit den Nebenwirkungen vom Tramsusolin und dem Antibiotikum habe ich ziemlich zu kämpfen.

Was hast du bei deinen Beschwerden gemacht, wenn alles was du erwähntest nichts gebracht hat? Hast du oder jemand anderes Erfahrung in TCM, Fussreflexzonen Massage oder der Pohl Therapie?

LG

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10 Apr 2021 10:07 #4 von kleines-engelchen
Hallo Astronaut,

auch ich hatte anfänglich riesige Problem mit dem ISK. Wie auch du, konnte ich nach einer Beckenop die Blase nicht mehr entleeren. Inkontinent bin ich so gesehen auch nicht. Ich habe auch alles erdenkliche ausprobiert.(kannst gerne mal in meinen vorherigen Beiträgen schauen) Ich hatte am Anfang 500ml Restharn. Also die gesamte Blasenfüllung. Als ich das ISK erlernte wollte, und auch konnte, wollte ich mich damit ganz und gar nicht abfinden. Ich hatte am Anfang auch immer wieder Blut dabei. Es schmerzte, oft fand ich die Öffnung nicht und verkrampfte mich. Ich war da einfach viel zu schnell und ungeduldig. Mit der Zeit ging es immer besser, allerdings verfolgte mich auch immer wieder eine Blasenentzündung nach der anderen. Vor der OP hatte ich NIE damit zu tun....Ich versuchte mich immer zu entspannen, langsam zu machen. Ich dachte mir immer, Mensch es muss auch ohne ISK gehen. Ich konzentrierte mich immer und immer wieder auf meine Atmung die Blase, die Öffnung(ich schreibe es einfach mal so, es ist schwer zu erklären). Und dann irgendwann nach tagelangem Training (und ich muss gestehen, auch mit der Bauchpresse) kamen dann ein paar Tröpfchen. Und so übte ich tagein, tagaus....Die Entzündungen wurden besser, ( ich hatte auch schon ein Langzeitantibiotika Maraton hinter mir)da ich ja versuchte auf dem "normalen" Wege Urin zu lassen. Die Restharnmengen wurde besser ...auf 300ml, dann auf 150ml dann auf 50ml. :) Es ist ein langer Weg und man benötigt viel viel Geduld. Jeder Körper ist auch anders. Aber ich würde auch nichts unversucht lassen. :)
Ich drücke Dir ganz feste Die Däumchen und schick Dir einen lieben Gruß.
Simone

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10 Apr 2021 14:16 #5 von Schelmenburg
Hallo!

Ich bin neu in diesem Forum und bin froh, dass ich mich hier informieren und austauschen kann!

Ich bin M61 aus Frankfurt/Main. Vor einigen Wochen hatte ich einen totalen Harnverhalt und meine Blase funktionierte nicht mehr. Zuvor hatte ich schon immer viel Restharn und sehr oft Blaseninfekte.
Ich war zwar immer regelmässig zur Urologischen Untersuchung und hatte auch Blasenspiegelungen und eine Biopsie. Mein älterer Bruder hatte schon Blasenkrebs. Ich selbst hatte früher einen Bandscheiben-OP.

Meine Blase ist stark überdehnt und nun geht nichts mehr. Ich erhielt dann einen Transurethalen-Dauerkatheter für 4 Wochen bis zum 8.4. und nun bin ich ISK-Anwender weil meine Blase weiterhin nicht funktioniert und auch kein Impuls kommt wenn meine Blase voll ist.

Ich habe mit ISK ziemlich Probleme weil es immer Blutet und je öfter ich es anwende, immer mehr Blut austritt.

Die problematische Stelle ist ja der Punkt an dem der Katheter in die Blase eintritt und das ist relativ Schmerzhaft bei mir. Heute Vormittag habe ich beim ISK den Katheter in der Blase noch etwas weitergeschoben weil ich dachte eventuell ist noch Harn in der Blase, und hierbei ist dann für mein Empfinden viel Blut in den Katheter gelaufen.

Die Angst dass es etwas sehr ernsthaftes ist, besteht bei mir sowieso, weil in unserer Familie Krebs leider schon mehrfach aufgetreten ist.

Ich hatte schon lange, trotz voller Blase, kein Druckgefühl oder zumindest kein normales Empfinden bei der Blasenentleerung und ich musste auch mehrmals zur Toilette in kurzen Abständen, Nachts auch mehrfach und immer nur wenig Harn.

Die Ursache warum meine Blase nicht mehr funktioniert ist wahrscheinlich das der Blasenmuskel durch die anhaltende Überdehnung am Ende ist. Es wurde mir auch signalisiert, dass es irreversibel wäre,

Nun wurde mir mit einem UROMED Symplycat mobil CH12/Nelaton die ISK-Anwendung erklärt.

Am Anfang, nach den ersten zwei oder drei Versuchen, hat es nicht so viel geblutet aber es tut ziemlich weh an der Engstelle.
Dann wurde es mit jedem ISK mehr Blut . Ich habe auch die letzten viermal (davon heute zweimal) von Coloplast den SpeediCath Standard CH12/Nelaton verwendet. Ich fand ihn von der Handhabung her gut aber während der Anwendung mit diesem Katheter haben die Blutungen zugenommen (ist mein Eindruck).

Ich kann ja meine Blase nicht länger erholen lassen, da ich den ISK momentan täglich viermal benötige. Ich bin dabei auch nicht entspannt, aber bemühe mich intensiv locker zu sein und nehme mir viel Zeit dabei. Das Wochenende ist lang und mein Urologe ist auch noch in Urlaub, aber die Praxis ist offen und ich kann kommen.

Ich hatte hier im Forum gelesen, dass der Coloplast SpeediCath Standard von manchen als zur starr/hart empfunden wird.
Vielleicht ist das auch ein Grund meines Problems. Aber ich finde zur Zeit in der Anfangsphase sind alle Katheter gleich unangenehm! Ich habe deshalb auch Angst vor der nächsten Anwendung..

Ich verfüge noch über 3 Muster von Coloplast SpeediCath Flex, CH12/Nelaton den ich noch nicht getestet habe.

Meine Fragen sind: was soll/kann ich tun um herauszufinden warum meine Blase streikt und wie kann ich herausfinden ob sie vielleicht wieder funktionieren wird /(es ist wahrscheinlich naiv von mir), und was mache ich falsch bei der ISK-Anwendung?
(ich glaube ich führe auch zu tief in die Blase hinein?),

Hat jemand vielleicht eine Adresse (Arzt/Klinik etc.) wo es hohes know how und Kompetenz gibt und gute Erfahrungen hat?

Wie schaffe ich es ohne Schmerzen den Katheter einzuführen? Wieviel Verletzung hält meine Harnröhre/Blase aus ohne das
es noch schlimmer wird als es schon ist und auch bleibende Verletzungen entstehen?

Wird es jemals besser werden?

Ich bin für jeden Rat sehr dankbar und freue mich auf Kontakte und den Austausch. Ich bin alleinstehend und ich habe auch keine Ansprechperson, denn dieses Thema ist ja sehr deprimierend und ich kann mit nicht betroffenen darüber auch nicht sprechen.

Vielen Dank im Voraus und beste Grüsse aus Frankfurt!

Bernd

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10 Apr 2021 17:55 - 10 Apr 2021 20:56 #6 von kleines-engelchen
Hallo Bernd,

und auch Dir ein herzliches Willkommen!
Zuerst einmal würde ich Dir raten, die Problematik mit dem Blut beim Arzt anzusprechen. Und dann kannst du auch gerne einen Homecareservice in Anspruch nehmen. Hier wird dann jemand zu Dir nach Hause kommen und Dir in aller Ruhe den ISK erklären bzw. dir Helfen, dir Tipps geben und schauen, wie du damit umgehst. Ich hatte am Anfang auch immer wieder Blut dabei. Das hat mir sehr Angst gemacht. Auch meinte ich immer, den Katheter zu weit in die Blase einzuführen, damit auch das letzte Tröpfchen rauskommt. Dabei kam es immer zu Schmerzen. Ich verkrampfte mich auch immer und immer wieder. Es dauerte schon einige Zeit....Auch bei mir gab es keine Blasendruckgefühl ....
Hier im Forum gibt es auch einige Anlaufstellen/Ärzte/Urologe. Anbei der Link.

www.inkontinenz-selbsthilfe.com/service

Viele liebe Grüße und alles Gute für DICH. Simone

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10 Apr 2021 18:28 #7 von Schelmenburg
Liebe Simone,
herzlichen Dank für diese wertvollen Informationen!
Deine Erfahrungen machen mir doch mehr Mut. Ich stehe ja am Anfang dieses Wegs.
Danke nochmal und ich wünsche dir
auch alles Gute!
VG Bernd

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10 Apr 2021 22:54 #8 von matti
Hallo Bernd,

wenn es zu den von dir beschriebenen Komplikationen kommt, dann soltest du beachten:

Bei Problemen beim Einführen des Katheters, wie mechanische Probleme und in dessen Folge Blut am Katheter/Katheterspitze, sollte immer das Handling überprüft werden.
Sinnvoll kann das Ausprobieren oder der Wechsel der Beschichtungsart und/ oder der Katheterspitze sein.

Gerade die Spitze des Katheters kann einen großen Unterschied machen.

- Nelaton: gerade, gerundete Spitze
- Tiemann: gebogene Spitze
- Kugelspitze: sanfte, abgerundete Kugelspitze ermöglicht 360° Navigation um ein Hindernis

Es ist sehr sinnvoll, wir dir bereits geraten, einen Ansprechpartner aus dem Homecarebereich zu haben.

Gruß
Matti

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12 Apr 2021 11:04 #9 von Uta
Hallo Astronaut,
wie gesagt, Tamsulosin hat mir nicht geholfen, auch Ubretid nicht. Habs lange genommen, aber keine Nebenwirkungen. Nur als ich das Tamsulosin abgestzt habe, konnte ich zum Teil gar keinen Urin lassen. Hat sich dann aber wieder sehr langsam gebessert.
Zu Deiner Frage wegen Erfahrungen mit alternativen Methoden habe ich nur 15 x Akupunktur für Blasenmeridian gehabt. Hat aber auch nichts gebracht. Evtl. könnte man noch Osteopathie probieren? Jetzt warte ich auf einen Termin für einen Blasenschrittmacher, letzte Hoffnung !! Der PCN Test hat kein gutes Ergebnis gebracht, ein Kabel hatte auch keine Verbindung zu den Sakralnerven mehr, war verrutscht.
Die Klebsiellen- Keime hatte ich auch schon mehrmals, nehme jetzt seit ca. 6 Monaten UroTablinen 50 mg 1x tgl. um Infekte zu vermeiden. Aber ich habe mal gelesen, dass sich diese Keime in der Blasenwand festsetzen und dann immer wieder auftauchen. Kenne jemand, deren Blase gespült wurde um die Keime zu vernichten. Wäre doch auch eine Möglichkeit. Bin kein Arzt, vermute es nur.
Werde weiter berichten.
Liebe Grüße
Uta

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12 Apr 2021 21:50 #10 von Maira
Hallo Astronaut,

ich nehme Tamsulosin und bei mir hilft die Fußreflexzonen-Therapie Wunder. Ohne dies funktioniert bei mir leider nichts.

Seit Anfang des Jahres muss ich mich auch katheterisieren. Am Anfang war es ein Albtraum, aber nun klappt es sehr gut.

Mir wurde D-Mannose empfohlen. Dies nehme ich nun 1x täglich seit dem ich ISK anwende. Bisher habe ich mir noch keine Blasenentzündung eingefangen. Gott sei Dank! Vielleicht hilft Dir dies ja auch.

Zu Beginn war das Katheterisieren sehr unangenehm, aber nun gehört einfach zu meinem Alltag und ich spüre es garnicht mehr.

Gib nicht auf!

Liebe Grüße
Maira

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