Die Inkontinenz Selbsthilfe e.V. stellt ihr Angebot vor

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"Du musst lernen, damit umzugehen"

13 Jul 2017 13:43 #1 von Eitschman
Hallo zusammen

Wenn ich mich mit anderen Menschen über meine Stuhlinkontinenz unterhalte höre ich immer wieder Sätze wie "Du musst lernen, damit umzugehen", "Du musst das akzeptieren" oder "So ist das halt".
Wenn mich jemand nach meiner Gemütslage fragt sind Attribute wie "unnütz", "hilflos", "dreckig" am Ehesten das, was mir in den Sinn kommt.

Daher meine Frage an euch: Kann man seine Inkontinenz irgendwann akzeptieren? Lernt man wirklich irgendwann, damit so umzugehen, dass das zum Alltag dazu gehört? Wenn ja, wie lange hat das bei euch gedauert? Wenn ja, gab es Erlebnisse oder Ähnliches, was geholfen hat?

Mir ist durchaus bewusst, dass jeder Mensch individuell ist und anders mit Problemen umgeht. Der eine sieht Dinge lockerer, der andere nicht.
Trotzdem würde mich interessieren, wie eure Erfahrungen sind, vielleicht kann ich ja das eine oder andere für mich übernehmen.

Ich bin gespannt auf eure Antworten

mfG
Andreas

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13 Jul 2017 17:06 #2 von Elkide
Lieber Andreas,

die Attribute wie "unnütz, hilflos und dreckig" haben mich sehr bewegt. Ich empfinde das, als totale Ablehnung deiner selbst. Du bist doch nicht weniger Wert, nur weil du inkontinent bist. Ich kann dir wirklich nur empfehlen, das Problem mit einer Psychotherapie aufzuarbeiten. Ich habe damit ziemlich schnell nach Beginn der Inkontinenz angefangen und ich kann inzwischen gut mit meiner Erkrankung umgehen.

Ich empfinde es schon als Einschränkung aber im Großen und Ganzen kann ich damit ganz gut leben. Den Darm entleere ich jeden Morgen durch Irrigation und seit dem habe ich keinen Stuhlverlust mehr gehabt. Gut, der Zeitaufwand beläuft sich zwischen 30 - 45 Minuten pro Tag, aber das ist es mir allemal wert. Vielleicht wäre das auch für dich eine Option?

Wünsche dir alles Liebe und Gute
Elke

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13 Jul 2017 18:17 - 13 Jul 2017 18:19 #3 von annehanne
Hallo Andreas,

wenn ich recht verstehe, hast Du eine dauerhafte Inkontinenz, deren Ursachen bekannt sind?

Die Sätze willst Du natürlich nicht hören. Tatsache ist: Die Inkontinenz ist da, und lässt sich womöglich nicht ändern.
Wenn Du also ständig damit beschäftigt bist die Inkontinenz abzulehnen, tust Du Dir keinen Gefallen. Ich denke man kann und muss die Tatsache akzeptieren, sonst wird man irre. Schön finden musst Du es nicht, aber einfach weggehen wird's auch nicht einfach so. Du hast also eh keine Wahl, Du musst damit Leben! Es schränkt ein, ohne Frage, die Stuhlinkontinenz ist doch aber nicht alles, was Du bist!

Ich bin von der Blasenfraktion, nicht dauerhaft inkontinent, doch meine wunderbare Reizblase zeigt mir schon immer mal, wie das ist.
Das ist lästig, es nervt und ich kann es nicht ändern. Also lebe ich sehr gut damit.

Um diesen Weg zu finden schließe ich mich Elke an. Ein guter Psychotherapeut kann Dir auf dem Weg helfen!

Und was die Attribute betrifft.....überleg mal, was Du sonst noch bist: Mir fällt spontan ein, höflich, kann sich ausdrücken......

Liebe Grüße
Hanne

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13 Jul 2017 19:23 #4 von Eitschman
Hallo zusammen

Danke schon mal für die Antworten. Psychotherapie? Hmm... Ich habe vor mehreren Jahren schon einmal eine Psychotherapie (sogar stationär) gemacht, allerdings aus anderen Gründen. Damals hatte ich einen Burnout, war noch nicht inkontinent und war auch noch alleine. Heute bin ich glücklich verheiratet... Eigentlich hatte ich mir geschworen, dass ich nie wieder einen Psychotherapeuten möchte. Aber vielleicht ist das angebracht... Da muss ich mal mit meinem Arzt drüber sprechen.

Gruß
Andreas

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14 Jul 2017 10:27 #5 von Elkide
Hallo lieber Andreas,

du hast ja inzwischen von Matti gehört, welche Behandlungsmethoden bei dir noch infrage kommen. Eine dringend notwendige Maßnahme sehe ich
z u s ä t z l i c h in einer guten Psychotherapie. Auch wenn du in der Reha keine guten Erfahrungen gemacht hast, sind doch jetzt ganz andere Voraussetzungen gegeben.

In der Reha kannst du dir den Therapeuten nicht unbedingt aussuchen, das ist jetzt ganz anders. Wenn du in den ersten Stunden merkst "die Chemie" stimmt nicht, versuchst du es halt beim Nächsten. Ich weiß, das klingt leichter wie es dann in der Praxis aussieht. Aber man darf sich von solchen Dingen nicht abschrecken lassen. Wenn du was unbedingt durchziehen möchtest, dann schaffst du das auch.

Du schreibst, du bist glücklich verheiratet. Kann denn deine Frau dich unterstützen? Wie kommt sie mit der Inkontinenz klar? Für den Partner ist es auch nicht immer einfach. Meinen Mann hat das zu Anfang auch sehr doll belastet, was ich aber gar nicht bemerkt habe. War wahrscheinlich viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Deshalb hatten wir - ziemlich zu Anfang - auch 5 gemeinsame Termine. Das war für uns beide ungeheuer hilfreich.

Sollte nur nochmal ein Gedanken Anstoß sein.

Alles Liebe
Elke

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15 Jul 2017 07:51 #6 von Maulwurf
Hallo Andreas,

Mich nerven diese Sprüche auch.
Ich persönlich denke man MUSS gar nichts akzeptieren. Wie soll man auch Akzeptanz erzwingen?
Du WIRST für dich einen Weg finden damit zu leben . Wenn du Glück hast auch einen es tatsächlich anzunehmen.

Ich kann mich auch vier Jahre nach dem Unfall nicht akzeptieren. Allerdings muss man fairerweise sagen, ich habe nicht "nur" mit Inkontinenz zu kämpfen, sondern mein ganzer Körper ist mit 35 ein Wrack. Ich persönlich denke eine einzelne Baustelle kann man schon irgendwann annehmen.

Mir hilft es trotzdem mir zu sagen, dass ich eben selbst entscheiden kann was ich wann und wie annehme.
Hat mich zwar einige Bekanntschaften und Freundschaften gekostet, aber das ist dann eben so.
Eine Psychotherapie auszuprobieren halte ich für gut. Hat mir zwar bzgl. Akzeptanz nicht geholfen aber mich aus den schlimmsten Depressionen rausgeholt so dass zumindest die Todessehnsucht etwas besser geworden ist.

Gruß Maulwurf
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17 Jul 2017 09:57 #7 von Eitschman
Hallo

Meine Frau kommt auch der einen Seite recht gut mit meiner Inkontinenz klar und unterstützt mich, so gut es geht. Da sie gelernte Altenpflegerin ist, ist das Thema auch nicht neu für sie. Auf der anderen Seite belastet sie das natürlich auch. Gerade wenn ich nicht so gut drauf bin... Und auf körperlicher Ebene läuft derzeit gar nichts. Auch sie ist der Meinung, ist sollte mir einen Psychologen suchen. Und ja, ganz ehrlich, inzwischen denke ich auch darüber nach. Ich denke, ich werde meinen Arzt beim nächsten Termin darauf ansprechen.

Gruß
Andreas

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17 Jul 2017 14:24 #8 von Ano
Moin Andreas!

Mach das unbedingt. Oftmals wird wirklich unterschätzt, wie belastend das auch für den Partner ist.
Dass Deine Frau mitzieht, ist schon mal Gold wert. Ihr solltet (zumindest anfangs) zusammen zur Therapie gehen. Das würde es auch Deiner Frau etwas leichter machen, mit der Situation fertig zu werden. Wobei ich die z.Zt. mangelnde bzw. keine Sexualität hier nicht vordergründig als belastend empfinden würde. Wir Frauen sind da, glaube ich, etwas anders "gestrickt" - dieses Thema belastet Männer wesentlich mehr. Ist jedenfalls meine Erfahrung.

Auf jeden Fall seid ihr beide auf einem guten Weg. Lasst Euch nicht davon abbringen.

LG, Ano

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18 Jul 2017 10:36 #9 von tigerschnegel
Hallo Maulwurf und ihr anderen,

je mehr "Baustellen" man hat, desto schwieriger ist es mit der Akzeptanz. Auch dann, wenn körperliche Einschränkungen schon seit Jahrzehnten bestehen. Ich bin jetzt seit fast zwei Jahren Windelträgerin und kann wirklich nur mal eben vielleicht 10 Minuten am Stück ohne Windel herumlaufen (Wobei ich auch nicht mehr wirklich laufen kann, nur der Urin läuft...) . Seither fühle ich mich nicht mehr als Mensch, zumindest in punkto Erotik und Sexualität. (100% Harnkontinenz und ca. 70% Stuhlinkontinenz.) Ich orientiere mich immer an Menschen, die noch schwerer geschädigt sind als ich, um zu überleben, es gibt aber auch Tage, wo ich von meinem Leben die Nase voll habe. Das Leben mit der Windel ist zwar akzeptabler geworden für mich, aber an Tagen, wo dann etwas trotz Windeln daneben geht, bin ich schon den Tränen nah ob dieser Sauerei.
Gruß, Verena

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18 Jul 2017 11:21 #10 von Elkide
Hallo lieber Andreas,

das ist wirklich eine vertrackte Situation, bei deren Bewältigung dir eine Verhaltenstherapie helfen könnte. Im Moment kannst du nichts anderes machen, als selbstbewusst in dein eigenes Büro zu gehen. Als Schwerbehinderter hat man nun mal zusätzliche Rechte und ich bin sicher, dass keiner der Neider mit dir tauschen möchte.

Zum Betriebsrat und Schwerbehindertenbeauftragten: Ab mindestens drei Arbeitnehmer kann ein Betriebsrat gewählt werden. Den Antrag zur Bildung dieses Gremiums muss (soviel ich weiß) von einem Beschäftigten beantragt werden und es müssen mindestens noch 2 Arbeitnehmer mit unterschreiben. Ob das so noch stimmt, bin ich mir nicht sicher. Ist schon wieder über drei Jahre her, dass ich dem Betriebsrat angehört habe. Falls du eine Vertrauensperson in der Firma hast, könntet ihr das ja mal überlegen.

Habe jetzt leider gerade keine Zeit mehr.

Liebe Grüße
Elke

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