Neueste Forenbeiträge

Mehr »

Mit Ihrer Spende sichern Sie unsere Projektarbeit - Danke!

Sexualität der querschnittgelähmten Frau

Geschrieben von Redaktionsteam Inkontinenz Selbsthilfe e.V.. Veröffentlicht in Schwerbehinderung

Wie querschnittgelähmte Frauen die Lustfähigkeit ihres Körpers erforschen können und was es dabei zu beachten gibt.

Die Angst vor sexueller Erlebnisunfähigkeit gehört zu den drängendsten Sorgen von Frauen nach einer Querschnittlähmung. Welche Probleme auftauchen und wie mögliche Lösungen aussehen können, hat Christiane Fürll, Therapeutin und Buchautorin, für HANDICAP (Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise durch das Handicap-Magazin zur Verfügung gestellt.) praxisnah beschrieben. Ihre Botschaft: Mit ein wenig Experimentierfreude und den richtigen Hilfsmitteln können querschnittgelähmte Frauen ihre sexuelle Identität neu entdecken und lustvoll empfinden.

Noch gar nicht lange ist es Frauen erlaubt, über ihre tradierte Rolle – Kinder zu empfangen und zu gebären – hinaus ihre Sexualität zu entdecken und auszuleben. Zum Glück gilt es heute nicht mehr als unschicklich und erniedrigend, sexuelle Lust zu empfinden. Für querschnittgelähmte Frauen ist das jedoch schwieriger, denn sie werden in unserer Gesellschaft häufig immer noch als geschlechtliche „Neutren" gesehen. Das zeigt schon ein Blick in die Sexualforschung: Es gibt nur wenige Publikationen, die sich mit sexuellen Störungen bei querschnittgelähmten Frauen beschäftigen. Frauen beklagen oft eine geringe Sensibilität der Geschlechtsorgane, haben Angst vor mangelnder Attraktivität und sexueller Erlebnisunfähigkeit. Und das scheinen aus wissenschaftlicher Sicht eher unspezifische, nicht messbare und deshalb schlecht erforschbare Probleme zu sein. Bei querschnittgelähmten Männern dagegen, die meist über mangelnde Erektionsfähigkeit und Probleme beim Samenerguss klagen, liegen die Dinge klarer auf der Hand. Über die erektile Dysfunktion weiß man inzwischen viel, und auch die Behandlung ist ziemlich ausgereift. Dabei sind die sexuellen Störungen bei Frauen ganz sicher nicht weniger ausgeprägt als bei Männern.

Informationen gibt es meist nur für Männer

Aber auch in Kliniken, die Informationsveranstaltungen zum Thema Sexualität für Frischverletzte anbieten, überwiegen die Informationen für Männer. Querschnittgelähmte Frauen bekommen meist zu hören, dass sie Kinder bekommen können und dass eine Geburt auch ohne Kaiserschnitt möglich ist. Kann das wirklich alles sein? Der Kommentar einer Frau im Rollstuhl lautet dazu: „Es gibt für mich in der Sexualität keinen qualitativen Unterschied vor und nach dem Querschnitt; es ist einfach nur anders!"

Um den eigenen Körper zu mögen, muss man ihn kennen. Um zu erspüren, was man mag, muss man ebenfalls über den Körper Bescheid wissen. Ist beides erreicht, wird auch die sexuelle Rehabilitation abgeschlossen sein. Doch bis dahin ist es ein langer Weg, und nicht alle Frauen erreichen diesen Punkt. Zunächst ist eine große Unsicherheit vorhanden. Was geht noch, was geht vielleicht irgendwann wieder? Männer stellen diese Frage meist eher, für Frauen ist es in der frühen Rehabilitationsphase oft wichtiger, wieder unabhängig zu werden und alleine klar zu kommen. Der mit dem Aufenthalt in der Klinik verbundene Verlust der Intimsphäre begünstigt auch nicht gerade einen Prozess, sich selbstbewusst als Frau fühlen zu lernen. Doch üblicherweise siegt nach einiger Zeit die Neugier und es finden sich Gelegenheiten auszuprobieren, was möglich ist.

Nachteilsausgleich - Grad der Behinderung (GdB)

Geschrieben von M. Zeisberger. Veröffentlicht in Schwerbehinderung

Die wichtigsten GdB-abhängigen Rechte und Nachteilsausgleiche

Wählen Sie bitte Ihren Grad der Behinderung (GdB) aus. Sie erhalten dann eine Kurzübersicht über die wichtigsten Ihnen zustehenden Rechte und Nachteilsausgleiche.

Jeder GdB schließt grundsätzlich die mit niedrigeren GdB´s verbundenen Rechte ein.

GdB  30 | 40 | 50 | 60 | 70 | 80 | 90 | 100 |

GdB 30

  • Gleichstellung möglich
  • Steuerfreibetrag 310 €
  • Kündigungsschutz und andere arbeitsrechtliche Vorteile bei Gleichstellung
  • Hilfe im Arbeitsleben durch Integrationsfachdienste

GdB 40

  • Steuerfreibetrag 430 €

GdB 50

  • Schwerbehinderteneigenschaft
  • Steuerfreibetrag 570 €
  • Bevorzugte Einstellung, Beschäftigung
  • Kündigungsschutz
  • begleitende Hilfe im Arbeitsleben
  • Freistellung von Mehrarbeit
  • Zusatzurlaub von einer Arbeitswoche
  • Schutz bei Wohnungskündigung
  • Vorgezogene Pensionierung Beamter mit 60
  • Altersrente mit 60 bzw. 63 ( näheres regelt der § 236a "Altersrente für Schwerbehinderte" im SGB (Sozialgesetzbuch) )
  • Befreiung von der Wehrpflicht (weggefallen durch die Aussetzung der Wehrpflicht)
  • Sonderregelungen für Lehrer nach § 8 bay. Lehrerdienstordnung
  • Pflichtversicherung in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung für Behinderte in Werkstätten
  • Besondere Fürsorge im öffentlichen Dienst
  • Abzugsbetrag bei Beschäftigung einer Haushaltshilfe: 924 €
  • Abzug eines Freibetrages bei der Einkommensermittlung im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung bei Pflegebedürftigkeit: 2.100 €
  • Freibetrag beim Wohngeld bei Pflegebedürftigkeit i. S. d. § 14 SGB XI: 1.200 €
  • Ermäßigung bei Kurtaxe (je nach Ortssatzung)

GdB 60

  • Steuerfreibetrag 720 €
  • Reduzierung der Belastungsgrenze für Zuzahlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung auf 1 % der jährlichen Bruttoeinnahmen bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen

GdB 70

  • Steuerfreibetrag 890 €
  • Ansatz der tatsächlichen Kosten oder 0,30 €/km für Fahrten zur Arbeitsstätte mit dem Kfz als Werbungskosten
  • Abzugsbetrag für Privatfahrten bei Merkzeichen G: bis zu 3.000 km x 0,30 € = 900 €
  • Erwerb der Bahn Card 50 zum halben Preis

GdB 80

  • Steuerfreibetrag 1.060 €
  • Abzugsbetrag für Privatfahrten: bis zu 3.000 km x 0,30 € = 900 €
  • Freibetrag beim Wohngeld bei Pflegebedürftigkeit i. S. d. § 14 SGB XI: 1.500 €
  • Abzug eines Freibetrages bei der Einkommensermittlung im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung bei Pflegebedürftigkeit i. S. d. § 14 SGB XI: 4.500 €

GdB 90

  • Steuerfreibetrag 1.230 €
  • Freibetrag beim Wohngeld bei Pflegebedürftigkeit i. S. d. § 14 SGB XI: 1.500 €

GdB 100

  • Steuerfreibetrag 1.420 €
  • Freibetrag beim Wohngeld: 1.500 €
  • Abzug eines Freibetrages bei der Einkommensermittlung im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung : 4.500 €
  • Freibetrag bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer in bestimmten Fällen
  • Vorzeitige Verfügung über Bausparkassen- bzw. Sparbeträge nach dem Wohnungsbauprämiengesetz bzw. Vermögensbildungsgesetz

Schwerbehindertenausweis

Geschrieben von Redaktionsteam Inkontinenz Selbsthilfe e.V.. Veröffentlicht in Schwerbehinderung

Ein Schwerbehindertenausweis ist ein bundeseinheitlicher Nachweis über die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch, der vom Versorgungsamt auf Antrag ausgestellt wird. Voraussetzung für die Ausstellung eines Ausweises ist, dass ein Grad der Behinderung (GdB) von 50 oder mehr festgestellt wurde.

Der Schwerbehindertenausweis dient als Nachweis für die Inanspruchnahme von Rechten und Nachteilsausgleichen, welchen Menschen mit einer Behinderung per Gesetz zustehen, z.B. besonderer Kündigungsschutz (§ 85ff SGB IX - Sozialgesetzbuch, Neuntes Buch) oder Urlaubsanspruch im Erwerbsleben (§ 125 SGB IX - Sozialgesetzbuch, Neuntes Buch), oder auch Vergünstigungen bei der Besteuerung des Einkommens (§ 33b EStG (Einkommensteuergesetz)); "Pauschbeträge für behinderte Menschen, Hinterbliebene und Pflegepersonen").

Grundfarbe des Ausweises ist grün; er weist zusätzlich eine orangefarbenen Flächenaufdruck, wenn das Merkzeichen "G" festgestellt wurde. In Verbindung mit einem Beiblatt mit zumeist kostenpflichtiger Wertmarke ermöglicht der Ausweis mit orangefarbenem Flächenaufdruck z.B. Behinderten mit einer erheblichen Mobilitätsbehinderung die kostenlose Beförderung im öffentlichen Personennahverkehr.

Die Zuzahlung zur Wertmarke beträgt pro Jahr 60,00 EUR, allerdings bilden u.a. Blindheit oder auch der Empfang von Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz Ausnahmetatbestände.

Das Versorgungsamt vermerkt auf dem Schwerbehindertenausweis den festgestellten Grad der Behinderung, den Ablauf der Gültigkeit des Ausweises sowie weitere gesundheitliche Merkmale, wie z.B. eine außergewöhnliche Gehbehinderung in Form von Merkzeichen. Der Grad der Behinderung wird als ganze, auf 10 gerundete Zahl im Bereich von 50 bis 100 angegeben. Darüberhinaus enthält der Ausweis auf der Rückseite eine Historie, weist also aus, ab wann einzelne Feststellungen zum GdB und zu den Nachteilsausgleichen nachgewiesen sind.

Der Ausweis kann folgende Merkzeichen aufweisen:

"aG" außergewöhnliche Gehbehinderung

"H" hilflos im Sinne des Einkommensteuergesetzes (!), nicht im Sinne des SGB XII

"Bl" blind im Sinne des Bundessozialhilfegesetzes

"Rf" Befreiung von der Rundfunk- und Fernsehgebührenpflicht (nach landesrechtlichen Vorschriften)

"1. Kl." berechtigt zur Nutzung der 1. Wagenklasse der Bundesbahn mit Fahrkarte für die 2. Klasse (nur bei Versorgungsempfängern nach dem BVG (Bundesversorgungsgesetz) oder dem BEG (Bundesentschädigungsgesetz)

"B" Notwendigkeit zu ständiger Begleitung

"G" erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr

"Gl" Gehörlos

Rechtsgrundlage für den Schwerbehindertenausweis ist § 69 des Neunten Buchs des Sozialgesetzbuch in Verbindung mit der Schwerbehindertenausweisverordnung.

Maßgebend für die Bewertung des GdB, nämlich die Prüfung, ob die weiteren gesundheitlichen Voraussetzungen für die Feststellung von Nachteilsausgleichen vorliegen, sind die "Anhaltspunkte für die ärztliche Begutachtung Behinderter im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht - Ausgabe 2004 -".

Allerdings stellen die Anhaltspunkte nur einen (mittlerweile von Verwaltung, Verbänden und Gerichten akzeptierten) Anhalt dar, sind also für die Verwaltung nicht rechtlich bindend.

Merkzeichen

Geschrieben von Redaktionsteam Inkontinenz Selbsthilfe e.V.. Veröffentlicht in Schwerbehinderung

Die wichtigsten Merkzeichen-abhängigen Rechte und Nachteilsausgleiche

Wählen Sie bitte Ihre Merkzeichen aus, Sie erhalten dann eine Kurzübersicht über die Voraussetzungen und die wichtigsten Ihnen zustehenden Rechte und Nachteilsausgleiche.

G | B | aG | H | RF | BI | GI | 1.Kl.

G - erhebliche Gehbehinderung

Erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr/erhebliche Gehbehinderung. Das Merkzeichen hat unter anderem Bedeutung für die vergünstigte oder unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personennahverkehr, für Nachteilsausgleiche bei der Steuer und den Mehrbedarf bei Grundsicherung und Sozialhilfe.

Gesundheitliche Voraussetzungen:

In seiner Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt (inhaltsgleich mit erheblicher Gehbehinderung) ist, wer infolge einer Einschränkung des Gehvermögens, auch durch innere Leiden, oder infolge von Anfällen oder von Störungen der Orientierungsfähigkeit nicht ohne erhebliche Schwierigkeiten oder nicht ohne Gefahren für sich oder andere Wegstrecken im Ortsverkehr zurückzulegen vermag, die üblicherweise noch zu Fuß zurückgelegt werden.

Dabei kommt es nicht auf die konkreten örtlichen Verhältnisse des Einzelfalls an, sondern darauf, welche Wegstrecken allgemein, das heißt altersunabhängig von nicht behinderten Menschen, noch zu Fuß zurückgelegt werden.

Nach der Rechtsprechung gilt als ortsübliche Wegstrecke in diesem Sinne eine Strecke von etwa zwei Kilometern, die in etwa einer halben Stunde zurückgelegt wird.

Nachteilsausgleich:

  • Freifahrt im öffentlichen Personennahverkehr nach Erwerb einer Wertmarke oder Kraftfahrzeugsteuerermäßigung
  • Ansatz der tatsächlichen Kosten oder 0,30 €/km für Fahren zur Arbeitsstätte mit dem Kfz als Werbungskosten
  • Abzugsbetrag für Privatfahrten bei GdB 70: 3.000 km x 0,30 € = 900 €
  • Mehrbedarfserhöhung bei der Sozialhilfe von 17 % bei Alter ab 65 oder voller Erwerbsminderung
  • Preisnachlass beim Neuwagenkauf bei vielen Händlern

B - Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson

Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Das Merkzeichen hat insbesondere Bedeutung für die unentgeltliche Beförderung einer Begleitperson des schwerbehinderten Menschen im öffentlichen Personenverkehr.

Die Begleitperson eines schwerbehinderten Menschen mit dem Merkzeichen „B" im Schwerbehindertenausweis fährt immer kostenlos im öffentlichen Personenverkehr mit. Dies gilt auch, wenn die schwerbehinderte Person selbst kein Beiblatt mit Wertmarke nutzt.

Gesundheitliche Voraussetzungen:

Die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson liegt bei schwerbehinderten Menschen vor, die bei Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln infolge ihrer Behinderung zur Vermeidung von Gefahren für sich oder andere regelmäßig auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Dies liegt in der Regel vor, wenn bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel regelmäßig fremde Hilfe beim Ein- und Aussteigen oder während der Fahrt des Verkehrsmittels benötigt wird oder bereit sein muss, oder wenn Hilfen zum Ausgleich von Orientierungsstörungen (zum Beispiel schwere Seh- oder Hörbehinderung, schwere Anfallsleiden, geistige Behinderung) erforderlich sind.

Nachteilsausgleich:

  • Unentgeltliche Beförderung der Begleitperson oder eines Hundes im öffentlichen Nah- und Fernverkehr, ausgenommen bei Fahrten in Sonderzügen und Sonderwagen

aG - außergewöhnliche Gehbehinderung

Das Merkzeichen hat insbesondere Bedeutung für Parkerleichterungen und für Nachteilsausgleiche bei der Steuer.

Gesundheitliche Voraussetzungen:

Außergewöhnlich gehbehindert ist die Person, die sich wegen der Schwere ihres Leidens dauernd nur mit fremder Hilfe oder nur mit großer Anstrengung außerhalb ihres Kraftfahrzeuges bewegen kann. Hierzu zählen Querschnittsgelähmte, Doppeloberschenkelamputierte, Doppelunterschenkelamputierte, Hüftexartikulierte und einseitig Oberschenkelamputierte, die dauernd außerstande sind, ein Kunstbein zu tragen oder nur eine Beckenkorbprothese tragen können oder zugleich unterschenkel- oder armamputiert sind sowie andere schwerbehinderte Menschen, die - aufgrund anderer Erkrankungen - dem vorstehend aufgeführten Personenkreis gleichzustellen sind.

Als Erkrankungen der inneren Organe, die eine solche Gleichstellung rechtfertigen, sind beispielsweise Herzschäden mit schweren Dekompensationserscheinungen oder Ruheinsuffizienz sowie Krankheiten der Atmungsorgane mit Einschränkung der Lungenfunktion schweren Grades anzusehen.

Nachteilsausgleich:

  • Freifahrt im öffentlichen Personennahverkehr nach Erwerb einer Wertmarke
  • Kraftfahrzeugsteuerbefreiung
  • Anerkennung der Kfz-Kosten für Privatfahrten als außergewöhnliche Belastung bis zu 15.000 km: 0,30 € je km = 4.500 €
  • In vielen Gemeinden kostenloser Fahrdienst für behinderte Menschen unter bestimmten Voraussetzungen
  • Parkerleichterungen, Parkplatzreservierung
  • Übernahme der Kosten von Fahrten zur ambulanten Behandlung in besonderen Fällen durch die gesetzliche Krankenversicherung
  • Unentgeltliche Beförderung der Begleitpersonen von Rollstuhlfahrern im internationalen Eisenbahnverkehr
  • Befreiung von Fahrverboten in Verkehrsverbotszonen

H - Hilflosigkeit

Das Merkzeichen hat insbesondere Bedeutung für die unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personennahverkehr und für Nachteilsausgleiche bei der Steuer.

Gesundheitliche Voraussetzungen:

Hilflos ist der schwerbehinderte Mensch, der infolge der Behinderung nicht nur vorübergehend für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens in erheblichem Umfang dauernd fremder Hilfe bedarf. Bei bestimmten Funktionsbeeinträchtigungen (zum Beispiel Querschnittslähmung, Verlust mehrerer Gliedmaßen, schweren Hirnschäden mit einem GdB von 100 und andere) wird die Hilflosigkeit im Allgemeinen unterstellt.

Nachteilsausgleich:

  • Freifahrt im öffentlichen Personennahverkehr nach Erwerb einer Wertmarke
  • Kraftfahrzeugsteuerbefreiung
  • Pauschbetrag wegen außergewöhnlicher Belastung: 3.700 €
  • Befreiung von der Hundesteuer (abhängig von der jeweiligen Ortssatzung!)
  • Gewährung von Pflegegeld, häusliche Pflegehilfe usw. (dazu muss ein Antrag auf Feststellung der Pflegebedürftigkeit bei der Pflegekasse gestellt werden!)
  • Übernahme der Kosten von Fahrten zur ambulanten Behandlung in besonderen Fällen durch die gesetzliche Krankenversicherung
  • Befreiung von Fahrverboten in Verkehrsverbotszonen

RF - Befreiung von der Rundfunk- und Fernsehgebührenpflicht

Das Merkzeichen berechtigt zur Befreiung von der Rundfunk- und Fernsehgebührenpflicht / Gebührenermäßigung beim Telecom-Telefontarif (Sozialtarif).

Gesundheitliche Voraussetzungen:

Die gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllen:

Blinde oder nicht nur vorübergehend wesentlich Sehbehinderte mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 60 allein wegen der Sehbehinderung

oder

Hörgeschädigte, die gehörlos sind, denen eine ausreichende Verständigung über das Gehör auch mit Hörhilfen nicht möglich ist oder einem GdB von 50 allein wegen der Schwerhörigkeit

oder

Behinderte Menschen ab einem Gesamtgrad der Behinderung von mindestens 80, die wegen ihres Leidens an öffentlichen Veranstaltungen ständig nicht teilnehmen können ( weder im Freien noch in geschlossenen Räumen), und das auch nicht mit einer Begleitperson oder Hilfsmitteln (z. B. Rollstuhl oder Rollator). Hierzu gehören auch Personen, bei denen schwere Bewegungsstörungen - auch durch innere Leiden (schwere Herzleistungsschwäche, schwere Lungenfunktionsstörung) bestehen, die unter häufigen hirnorganischen Anfällen leiden oder durch ihre Behinderung auf ihre Umgebung abstoßend oder störend wirken (zum Beispiel durch Entstellung, außergewöhnliche Geruchsbelästigung, grobe unwillkürliche Kopf- und Gliedmaßenbewegungen, laute Atemgeräusche). Weiterhin gehören zu dem Personenkreis geistig oder seelisch behinderte Menschen, bei denen befürchtet werden muss, dass sie beim Besuch öffentlicher Veranstaltungen durch motorische Unruhe, lautes Sprechen oder aggressives Verhalten stören. Es muss eine allgemeine und umfassende Nichtteilnahme am öffentlichen Leben gegeben sein, was letztlich einem Öffentlichkeitsausschluss gleichkommt.

Nachteilsausgleich:

  • Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht
  • Ermäßigung der Telefongebühren bei einigen Telekommunikationsunternehmen

Bl - Blindheit

Das Merkzeichen hat insbesondere Bedeutung für Nachteilsausgleiche bei der Steuer und für Parkerleichterungen.

Gesundheitliche Voraussetzungen:

Blind ist der schwerbehinderte Mensch, dem das Augenlicht vollständig fehlt. Als blind ist auch der anzusehen, dessen Sehschärfe auf keinem Auge und auch nicht bei beidäugiger Prüfung mehr als 1/50 (augenärztliche Sehschärfenwerttabelle) beträgt oder wenn andere Störungen des Sehvermögens von einem solchen Schweregrad vorliegen, dass sie dieser Beeinträchtigung der Sehschärfe gleichzusetzen sind.

Nachteilsausgleich:

  • Freifahrt im öffentlichen Personennahverkehr nach Erwerb einer Wertmarke
  • Kraftfahrzeugsteuerbefreiung
  • Pauschbetrag wegen außergewöhnlicher Belastung: 3.700 €
  • Parkerleichterungen, Parkplatzreservierung
  • In vielen Gemeinden Befreiung von der Hundesteuer
  • Befreiung von der Umsatzsteuer unter bestimmten Voraussetzungen
  • Portofreie Beförderung von Blindensendungen
  • Übernahme der Kosten von Fahrten zur ambulanten Behandlung in besonderen Fällen durch die gesetzliche Krankenversicherung
  • Gewährung von Blindengeld oder Gewährung von Pflegezulage der Stufe III für Versorgungsberechtigte nach dem BVG
  • Unentgeltliche Beförderung der Begleitperson im internationalen Eisenbahnverkehr
  • Anspruch auf Zugänglichmachung von Dokumenten in Verwaltungs- und Gerichtsverfahren in Blindenschrift u. ä.
  • Befreiung von Fahrverboten in Verkehrsverbotszonen

 


Gl - Gehörlosigkeit

Das Merkzeichen hat insbesondere Bedeutung für die vergünstigte oder unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personennahverkehr und für Ansprüche nach dem Landespflegegeldgesetz.

Gesundheitliche Voraussetzungen:

Gehörlos sind Personen, bei denen Taubheit beiderseits vorliegt sowie hörbehinderte Menschen mit einer an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit beiderseits, wenn daneben schwere Sprachstörungen bestehen. Das sind in der Regel Hörbehinderte, bei denen die an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit angeboren oder in der Kindheit erworben worden ist.

Nachteilsausgleich:

  • Freifahrt im öffentlichen Personennahverkehr nach Erwerb einer Wertmarke oder Kraftfahrzeugsteuerermäßigung
  • Recht auf Verwendung von Gebärdensprache bei Behörden

 


1. Kl - Berechtigung zur Nutzung der 1. Wagenklasse

 

Dieses Merkzeichen beinhaltet das Vorliegen der Notwendigkeit zur Unterbringung in der 1. Wagenklasse. Bei Reisen mit der Deutschen Bahn AG können schwerbehinderte Menschen mit dieser Berechtigung die 1. Wagenklasse mit einem Fahrausweis der 2. Klasse nutzen. Dieser Nachteilsausgleich kommt nur für Schwerkriegsbeschädigte und für Verfolgte im Sinne des Bundesentschädigungsgesetzes mit einer schädigungsbedingten Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) nach dem sozialen Entschädigungsrecht ab 70 von Hundert in Betracht.

Gesundheitliche Voraussetzungen:

Der Zustand des Beschädigten muss bei Eisenbahnfahrten dessen Unterbringung in der 1. Wagenklasse erfordern. Bei dieser Beurteilung können nur die anerkannten Schädigungsfolgen, nicht aber schädigungsunabhängige Gesundheitsstörungen ("zivile Behinderungen") berücksichtigt werden.

Bei schwerkriegsbeschädigten Empfängern der drei höchsten Pflegezulagestufen sowie bei Kriegsblinden, kriegsbeschädigten Ohnhändern und kriegsbeschädigten Querschnittsgelähmten wird das Vorliegen der Voraussetzungen unterstellt.

Nachteilsausgleich:

  • Benutzung der 1. Wagenklasse mit Fahrscheinen der 2. Klasse

Schwerbehinderung

Geschrieben von Redaktionsteam Inkontinenz Selbsthilfe e.V.. Veröffentlicht in Schwerbehinderung

Der Gesetzgeber definiert den Begriff Behinderung wie folgt:

Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.

Die Auswirkungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft werden als Grad der Behinderung nach Zehnergraden abgestuft festgestellt.

Als schwerbehindert gelten nach dem Gesetz Menschen, bei welchen ein Grad der Behinderung (GdB) von wenigstens 50 vorliegt. Auf Antrag des behinderten Menschen, stellen die für die Durchführung des Bundesversorgungsgesetzes zuständigen Behörden, das Vorliegen einer Behinderung und den Grad der Behinderung fest. Die Behörde stellt einen Schwerbehindertenausweis aus, welcher die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch, den Grad der Behinderung und evtl. vorhandene Nachteilsausgleiche (Merkzeichen) nachweist.

Liegen mehrere Beeinträchtigungen der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft vor, so wird der Grad der Behinderung nach den Auswirkungen der Beeinträchtigungen in ihrer Gesamtheit, unter Berücksichtigung ihrer wechselseitigen Beziehungen, festgestellt.

Eine Feststellung ist nur zu treffen, wenn ein Grad der Behinderung von wenigstens 20 vorliegt.

Schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden sollen behinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber wenigstens 30, bei denen die übrigen Voraussetzungen vorliegen, wenn sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz nicht erlangen oder nicht behalten können (gleichgestellte behinderte Menschen).

Kliniksuche & Fachzentren

kliniksucheUnsere Kliniksuche dient der Recherche von Fachzentren, die sich auf Fachgebiete zum Thema Inkontinenz spezialisiert haben. Die wichtigsten Kriterien für unsere Auswahl der Einrichtungen in die Liste sind die Zertifizierungen der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V. (Kontinenz Zentren) und die Zertifizierungen der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (Kompetenz- und Referenz-Zentren für Koloproktologie).

Postleitzahlengebiete:

0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9

Sie sind nicht allein!

 


Besucher:
Heute 1926 - Gestern 2795 - Woche 7855 - Monat 65370 - Insgesamt 4912845

Aktuell sind 257 Gäste und keine Mitglieder online

Unsere Fördermitglieder

logobbraun       mast screen big


       hytec        recamed logo


        logo uromed125