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Probleme durch SPK (Bauchdeckenkatheter)

20 Jan 2021 11:49 #1 von delta
Hallo Mitbetroffene,

bei mir wurde Ende 2018 ein PC (Gleason 9) ohne nachweisbare Metastasen festgestellt. Wegen weitgehendem Verschluss des Harnleiters (insb. nach der Biopsie) erst kurz Harnröhren-Katheter, dann Bauchdeckenkatheter.(anfang 19)
Der Tumor macht momentan keine Schwierigkeiten.
Dagegen macht der Katheter immer wieder (oft unterschwellig) Probleme.
Ich klebe ihn außerhalb des abdeckenden Pflasters fest, da bereits mehrmals (unbemerkt) der Balon entleert und der Katheter soweit rausgerutscht war, dass es zum Harnverhalt kam, den ich anfangs auf eine Verstopfung des Kath. zurückführte. Einmal konnte der Katheter nur nach nach Dehnung der Öffnung wieder eingesetzt werden.
Darüberhinaus führt der Schlauch des Silikonkatheters und der Pflaster auf der Haut immer wieder zu starken Reizungen, denen ich nur durch ständiges Umlagern des (äußeren) Schlauches begegnen kann.

Was mich aber am meisten beunruhigt: die Blase schrumpft immer weiter, sodaß derzeit etwa nur noch 100 ml gehalten werden können, bevor ein schmerzhafter Entleerungsreiz entsteht.
Wie geht das weiter?
Irgendwann wird man nicht mal mehr den Ballon des Kath. hineinbekommen. Auch eine evtl. später notwendig werdende erneute Anlage eines Katheters wird kaum durchzuführen sein.

Hat jemand damit Erfahrung?
Gibt es hier jemanden, der über Jahre einen solchen Katheter trägt und keine Blasenfüllungen erträgt?
Gibt es einen Ausweg nach dem suprapubischen Katheter?

Viele Dank im Voraus für Eure Hilfe
Delta

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20 Jan 2021 13:30 #2 von Jens Schriever
Hallo Delta

Sei recht herzlich Willkommen hier im Forum vom Inkontinenz Selbsthilfe e.V.
Ich selber trage einen Bauchdeckenkatheter schon viele Jahre und komme gut damit zurecht. Das der Ballon schon öfter entleert war ist nicht normal und die Ursache sollte vom Urologen geklärt werden. Mir ist dieses Problem mit dem Katheter auch vor 2 Jahren passiert. Grund war ein großer Blasenstein der den Ballon beschädigte so dass der Ballon seine Blockung verlor. Blasensteine können sich bei einen liegenden Katheter immer bilden vor allen wenn auch die Trinkmenge zu wenig ist. Hier sollte durch eine Blasenspiegelung oder Röntgen nach den Ursachen gesucht werden.
Ein schrumpfen der Blase ist bei offen Katheter normal, denn die Blase ist ein Muskel und wie jeder Muskel der nicht gefordert wird schrumpft. Hier hilft ein Blasentraining. Ich hatte auch die ersten 2 Jahre meinen Katheter offen bis sich Probleme einstellten. Das ging so weit dass ich den Katheter nicht mehr offen tragen konnte. Ich habe den Katheter geblockt und ein Blasentraining begonnen. Anfangs alle Std. den Katheter geöffnet und den Urin abgelassen und danach wieder geblockt. Zur Sicherheit trage ich Inkontinenz Slips. Mittlerweile wird der Katheter nur zum normalen Urinieren geöffnet und dann wieder geblockt. Zur Sicherheit trage ich weiter die Slips. Auch kann ich wieder den Katheter länger offen lassen ohne Schmerzen. Um die Speicherkapazität der Blase zu erhöhen ist viel Geduld erforderlich.


Gruß Jens

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20 Jan 2021 14:30 #3 von delta
Hallo Jens,

danke für Deine Antwort.
Das wäre natürlich gut, wenn die Blase mit Training auch wieder größer werden könnte; mein Urologe meint, die Blase könne
zwar kleiner, aber nicht mehr größer werden.
Darüberhinaus ist meine Blase ja auch noch (mit-)bestrahlt worden, was ja wahrscheinlich auch nicht gerade hilfreich ist.
So lauert am Ende mögl. doch ein "Ileum-conduit" .:(

Grüße
Reinhard

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20 Jan 2021 15:07 #4 von Jens Schriever
Hallo Reinhard

Doch das geht ist nur sehr langwierig. Auch ich hatte Prostatakrebs mit Bestrahlung.
Ich wünsche Dir weiterhin viel Glück und eine schnelle Besserung.

Gruß Jens

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20 Jan 2021 17:40 #5 von delta
Hallo Jens,

Danke! Das Gleiche wünsche ich Dir !!

Reinhard

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02 Mai 2021 13:19 - 02 Mai 2021 13:59 #6 von matti
Hallo Reinhard,

obwohl ich wirklich jeden Beitrag hier lese, ist mir deiner irgendwie ein wenig durch gegangen.

Die Harnblase ist ein dehnbares, muskuläres Hohlorgan. Deshalb wundere ich mich, dass dein Arzt einen Volumenaufbau ausschließt. Unter Dauerableitung schrumpft die Blase und ein Volumentraining ist nicht möglich. Will man ein Volumen erhalten oder aufbauen, dann geht dies ausschließlich, wenn man die Blase sich füllen lässt. Bei liegenden Katheter wäre dies durch stundenweises Blocken zu ereichen.

Ich kenne keine grafische Darstellung der Harnblase, die korrekt darstellt. Immer wird die Blase als "kürbisartig" dargestellt. Dies ist aber ausschließlich dann der Fall, wenn die Blase voll ist. Nach der Miktion, oder in deinem Fall bei dauerhafter Ableitung, ist die Harnblase kein hohler Ballon, der in seiner Anatomie einfach so "stehn" bleibt. Nach der Entleerung sieht die Blase eher wie eine verschrumpelte Rosine aus.

Bei Dauerableitung ist die "verschrumpelte Rosine" der Normzustand der Harnblase. Die Vorstellung der Katheterballon "schwimme" im Urin der Harnblase ist falsch. Gerade dieses dauerhafte Anliegen an der Blaseninnenwand und deren Schleimhäuten verursacht ja nicht selten (gefürchtete) Komplikationen.

Es gibt Indikationen, die eine Anlage unumgänglich machen. Letztlich sollen und müssen die Mediziner (nach gründlicher Abwägung) beurteilen. Hinterfragen kann aber nicht falsch sein.

Die Vorstellung, es käme der Tag wo der Katheter nicht mehr in die Blase eingeführt werden können, scheint mir falsch. Der Ballon wird erst nach dem Einlegen geblockt. Folglich muss es kein Volumen (Hohlraum) zuvor geben. Der gefüllte Ballon dehnt die Blase.

Gruß
Matti

Auch wenn die Grafik die weibliche Anatomie zeigt, verdeutlicht sie als eine der wenigen Grafiken, wie die Blase in etwa aussieht:

Anhang:

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02 Mai 2021 15:50 #7 von Blinki
Hallo Rheinrad, ich möchte meine Erfahrungen nun auch mal mitteilen.

Trage nun seit knapp 5 Jahren einen SPF und habe keine Probleme damit.
Habe mit meinen Arzt über meine Angst der Schrumpfblase gesprochen. Wir haben uns dann für ein Ventil entschieden um den SPF stunden weise zu blocken,(Max. 4 Stunden), diese dann zu leeren und wieder auf einer dauerhaften Ableitung zu gehen.

Dieses mache ich seit drei Jahren und habe bis jetzt keine Probleme. Ebenso hat mich der Urologe darauf angesprochen, ( dieser der mir das BOTOX in der Blase spritzt) das meine Blase super, von innen gesehen, ausschaut.

Lieben Gruß
Marco

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02 Mai 2021 17:28 #8 von delta
Hallo Matti,

danke für Deine Ausführungen.
Mir ist schon bewußt, daß bei Dauerentleerung der Ballon nicht schwimmt, sondern in einer vollständig kontrahierten Blase eingeengt wird.
Die Blase, die zur Zeit der Dtrahlentherapie noch etwa 250ml fassen konnte, läßt jetzt 100 ml Inhalt kaum ertragbar erscheinen; das heißt, sie ist kontinuierlich geschrumpft.
Grund ist möglicherweise auch die Bestrahlung der unteren Abschnitte, die sich kaum vermeiden läßt.


Gruß
Reinhard

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02 Mai 2021 17:31 #9 von delta
Hallo Marco,

danke für Deine Hinweise!
Darf ich fragen, warum bei Dir der SPK gelegt wurde?
Wofür ist das Botox gut?
Nichtsdestotrotz werde ich jetzt mal öfter versuchen, den Katheter länger abzuklemmen.
Vielleicht verzögert das ja etwas die Schrumpfung.

Gruß
Reinhard

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05 Mai 2021 10:01 #10 von Blinki
Hallo Reinhardt.

bei mir wurde der SPF gelegt aufgrund einer Rückenmarkserkrankung. Hier Syringomylie die durch einen privaten Unfall entstanden ist. Leider habe ich es selber versaut, da ich mein Haus umgebaut hatte und nicht zum Arzt bzw. Krankenhaus gegangen bin. Irgendwann habe ich dann beim Kunden Urin verloren. So bin ich dann zum Urologen und Neurologen gegangen. Dort wurde ein MRT und ein CT, diverse Neurologische Untersuchungen gemacht. Letztendlich kam dann die Diagnose Syringomylie heraus. Mit dieser bin ich bei einen Professor in Behandlung.
Ich bin dann immer noch arbeiten gegangen und hatte 2016 einen schweren LKW Unfall, ( unverschuldet), Dort habe ich einen inkompletten Querschnitt auf Höhe C3 erlitten. Nach Behandlung und Reha im Querschnittzentrum wurde ich Neuro-urologisch weiter betreut und dort wurde ein spastische Blase festgestellt. Mein Blaseninnendruck ist ca. 4 mal so hoch wie er sein sollte.
Nach der ersten Botox Induktion wurde noch einmal eine Blasendruck Messung vorgenommen und er hatte sich einigermaßen normalisiert.
Nun habe ich am 11.05.21 die nächste Botox Operation.

Ich habe mich für Botox entschieden, da ich mich mit einen Blasenschrittmacher noch nicht anfreunden kann. Ebenso möchte ich es langsam angehen.

Ich hoffe ich konnte dir einigermaßen deine Frage beantworten.

Lieben Gruß aus Bremen
Marco

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