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Harnwegstenose infolge ISK?

22 Nov 2015 10:18 #11 von kowalski
Guten Morgen, Johannes.

Vielen Dank für deinen sehr ausführlichen und aufschlussreichen Beitrag!

Momentan kathetere ich einmal am Tag, nämlich morgens, um die Blase zumindest einmal völlig leer zu bekommen. Wegen der Nierenfistelkatheter kommt natürlich nie soviel Urin in der Blase an, dass es gefährlich werden könnte. Ganz klar, die hydrophilen Katheter sind kein Vergleich zu den "normalen" die mit Gleitgel eingeführt werden. Trotzdem muss ich auch mit den VaPro immer einen Widerstand überwinden, nämlich meinen Schließmuskel. Den kriege ich idR nie so entspannt, dass der Katheter einfach durchginge. Ich verwende zZ CH 14, sollte aber vielleicht auf CH 12 umsteigen. Jedenfalls empfinde ich beim überwinden des Schließmuskels ein leichtes Brennen, nicht wirklich schmerzhaft, aber präsent. Die Frage wäre für mich dann einfach, ob sich dort eine Engstelle bilden könnte.

Das zweite Problem wäre eben die Nacht. Meine Blase kann vielleicht ein Viertel der Menge aufnehmen, die deine nachts mal gefasst hat. Mit dem Kathetern tagsüber hätte ich eigentlich keine Schwierigkeiten, aber ich bräuchte für nachts eben ein Fail-Safe-System. Denn alle Ärzte betonen, dass bei den Nieren jetzt nichts mehr schief gehen darf.

Ich bin mal gespannt auf den Freitag und das Gespräch mit meinem Urologen.

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22 Nov 2015 11:20 #12 von Johannes1956
Hallo, Kowalski,

"Normaler" Katheter für ISK ist der hydrophil Beschichtete. Aber was ist schon normal?

Ja, den Widerstand gibt es freilich, bevor man in die Blase kommt. Das gibt es einen Trick, wie man den besser überwinden kann.

Anfangs hält man den Penis mit der einen Hand nach oben, man kann ihn ruhig etwas nach oben ziehen und straff halten, führt den Katheter mit der anderen Hand ein, bis eben der Widerstand kommt. Dann kippt man den Penis nach unten, lässt locker und gleichzeitig schiebt weiter, so kommt man an der Engstelle besser durch.

Verkrampft man den Beckenboden dabei, so geht mitunter gar nichts. Hinlegen, Atemübungen machen, bewusst und langsam Ausatmen, Ganz Ausatmen, so weit es geht. Dann ein Wenig innehalten und im ausgeatmeten Zustand nicht atmen (so, wie man es beim Apnoetauchen macht) und danach langsam wieder einatmen. Das macht man dreimal, beim ersten mal streckt man die Arme nach oben, beim zweiten mal legt man die Hände auf die Brust und beim dritten Mal legt man die Hände auf das Becken.

Danach kathetern. Kostet zwar Zeit, ist aber eine super Entspannungsübung, die es bringt. Hab ich von meiner TCM Ärztin gezeigt bekommen. (Im ausgeatmeten Zustand Tauchen (ohne Flasche) hab ich in meiner Jugend beim Freitauchen durch Meereshöhlen gelernt.)

Musste es auch erst lernen (und bin immer noch dabei), die notwendige Ruhe und Gelassenheit zu finden. Die habe ich im Laufe meines Berufslebens leider veloren.

Im Übrigen könnte Dir auch Elektrostimulation oder Biofeedback helfen, wenn Du bei Deinem Arzt bist, frag ihn doch auch gleich einmal danach. Muss ja nicht gleich ives sein, das ist etwas aufwändiger durchzuführen, hab ich in einem eigenen thread beschrieben.

Liebe Grüße und schönen Sonntag noch,

Johannes
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02 Jul 2016 11:27 #13 von kowalski
Ich melde mich mal wieder, weil es bei mir jetzt sehr konkret wird. Für den 2. August habe ich einen Termin zum Anlegen einer Neoblase, die ich aber wegen des Verbleibs der Prostata werde katheterisieren müssen.

Es wird also, wenn sich keine anderen Komplikationen einstellen, die Lösung für die nächsten Dekaden sein. Jetzt ist meine Frage an dieser Stelle nochmal, wer hier eigentlich alles den ISK durchführt und zwar seit, sagen wir mal 10+ Jahren. Die Infos von Johannes waren sehr aufschlussreich, trotzdem sind es bei ihm "nur" 1,5 Jahre und es scheint ja auch so, dass es bei ihm keine Dauerlösung sein wird, weil sich die Blase zu erholen scheint.

Von Seiten der Mediziner hört man des öfteren, dass letztlich eine dauerhafte Gefahr von Strikturen durch minimale Verletzungen der Harnröhre und einer Verengung selbiger in der Folge besteht. Es kommt hinzu, dass ich in den ersten 12-24 Monaten extrem oft werde kathetern müssen, da die Neoblase zu Anfang ein recht kleines Volumen hat, das sich erst mit der Zeit vergrößert.

Die Alternative wäre ein Ileum Conduit und das sehe ich nicht so richtig, wenn ich ehrlich bin.

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02 Jul 2016 13:29 #14 von Bubber
Hallo Kowalski

Die Ärzte sagten mir das Gleiche über die Gefahr des langfristigen benützens von Kathetern.
Ich glaube, das die Ärzte einem immer nur das empfehlen was sie gerade vertreten, bzw verkaufen. Und daher natürlich lieber mal weiter therapieren wollen und verdienen wollen. Die Gefahr einer Verletzung besteht natürlich, aber nur ziemlich gering. Das leben an sich ist da schon ein viel unsicheres dar sein und mit vielen Überraschungen versehen.
Ich bin der Meinung das die Aussage von Johannes, trotz 1,5 jähriger Nutzung, bestens beantwortet ist.

Grüße
Rudi

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02 Jul 2016 16:08 #15 von kowalski
Wie lange machst du den ISK denn schon? Und wie oft am Tag?

Danke

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02 Jul 2016 16:53 #16 von Bubber
Ich mache ca ein halbes Jahr ISK und bis zu 7mal am Tag. Es gab schon Tage da musste ich 9mal Kathetern.
Nachdem die Ärzte mich auf die Risiken des ISK belehrten war ich etwas verunsichert, so wie du. Aber die stecken ja nicht in unserer haut und sind daher auch nur Menschen die nach ihren Interessen handeln. Nicht verunsichern lassen und das machen was für einen gut ist bzw einen gut tut.
Denn mir tut die alternative SPK nicht gut! Und bei einem blasenschrittmacher bin ich mir auch noch nicht sicher.

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02 Jul 2016 17:36 #17 von kowalski
Na ja, dass Ärzte nur nach ihren Interessen handeln, halte ich schon für etwas sehr überspitzt. Sicherlich gibt es aber verschiedene Meinungen zum Thema ISK.

Dennoch beschränkt sich die Erfahrung in diesem Thread auf einen sehr überschaubaren Zeitraum, zumal Johannes nach eigenen Angaben ja auch wieder normal aufs Klo gehen kann und nicht exclusiv auf den ISK angewiesen ist. Die Stenose infolge der Strikturen kommt ja auch nicht schnell, sondern eben langsam. Deshalb wäre es natürlich schön, wenn es Meldungen von Menschen gäbe, die den ISK seit langer Zeit machen, also 10 Jahre und mehr.

Ich habe wie gesagt auch keine Option wieder vom ISK wegzukommen. Insofern spielt die langfristige Perspektive für mich eine größere Rolle als für jene, die es nur als Übergangslösung betrachten.

Gibt es denn in diesem Forum Menschen, die bereits seit mehr als einer Dekade nur Kathetern, also gar nichjt mehr normals aufs Klo gehen?

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02 Jul 2016 18:09 #18 von matti
Hallo Kowalski,

für den ISK werden spezielle, weitestgehend atraumatische Einmalkatheter verwendet. Diese Katheter sind mit einer besonderen abgerundeten Spitze und abgerundeten Ablaufaugen ausgestattet. Zusätzlich besitzen sie durch eine spezielle Beschichtung eine erhöhte Gleitfähigkeit.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass der intermittierende Selbstkatheterismus im Vergleich zur Dauerableitung mit einem Dauerkatheter die sicherere Entleerungsmethode darstellt, da mit diesem Verfahren urologische Komplikationen wie Harnröhrenverletzungen und Harnwegsinfekte drastisch reduziert werden.

Ein Restrisiko (Verletzung) kann nicht wegdiskutiert werden. Ich kenne einige Menschen, die bereits im Kleinkinderalter mit dem Selbstkatheterismus (Fremdkatheterismus) begonnen haben und diesen teilweise seit 10 Jahren und mehr durchführen. Von dadurch hervorgerufenen Harnröhrenstenosen habe ich noch nichts gehört.

Die Alternative eines Stomas ist letztlich auch nicht ohne Risiken und vor allem mitunter auch komplikationsreich.

Ich seh dies einmal so: Das Risiko, bei richtiger Anwendung und guten Produkt, ist gering.

Gruß

Matti
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02 Jul 2016 18:34 #19 von kowalski
Prinzipiell ist mir das schon klar, aber es ist dann doch immer noch etwas anderes, sich bewusst für eine Lösung zu entscheiden, die mit dem ISK steht und fällt.

Deshalb sind Langzeiterfahrungen eben sehr interessant. Produktmäßig halte ich den VaPro momentan für das Maß der Dinge. Sehr einfach anzuwenden. Allerdings hatte ich auch bereits Chargen, die weniger gut einzuführen waren als andere - habe gerade eine Packung Vapro Pocket hier die wesentlich "nasser" wirkt, als eine Packung von den normalen. Ich hatte auch hier mal etwas davon gelesen.

Ich werde den ISK eben den Rest meines Lebens machen müssen und auch anders gar nicht mehr wasserlassen können...

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02 Jul 2016 21:14 #20 von Elkide
Hallo Kowalski,
bin weiblich und von daher nicht gerade prädestiniert dir einen Rat zu geben. Ich selber katheterisiere seit April 2014 zwischen 12 - 15 mal am Tag. Habe seitdem keine Blasenentzündung mehr gehabt. Habe mich inzwischen daran gewöhnt. Was mich nur stört, ist die Häufigkeit, aber beides wird mich bis zum Ende meines Lebens wohl begleiten. Weshalb ich dir aber schreibe, wie ich das letzte Mal im Mai zur Implantation der Schrittmacher in der Urologie war, habe ich mich mehrere Male im Aufenthaltsraum mit einem netten, älteren Herrn unterhalten, der bereits seit 8 Jahren ISK machen musste zwischen 4 - 6 mal. Davor hatte er einen suprapubischen Katheter und häufige Infektionen. Er war zur Botoxbehandlung in der Klinik und war sehr zufrieden mit ISK und einmal jährlich Botox. Es gibt also auf jeden Fall Männer, die auch schon lange mit ISK leben müssen, nur scheinen sie im Moment hier im Forum nicht aktiv zu sein. Wünsche dir eine richtige Entscheidung und ganz gute Besserung.
Alles Liebe
Elke

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