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Dünner Stuhl geht ab und zu in die Hose

30 Sep 2017 12:24 #1 von Helmut58
Hallo,
ich bin neu hier, knapp 58 Jahre alt und habe seit einiger Zeit Probleme mit dem Stuhlgang. Ich hatte vor knapp einem Jahr die Diagnose Prostatakrebs und mir wurde bei meinem Stadium von einer OP abgeraten und zu einer Bestrahlung geraten, da icg diese sowiso auch nach einer OP noch bekommen hätte. Man hat mich über alle möglichkeiten Nebenwirkungen aufgeklärt, und ich habe auch promt mitte der Bestrahlung eine Darmentzündung und Durchfall bekommen, der nun schon über 4 Monate anhält und laut meinem Strahlenarzt auch noch insgesammt bis zu einem Jahr andauern kann. Mein Problem ist seitdem, dass sich mein Stuhlgang sehr plötzlich ankündigt und wenn ich nicht schnell genug eine Toilette aufsuchen kann das ganze durchaus in die Hose gehen kann. Es ist mir schon einige Male passiert, dass ein wenig während des Ganges zur Toilette in die Unterhose gegangen ist da ich beim laufen, aber auch beim stehen so gut wie nicht mehr in der Lage bin den Stuhl zurückzuhalten. Zweimal ist es schon richtig heftig in die Hose gegangen und das macht mich ganz schön fertig. Im Internet habe ich leider nicht viel über das Thema Inkontinenz nach Bestrahlung gefunden, außer daß bestrahlte Muskeln verbrannt sind und man da nix mehr machen könnte. Ich hatte eigentlich immer große Angst davor Harninkontinent zu werden, das war das schlimmste was ich mir verstellen konnte, nun wurde ich eines besseren belehrt und über diese mögliche Nebenwirkung wurde ich erst gar nicht aufgeklärt.
Es belastet mich sehr und ich weiß nicht wo das noch hinführt, bzw. was ich jetzt unternehmen soll. Da kann ich mich nicht darüber freuen dass ich den Harn halten kann, der Stuhl aber immer öffter in die Hose gehen wird. Sollte das nun so weiter gehen dann würde ich mir beinahe wünschen, dass mein Krebs weitermacht und das ganze nicht mehr allzulange mitmachen muss. Sorry dass ich sowas schreibe, aber ich kann mich gerade nicht mehr darüber freuen, dass mein Krebs gerade auf dem Rückzug zu sein scheint. Es wäre schön wenn mir jemand einen Tip, bzw. Rat geben könnte was ich überhaupt noch tun kann, ich weiß auch nicht ob ich hier im richtigen Forum bin.

Helmut58

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30 Sep 2017 16:29 - 30 Sep 2017 16:38 #2 von Ano
Moin Moin Helmut!

Sei recht herzlich willkommen in unserem Vereinsforum der Inkontinenz Selbsthilfe e.V.!

Nein, Du bist hier nicht falsch und entschuldigen musst Du Dich schon mal gar nicht, dass Du über Deine Inkontinenz hier schreibst. Wir alle hier sind Betroffene - egal, ob harn- oder stuhlinkontinent - und möchten in diesem Vereinsforum mit unseren Erfahrungen anderen Betroffenen weiterhelfen und ihnen Mut machen, ihr Schicksal nicht ergeben hinzunehmen sondern ihnen zeigen, dass es viele Möglichkeiten und Hilfsmittel gibt, die die jeweilige Situation erträglicher machen.
Im Internet wird viel geschrieben - klar, dass jeder mittels Google über seine Beschwerden und Krankheiten nachlesen will. Das kann aber auch durchaus kontraproduktiv sein, denn nicht alles sollte man glauben ... schon gar nicht diese ganzen "Horrorgeschichten", die da so kreisen.
Fakt ist doch folgendes: Wenn etwas schlimm ist oder ein Eingriff nicht wunschgemäß gelungen, dann wird das sofort ins Netz gestellt.
Ist aber alles positiv verlaufen, macht sich kaum jemand die Mühe und setzt das ins Internet - das ist dann ja selbstverständlich und offensichtlich nicht erwähnenswert.

Ich selbst bin nach einer schweren Darmoperation stuhlinkontinent Grad 3. Das ist jetzt ca. 7 Jahre her. Zwei lange Jahre habe ich gelitten, mich kaum aus dem Haus getraut und war fix und foxi. Deshalb kann ich Deine derzeitige psychische Verfassung sehr gut verstehen.
In dieser Zeit habe auch ich Rat und Hilfe im Internet gesucht und bin (genau wie Du heute) hier gelandet. Bei mir ist die Ursache ja eine völlig andere, die Stuhlinkontinenz aber und die psychische Belastung dadurch ist im Prinzip sehr ähnlich.
Bei mir ist nichts reversibel, deshalb bin ich seit ca. 5 Jahren Trägerin eines SNS (Sakral-Nerven-Stimulators). Das ist eine Art Schrittmacher, der oberhalb des Gesäßes implantiert wird. Damit bin ich sehr zufrieden. Näheres dazu später.

Da sich laut Aussage Deines Strahlenarztes Deine Situation durchaus langfristig bessern wird und Du sogar wieder kontinent werden würdest, wären allerdings andere Hilfsmittel hilfreicher, die nicht mit einer oder mehrerer Operationen verbunden sind.

Zu erwähnen wäre hier die anale Irrigation: Klick auf unsere Vereinshomepage
Dort kannst Du Dir auch ein kurzes Video dazu anschauen.
Sie ist nicht zu verwechseln mit einem Einlauf und viele Ärzte kennen diese Art des Stuhlmanagements nicht.
Die anale Irrigation darf aber nur auf Anordnung des Arztes und nach praktischer Anleitung durch qualifiziertes Fachpersonal durchgeführt werden! Das Zubehör bekommst Du verschrieben und ein Homecareservice von Coloplast (Siewa) zeigt Dir ganz diskret und in Deinen eigenen vier Wänden, wie dabei vorzugehen ist.

Es braucht etwas Geduld, bis sich Dein Darm darauf eingestellt hat. Aber wenn Du das täglich morgens zu Hause anwendest und Dir Ruhe und Zeit dafür nimmst, dann können solche Missgeschicke eigentlich nicht mehr passieren, denn Dein Darm ist geleert und für mehrere Stunden bzw. den Rest des Tages hättest Du nichts zu befürchten.
Hier kannst Du zusätzliche Infos dazu lesen: Klick

Eine weitere Möglichkeit wäre ein Analtampon: Klick auf unsere Vereinshomepage

Als letzten Vorschlag meinerseits gäbe es dann noch die sakrale Neuromodulation, auch Sakralnervenstimulation (SNS) oder umgangssprachlich Darmschrittmacher genannt.
Das geht allerdings mit mehreren kleineren Operationen einher und wäre für Dich erst von Belang, wenn Deine Inkontinenz nicht mehr zu heilen ist und Deine behandelnden Ärzte dies bei Deiner Grunderkrankung befürworten.
Informationen dazu: Klick auf unsere Vereinshomepage

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas weiterhelfen.
Wenn Du noch Fragen hast, dann nur zu. Sicherlich wird sich hier noch der eine oder andere finden, der Dir auch weiterhelfen kann.

LG, Ano

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30 Sep 2017 17:24 - 30 Sep 2017 17:28 #3 von Ano
Nachtrag:

Wenn Du wirklich nur bei dünnflüssigem Stuhl inkontinent bist und festen Stuhlgang halten kannst, wäre es eigentlich die beste Option, Deine Ernährung entsprechend umzustellen und/oder alternativ Flohsamen einzunehmen.

Die gibt es auch in Form von Kapseln oder Tabletten zum Einnehmen: Klick .

Einen Versuch wäre es auf jeden Fall wert und wenn Du damit klar kommst, ist es bestimmt die beste aller Lösungen.

LG, Ano

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01 Okt 2017 20:41 #4 von matti
Hallo Helmut,

sei ganz herzlich im Forum der Inkontinenz Selbsthilfe e.V. gegrüßt.

Besser wie Ano, die dir ja wirklich sehr ausführlich und detailiert geantwortet hat, kann ich dir zunächst nicht antworten. Freu mich aber auf einen Gedankenaustausch mit dir.

Lieben Gruß

Matti

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02 Okt 2017 11:02 #5 von Helmut58
Hallo Ano, Hallo Matti,
vielen Dank für eure Antworten. Ich habe seit der Bestrahlung, bzw. durch die Bestrahlung eine Schleimhautentzündung des Darms/Enddarms und und dadurch auch eigentlich ständig Durchfall. Dicken bzw. normalen Stuhl bekomme ich eigentlich gar nicht hin. Und wenn ich Stuhlgang habe muss ich eigentlich auch immer bei den ersten Anzeichen relativ schnell eine Toilette aufsuchen, denn sonst kann es passieren dass aus einer kleinen Blähung eine große Katstrophe wird. Mein Arzt meinte ja der Durchfall würde noch einige Zeit anhalten, allerdings wird der nächste Nachsorgetermin im Krankenhaus erst wieder im Sommer kommenden Jahres stattfinden. Ich versuche dennoch alles um meinen Stuhlgang etwas dicker zu bekommen, ich nehme jeden Tag Flohsamen und ich versuche immer morgens als erstes auf Toilette zu gehen, allerdings habe ich seit der Darmschleimhautentzündung das Problem, dass ich immer 2 bis 3mal Stuhlgang habe und jedes mal nur kleine Mengen abgehen. Das bedeutet dass ich bis zu 2 Stunden nach dem Aufstehen eigentlich immer eine Toilette in der Nähe haben sollte, ich hoffe sehr, dass sich das innerhalb des nächsten halben Jahres wieder bessern wird. Ob ich harten Stuhl zurückhalten könnte kann ich also im Moment gar nicht sagen, nur bei hartem bzw. härterem Stuhl ist die Gefahr, dass bei Blähungen gleich etwas Stuhl mit in die Hose geht nicht ganz so groß. Ich will auch jetzt nicht ständig meinem Hausarzt auf die Nerven gehen, es ist mir schon fast peinlich dass ich seit ich Krebs habe ständig mit anderen Wehwehchen zu Ihm komme und bei jedem Zwicken Angst habe, dass jetzt schon wieder etwas negatives auf mich zu kommt. Also ich habe jetzt innerhalb 3 Monate 3mal Probleme gehabt mit Inkontinenz, einmal ging es zu Hause heftigst in die Hose, weil ichs während ich gelaufen bin nicht mehr halten konnte, einmal auf der Arbeit, als eine Blähung Probleme bereitet hat und ein klein wenig Stuhl in die Hose ging und das selbe ist mir zu Hause auch nochmal passiert. Aber ich hatte auch schon mehrmals großes Glück als ich unterwegs war und doch rechtzeitig eine Toilette in der Nähe war. Ich bin mir halt nicht sicher wie ich nun weiter vorgehen sollte, einfach abwarten ob es wieder besser wird, oder doch mal mit dem Hausarzt oder dem Strahlenarzt darüber reden.

mfg. Helmut

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02 Okt 2017 12:02 - 02 Okt 2017 12:03 #6 von matti
Lieber Helmut,

Reden ist immer gut. Ärzte sind auch für die Nachsorge die richtigen Ansprechpartner und vor allem dafür zuständig. Ich würde an deiner Stelle gezielt den behandelnden Arzt ansprechen.

Evtl. kann man auch durch eine Ernährngsanpassung bzw. Umstellung etwas positiv verändern. Hier kann der Arzt beraten und evtl. auch gleich eine Empfehlung aussprechen bzw. eine Überweisung zur Ernährngsberatung ausstellen.

Schweigen solltest du nicht. Schweigen und Probleme in sich hinein "Fressen" führt oft zu einem sehr negativen Kreislauf.

Unabhängig davon könntest du natürlich auch einmal zu einem Facharzt für Proktologie gehen. Vielleicht fällt dem Facharzt noch etwas ganz anderes ein.

Mut nicht verlieren, aktiv dran bleiben. Ganz sicher musst du dich für deinen Krebs nicht entschuldigen.

Gruß

Matti

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02 Okt 2017 15:27 #7 von Jens Schriever
Hallo Helmut

Sei recht herzlich Willkommen hier im Forum vom Inkontinenz Selbsthilfe e.V.
Auch ich hatte Prostata krebs und wurde bestrahlt. Durchfälle und Schädigungen am Darm sind leider keine Seltenheit bei der Bestrahlung. Ich habe glücklicher Weise die Bestrahlung so weit gut überstanden und kann dir in der Hinsicht nur raten mit deinen Ärzten die für deine Bestrahlung zuständig sind über das Problem zu reden.


Gruß Jens

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04 Okt 2017 09:43 #8 von Jens Schriever
Hallo Helmut

Du schreibst dass du Mitte der Bestrahlung die Darmentzündung und den damit verbundenen Durchfall bekommen hast. Meine Frage wurde darauf die Bestrahlung eingestellt? Nach meinen Wissen dürfte die Bestrahlung bei den Nebenwirkungen nicht weiter durchgeführt werden. Wie wurde auf deine Beschwerden reagiert?

Gruß Jens

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19 Feb 2019 21:30 #9 von tati
Hallo,
hoffe für Dich, das die Probleme inzwischen besser wurden oder verschwanden.
Ich hatte eine Rektumbestrahlung, aber nicht so starke Probleme.
Soweit eine Darmverengung durch die Entzündung ausgeschlossen ist, kann der Verzicht auf reizende Gewürze, Zusatzstoffe und Lebensmittel (z. B. Schokolade) lindern. Das findet man auch in Ratgebern zur Bestrahlung. Gegebenenfalls ist die Darmschleimhaut so entzündet, das die Gallensäure wirken kann. Ob das möglich ist, müßtest Du den Arzt fragen. Hier könnte angepasste Ernährung (wenig Fett, Fleisch) oder nach Rücksprache mit dem Arzt Medikamente helfen. Auch könnten durch die Schädigung bisher verdeckte Unverträglichkeiten z. B. gegen Getreideeiweiß oder Milchzucker auftreten. Die lebenslangen Nebenwirkungen treten erst Monate nach der Bestrahlung auf, wenn sich das alte Gewebe durch neues mit den Strahlen-Gen-Schäden ersetzt hat.
Gute Besserung !

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