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Inkontinenz und Harndrang

27 Sep 2017 08:02 #11 von sanuye
Ah eine Frage habe ich noch vergessen:
Welche Untersuchungen kann man noch machen, um Nervenschäden aufzuspüren?
Habe öfter gelesen, dass ein MRT nicht so sehr aufschlussreich ist.

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09 Okt 2017 08:06 #12 von Frankfurter
Zu meinem Stress in der Vergangenheit:
Da bin ich bei einer Psychologin seit längerem und mache dafür auch Hypnose. Mir geht es sehr gut. Was mich belastet, ist meine Blase. Es macht mich so traurig.


Mein Vater war Arzt. Daher kenne ich auch aus Erzählungen, dass es viele Dinge gibt, die ein Arzt eben NICHT erklären kann.

Ich selbst hatte jahrelang RDS. Was geholfen hat..... alles umgestellt. Essen, Denken ... alles. Was hat diese Aussage mit Deinem Problem zu tun ? --- Bisherige Wege hatten keinen Erfolg. So versuche es doch mit vollkommen anderen Möglichkeiten. Durch das "Krankschreiben" hast Du vielleicht zu viel Zeit, Dich gedanklich NUR ??? mit Deinem Problem zu beschäftigen ( Sorry wenn das hart klingt ). Aber bisher hat Dir keiner der Weisskittel helfen können.

Wenn Du schreibst ... Hypnose .... . Ich habe mich mit Hypnose beschäftigt und selbst ca 1.000 Sitzungen durchgeführt. Und aus dieser Erfahrung kann ich sagen, entweder es hilft ( 80 % Erfolg ) oder eben leider nicht. Suche doch einfach einen wirklich guten Hypnotiseur.

Ich möchte Dir nicht weh tun... aber schxxxx drauf wegen der nassen Hose, hab wieder mal Spass am Leben, mach andere Dinge die Dich gedanklich fordern und vereinnahmen... lenke Dich ab mit anderen Erfolgen.

Gute, gute Besserung


Frankfurter

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10 Okt 2017 13:45 #13 von Esther1
Hallo,

wie geht es Dir inzwischen? Schon eine Besserung in Sicht?

Zu Deiner Frage über Nervenschäden: Da ich ja einen Beckenringfraktur hatte, waren bei mir Nervenschäden nicht auszuschließen. Deswegen war ich bei 2 Neurologen. Dort wurden verschieden Test gemacht. Auch wurde mittels Strom die Leitfähig der Nerven überprüft. Zusätzlich wurde ein MRT von Kopf und Hals gemacht.

Grüße
Esther

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12 Okt 2017 07:29 - 12 Okt 2017 07:31 #14 von Johannes1956
Hallo, Sanuye,

Für die Untersuchung von Nervenschädigung kommen im Wesentlichen drei Untersuchungsmethoden zur Anwendung. Mit der Magnetresonanz kann man anatomische Schäden bei Weichteilen (also auch Nerven) abbilden. Die Computertomographie (CT) ist hilfreich, Schäden am knöchernen Apparat aufzuspüren (ewta an den Knochen der Wirbelsäule).

Die Funktion der Nerven, Leitung vom Hirn zur Blase und umgekehrt wird mit dem evozierten Potiental und Nervenleitgeschwindigkeit untersucht. Das macht der Neurologe bzw. der Neuro-Urologe.

Oft ist ja auch schon der Ausschluss einer Erkrankung eine wichtige Diagnose, eben die Ausschlussdiagnose. MS kann man z.B. Heute sehr gut mit Kontrast MR des Gehirns plus dem Labortest für freie Leichtketten im Liquor (Nervenwasser) ausschließen.

Alles Gute

Johannes

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12 Okt 2017 12:51 #15 von sanuye
Hallo,

so, da bin ich nun wieder.

Erst einmal vielen lieben Dank für Eure Nachrichten. Das hilft ungemein, denn ich bin schon ziemlich am Verzweifeln.

@Frankfurter: So einfach wie "Schweiß auf die nasse Hose" ist es ja leider nicht mehr. Das war zu Anfang so. Da dachte ich, gut, ist die Hose mal nass, sie wird halt irgendwann wieder trocken und das Problem ist passager. Aber die Problematik hat sich ja verschlimmert. So oft bin ich wegen des Problems nicht krank geschrieben gewesen. 2 Wochen bisher.
Du hast natürlich recht, sich ständig damit befassen, ist nicht gut. Bei mir ist es aber nicht die viele Zeit, um mich damit zu beschäftigen. Ich arbeite ganz normal. Sondern die Symptome, die mich so einschränken. Ich war ja schon 3 Mal in der Notfallambulanz.
Ich weiß nicht, wie ich das Thema im Kopf loslassen kann, wenn doch die Beschwerden da sind. Deine Tipps sind auf jeden Fall gut, aber für mich nicht so einfach umzusetzen. Wenn die anderen Symptome nicht wären, würde ich mich nur über eine nasse Hose freuen. Zu Anfang war ja nur das Problem da. Da fand ich das schon schlimm. Jetzt sehne ich mich danach zurück. Kannst Du ggf. einen guten Hypnotiseur empfehlen?

@Esther: Lieb, daß du fragst. Leider geht es mir schlechter. Schreibe gleich, welche Symptome noch hinzugekommen sind. Interessant finde ich, daß wir sehr ähnliche Symptome haben. Du schriebst, bei Dir bestünde Verdacht auf zu verspannten oder zu kräftigen Beckenboden. Genau das sagte meine Physiotherapeutin auch. Ich hatte nun 3 Sitzungen, die gut taten. Und sogar war ich mal 3 Tage trocken, die Symptome waren aber nicht besser.
Du schriebst auch, Du hättest einen Sport gemacht. Was war das? Ich habe nämlich EMS (mit Strom werden die Muskeln gereizt) gemacht zur Stärkung der Muskulatur am ganzen Körper. Gleichzeitig trat die Inko auf, danach alle weiteren Beschwerden. Vielleicht ist da bei dir auch ein Zusammenhang zu sehen. Kann sein, daß es bei mir nur Zufall ist, aber es fällt mir eben auf.
Jetzt ist vor 2 Wochen eine fette BE festgestellt worden. Ich hatte schon die Hoffnung, daß es nur eine BE war, die all die Probleme verursacht hat. Dem war aber leider nicht so. Meine Symptome zur Zeit sind - trotz der Behandlung der BE - extremes Krankheitsgefühl. Ich bin nach einer kleinen Anstrengung direkt platt und muß dann sofort schlafen. Ich friere nur. Ich habe Schmerzen im Unterleib, extreme Blasenschmerzen, muß ständig zum Klo und nachts bzw morgens kann ich die Blase nicht richtig entleeren. Habe da auch keinen Harndrang, merke aber, daß die Blase voll sein müßte. Ja, und dann ist die Hose eben dauerhaft feucht.
Wie geht es Dir denn? Bist Du inzwischen weiter?

@Johannes: Nachdem ich wieder in der Notfallambulanz war (konnte die Blase nicht entleeren), habe ich ja nun endlich bald einen Termin im Kontinenzzentrum in Wetzlar. Ich hoffe, daß sie mich dort auch in die Neurologie schicken, um die Untersuchungen zu machen. Weißt du, ob jede Neurologie diese Untersuchungen machen kann? Ich habe mittlerweile die Erfahrung gemacht, wenn man als Patient nicht hinter der Sache her ist, passiert nicht so viel. Hast Du Deine Ärzte auf die Untersuchungen, die man machen sollte/kann angesprochen?
Auf jeden Fall möchte die Urologie in Wetzlar auch schauen, ob ich eine Fistel habe und ob Urin in die Niere zurückgespült wird. Dann werden wohl die Gynäkologen noch hinzugezogen. Ich sprach auch das Thema Neurologie an, und er schrieb dies zur Abklärung auch auf.
Ich habe einfach Angst, daß es echt neurogen sein kann. Dann geht das ja nicht wieder weg.
Ich habe von der Uniklinik, die übrigens auch eine UD gemacht haben, die angeblich völlig unauffälig war (eine Elektrode war abgefallen), ein Biofeedbackgerät bekommen. Ich hoffe, daß dies hilft. Auch mache ich bei der Urophysiotherapeutin Übungen zur Entspannung des Beckenbodens.

Habt Ihr eine Ahnung, wann sich nach Biofeedback und Physio Erfolge einstellen können? Was mich zum Biofeedback wundert: Irgendwie findet man Studien und Berichte nur zu Biofeedback bei Kindern, nie bei Erwachsenen. Hilft es bei Erwachsenen nicht so? Bei Kindern scheint es ja sehr erfolgreich zu sein. Irgendwie schreiben auch in den Foren die Erwachsenen fast nie von Biofeedback. Gibt es hier im Forum Personen, die erfolgreich Biofeedback gemacht haben?
Die Uniklinik Heidelberg wollte mir ja direkt Anticholinergika verschreiben, aber dann würde doch auch der Restharn wieder größer?! Restharn hatte ich jetzt 2 Mal à 130 bzw. 150 ml.

Der Gedanke, meine Blasenfunktion wird mein ganzes Leben so beeinträchtigt bleiben, macht mich traurig. Ich fühle mich dafür einfach zu jung. Wie seid ihr damit umgegangen oder wie geht ihr damit um?

Vielen Dank für Eure Hilfe und Unterstützung.

LG, Sanuye

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13 Okt 2017 10:12 #16 von Johannes1956
Liebe, Sanuye,

die geplanten Untersuchungen in Wetzlar Urologie, Gynäkologie, Neurologie decken schon einmal alles Wesentliche ab. Es ist immer eine Gratwanderung, den Ärzten noch Ratschläge zu geben, aber es ist schon gut, informiert zu sein, damit man einigrmaßen auf Augenhöhe auch mitreden kann.

Es ist auch gut, sich die Fragen vorher zu überlegen und diese sachlich vorzubringen.

Ich selbst hatte meinem Urologen den Hinweis auf Neuroborreliose gegeben und er hat es angenommen. Nervenschädigungen können sich auch wieder zurückbilden, wenn man die Ursache rechtzeitig beseitigt, darum ist ja eine saubere Diagnose immer so wichtig. Ich konnte meine Blase gar nicht mehr entleeren, spürte sie nicht und nach Behandlung der Neuroborreliose spüre ich meine Blase wider und kann sie bis auf Restharn, den ich auskathetere, auch spontan entleeren.

Leider gelingt diese öfter auch nicht, aber da muss man als Patient dranbleiben.

Alles Gute

Johannes

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