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Inkontinenz vorbeugen

Geschrieben von Redaktionsteam Inkontinenz Selbsthilfe e.V.. Veröffentlicht in Ratgeber / Literatur

Es gibt eine Vielzahl von Ursachen und Risiken für eine Harninkontinenz (Blasenschwäche, ungewollter Harnverlust). Dementsprechend ist Prävention in verschiedensten Bereichen möglich und kann an sehr vielen Punkten ansetzen. Die Möglichkeiten dazu sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

vorsorgeEine präventive Gesundheitserziehung - z.B. in der Schule - könnte vermitteln, dass stundenlanges Zurückhalten der Entleerung ebenso schädliche Auswirkungen haben kann, wie ein zu häufiges Aufsuchen der Toilette (regelmäßig häufiger als sechs- bis achtmal täglich).

Da eine chronische Stuhlverstopfung (Obstipation) ebenso wie starkes Übergewicht (Adipositas) zur Entstehung von Inkontinenz beitragen kann, kann durch eine geeignete Ernährung vorgebeugt werden. Auch körperliche Aktivität ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Aspekt. Es konnte in klinischen Studien gezeigt werden, dass eine bereits vorhandene Inkontinenz sich bessert, wenn Übergewicht verringert wird .

Besondere Bedeutung kommt der Inkontinenzprävention bei Frauen zu, da sie bis ins höhere Alter das deutlich stärker betroffene Geschlecht sind.

Körperliche Belastungen, die mit schwerem Heben verbunden sind, sollten von Frauen zumindest während empfindlicher Zyklus-Phasen, d.h. während der Menstruation, vermieden werden.

Von einem geeigneten Beckenbodentraining könnten viele Frauen, auch ältere, profitieren. Zu einer guten Rückbildungsgymnastik nach einer Entbindung gehört ein intensives Beckenbodentraining.

Eine Studie aus Osterreich kam zu dem Ergebnis, dass der uberwiegende Teil der 377 untersuchten multimorbiden geriatrischen Patientinnen (65 bis 96 Jahre alt) mit Harninkontinenzsymptomen nicht wusste, was der Beckenboden ist und zu keiner Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur fahig war. Das unterstreicht die Bedeutung von Korperbewusstsein und .wahrnehmung.

Die Lebensweise westlicher Länder führt allgemein zu einer Vernachlässigung der körperlichen Fitness und damit einhergehend auch zu einer Schwächung des Beckenbodens. Beckenbodentraining kann auch schon in jungen Jahren zur Vorbeugung einer Harninkontinenz beitragen, besonders für Menschen mit sitzenden Tätigkeiten.

Eine Zurückhaltung bei operativen Eingriffen im Beckenraum (z.B. Gebärmutterentfernungen und Prostataoperationen) und eine Beschränkung auf unverzichtbare Medikamente können zur Senkung der Anzahl Inkontinenzbetroffener ebenfalls beitragen.

Harninkontinenz und Miktionsstörungen können aus psychosomatischer Sicht Ausdruck einer zugrunde liegenden Sexualstörung sein, so dass die Förderung einer gesunden sexuellen Entwicklung eine präventive Wirkung haben sollte.

Die Prävention von Diabetes mellitus sowie eine Reduzierung des Rauchens können indirekt die Entstehung von Inkontinenz beeinflussen.

Da bei älteren Menschen eine eingeschränkte Beweglichkeit der einzige oder der wichtigste Grund für unwillentliche Harnverluste sein kann, ist eine allgemeine Förderung der Mobilität und körperlichen Fitness als präventiv in Bezug auf Harninkontinenz anzusehen. Besserungen der körperlichen wie auch der geistigen Beweglichkeit gehen mit entsprechenden Veränderungen der Inkontinenz einher.

Vor allem professionell Betreuende älterer und mobilitätseingeschränkter Personen sollten auf Mobilitätshindernisse in der Wohnumgebung der älteren Menschen achten, um keine Inkontinenz durch Mobilitätshindernisse entstehen zu lassen.

Bei älteren Menschen sind Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes sehr häufig. Solche Störungen können zur Inkontinenzentstehung oder -verschlimmerung beitragen. Daher kann die Kontrolle einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr, ggf. unterstützt durch Elektrolytbestimmungen im Blut, eine zumindest partiell wirksame Vorbeugung gegen Inkontinenz bei zu Pflegenden darstellen.

Eine Überwindung der auch oft noch auf ärztlicher Seite vorhandenen Sprachlosigkeit und ein selbstverständlicherer und nicht (unterschwellig) abwertender Umgang mit Inkontinenzsymptomen wären ebenso wichtig und hilfreich wie ein aufgeklärter, selbstbewusster und aktiver Umgang der Betroffenen mit dem Problem. Eine aktive Bewältigung kann zudem das Selbstvertrauen stärken.

Vorbereitung Arztbesuch

Geschrieben von Matti. Veröffentlicht in Ratgeber / Literatur

keine angst vorm arztbesuchAngst, Scham und Verdrängung begleiten sehr viele Menschen, wenn sie unter Inkontinenz- Symptomen im wahrsten Sinne des Wortes leiden. Den Autoren dieses Internetangebotes waren diese Gefühle und Verhaltensweisen nicht fremd, sind sie doch alle entweder selbst von einer Inkontinenz betroffen oder Angehörige eines Betroffenen.

Wir wissen, wie schwer es fallen kann, den ersten Schritt zu wagen, um sich einer Ärztin oder einem Arzt anzuvertrauen. Dennoch lässt sich dieser Schritt nicht aufschieben. Inkontinenz ist nicht selten dynamisch. Dies bedeutet, dass sich Kontinenzprobleme schnell verschlechtern können.

Eine Inkontinenz kann bei Frauen und Männern durch zahlreiche Krankheiten, Unfälle, medizinische Eingriffe, Medikamente sowie Lebensstil- und psychosoziale Faktoren verursacht bzw. gefördert werden. Im Alter gibt es zusätzliche Risiken, wie z. B. Immobilität, funktionale Einschränkungen und Demenz.

Ihr Körper teilt Ihnen auf diese Weise mit, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Ähnlich wie der Schmerz ist die Inkontinenz also ein Warnsignal, und dieses sollten Sie nicht ignorieren. Hinter einer Inkontinenz können sich auch schwerwiegende Erkrankungen verbergen. Gerade dann gilt es, die Erkrankung möglichst frühzeitig zu erkennen und entsprechende Therapien einzuleiten.

Trotz evtl. bestehender Ängste sollten Sie dem Arzt alle Ihre Beschwerden schildern und nichts verschweigen!

Denken Sie daran, dass auch Beschwerden, die Ihnen vielleicht unerheblich vorkommen, für den Arzt ein wichtiges Indiz zum Aufspüren der Krankheitsursache sein können. Vor dem Arzt braucht Ihnen kein Beschwerdebild peinlich zu sein. Für ihn gehört das Gespräch, ebenso wie die medizinische Diagnostik und die Behandlung aller körperlichen und seelischen Zustände, zur täglichen Routine! Ärzte bzw. ihre Assistentinnen sind an diese Fragen gewöhnt.

Inkontinenz zeigt sich in unterschiedlichen Formen und die Ursachen von unwillkürlichem Urinverlust sind vielfältig. Deshalb sollten sich Betroffene direkt an einen erfahrenen Arzt wenden. Bei Inkontinenzsymptomen ist dies der Urologe, also der Facharzt für die Blase und die ableitenden Harnwege. Der Gynäkologe behandelt zwar in der Regel ebenfalls die Harninkontinenz der Frau, ist im Gegensatz zum Urologen aber ein Facharzt für die weiblichen Fortpflanzungsorgane.

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Behandlungsmöglichkeiten und Inkontinenz ist heutzutage in sehr vielen Fällen heil- oder zumindest deutlich verbesserbar!

Wir möchten Sie ermutigen und auf den Arztbesuch vorbereiten, indem wir Ihnen einige Ratschläge an die Hand geben.

Woran Sie vor einem Arztbesuch denken sollten:

Schon bei der Terminvereinbarung können Sie einige Fragen im Vorfeld klären:

  • Muss ich nüchtern sein? ( Essen, Trinken )
  • Gegebenenfalls: Darf ich vorher meine Medikamente einnehmen?
  • Soll ich meine Blase vor der Untersuchung entleeren?
  • Gibt es sonst etwas, was ich beachten muss?

Zum Arztbesuch sollten Sie mitbringen:

  • Versichertenkarte
  • Überweisung vom Hausarzt

Und falls vorhanden:

  • Alle Vorbefunde
  • Krankenhausberichte aus der letzten Zeit
  • Operationsberichte
  • Röntgenbefunde (gegebenenfalls auch die Bilder)
  • Ultraschallbefunde
  • Laborbefunde
  • Arztberichte von anderen Ärzten

Der Arzt wird zunächst eine Anamnese erstellen. Durch gezielte Fragen wird der Arzt Ihr Beschwerdebild erfassen, eingrenzen und ggfls. von anderen Beschwerdebildern abgrenzen. Die Anamnese ist die Grundlage für eine weiterführende Diagnostik und Behandlung. So wird Sie Ihr Arzt evtl. fragen, ob Sie unter Anstrengung Urin verlieren oder unter heftigem, nicht kontrollierbarem Harndrang leiden. Männern wird häufig die Frage gestellt, ob der Urinstrahl in letzter Zeit schwächer geworden ist, da dies auf eine Prostatavergrößerung schließen lässt.

Sie helfen Ihrem Arzt bei der Diagnostik, wenn Sie von sich aus auf Veränderungen ihres Körpers hinweisen.

Keine Angst, die oftmals gefürchtete Blasenspiegelung steht zumeist erst ganz am Ende der Diagnostik und kommt auch nur dann zum Einsatz, wenn andere, weniger belastende, Diagnostikverfahren kein oder ein nur unzureichendes Bild ergeben.

Zunächst erfolgt eine körperliche Untersuchung, besonders der Genital- und Analregion. Sicherlich ist dies nicht ganz angenehm, allerdings auch nicht schmerzhaft. Denken Sie immer daran, daß diese Untersuchungen täglich von Ihrem Arzt an unzähligen Patienten durchgeführt werden. Sie müssen also keine Scham empfinden. Ärzte untersuchen nicht nur 18-jährige. Körperliche Veränderungen oder z.B. Übergewicht sind dem Arzt also nicht fremd.

Bei Frauen findet zumeist eine gynäkologische Untersuchung statt. Dabei wird geprüft, ob sich Gebärmutter und Scheide gesenkt haben. Zudem wird der Beckenboden in seiner Beschaffenheit beurteilt.

Bei Männern erfolgt oftmals die rektale Untersuchung der Prostata. Diese Untersuchung wird von vielen als unangenehm empfunden, auch sie ist nicht schmerzhaft, zur Diagnosestellung aber immer noch die wichtigste manuelle Untersuchung.

Im Anschluss an die körperliche Untersuchung folgen unter Umständen:

  • Ultraschalluntersuchung der Blase, der Harnwege und der Nieren
  • Urinuntersuchung
  • Blutanalyse
  • Weitergehende Diagnostik im Einzelfall:
  • Ausscheidungsurografie
  • Urethrozystoskopie und Zystoskopie
  • urodynamische Untersuchung
  • Röntgenaufnahme mit Kontrastmittelgabe

Die meisten Menschen kennen die Situation, dass es dann, wenn darauf ankommt, die wichtigen Fragen nicht gestellt werden. Daher kann es hilfreich sein, sich schon im Vorfeld Gedanken über grundsätzliche Fragen zu machen und diese für den Arztbesuch zu notieren.

Aus vielen Rückmeldungen wissen wir, daß Betroffene nicht selten den Arzt genauso unwissend wieder verlassen, wie sie ihn aufgesucht haben. Deshalb sollten Sie stets nachfragen, wenn sie etwas nicht verstanden haben oder Ihnen die Antworten und Erklärungen des Arztes unklar sind, weil sie z.B. mit unverständlichem Fachlateinisch durchzogen waren.

Nehmen Sie Ihre Mündigkeit wahr, auch ein Arzt kocht nur mit Wasser.

Wenn der Arzt eine Therapie vorschlägt, sollte er diese mit Ihnen ausführlich besprechen. Sind bei Ihnen Fragen offen, dann gilt auch hier: Nachfragen! Schließlich geht es um Sie und Ihren Körper. Zuhause nützen Ihnen Ihre offenen Fragen nichts.

Auf jeden Fall sollten diese Fragen geklärt werden:

  • Welches Ergebnis ist durch die Behandlung zu erwarten?
  • Mit welchen Nebenwirkungen und Komplikationen muss ich eventuell rechnen?
  • Wie lange wird die Behandlung voraussichtlich dauern?
  • Wie muss ich die Medikamente einnehmen bzw. aufbewahren?
  • Darf ich während der Behandlung bzw. nach einer Operation meinen normalen Lebensgewohnheiten nachgehen?
  • Vertragen sich die Medikamente mit meinen bereits einzunehmenden Medikamenten?

Geben Sie dem Arzt eine Rückmeldung, wenn bei Ihnen die verordnete Therapie nicht anschlägt oder es zu unangenehmen Nebenwirkungen kommt. Nur so kann Ihr Arzt die Therapie verändern oder noch individueller anpassen.

 

Sie sind nicht allein!

 


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